Blick aufs Dubai-Airshow-Gelände: Langstreckenjets gefragt.

Dubai AirshowSchwache Messe für Airbus A320 Neo, Embraer und ATR

Boeing hängt Airbus bei den Aufträgen ab, Langstreckenjets dominieren die Bestellungen, die A320-Neo-Familie geht leer aus, Embraer ebenso. Die Bilanz zur Dubai Airshow.

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Die erste Erkenntnis ist ziemlich offensichtlich: Boeing hat Airbus in Sachen Bestellungen bei der Dubai Air Show 2023 klar abgehängt. Der amerikanische Flugzeugbauer zählte Orders für 214 Flugzeuge, während der europäische Hersteller lediglich auf 66 kommt.

Von Boeings Bestellungen entfielen 72 auf die Boeing 737 Max dank Sun Express (45), Ethiopian Airlines (20) und Scat Airlines (7). Die Boeing 787 erhielt Aufträge für insgesamt 52 Exemplare für Ethiopian Airlines (11), Royal Air Maroc (2), Emirates (5), Fly Dubai (30) und Royal Jordanien (4). Außerdem bestellte Emirates 90 Boeing 777X. Ein Auftrag, der erwartet wurde, aber nicht eintraf, war eine Bestellung von Riyadh Air für Boeing 737 Max.

Keine einzige Order für A320 Neo

Bei Airbus gingen Orders für 36 Airbus A350-900 ein von Emirates (15), Ethiopian Airlines (11) und Egypt Air (10). Hinzu kamen 30 A220, die Air Baltic von Optionen in feste Bestellungen umwandelte. Derweil konnte Airbus Emirates noch nicht vom A350-1000 überzeugen. Zudem blieb ein erwarteter Riesenauftrag von Turkish Airlines in Dubai aus.

Herstellerübergreifend ergibt das Aufträge für 178 Langstreckenflugzeuge (Boeing 787, Boeing 777X und Airbus A350) gegenüber Orders für 102 Kurz- und Mittelstreckenjets (Boeing 737 Max und Airbus A220). Das ist zwar wenig überraschend auf der Heimmesse von Emirates, die eine reine Langstreckenflotte betreibt. Doch dass eine große Messe ohne eine einzige Bestellung für Jets der Airbus-A320-Neo-Familie endet, ist ungewöhnlich.

Für ATR lief es schon besser

Airbus dürfte das wenig schmerzen. Zum einen, weil die Orderbücher für A320 Neo und A321 Neo eh zum Bersten voll sind und die Produktion über Jahre ausgelastet ist. Zum anderen erklärte Verkaufschef Christian Scherer schon bei der Farnborough Airshow 2022, dass es für ihn «fast irrelevant» ist, ob ein Auftrag zeitlich zu einer Airshow eintrifft. «Wir betreiben Geschäft, kein Showgeschäft», sagte Scherer im Gespräch mit aeroTELEGRAPH.

Enttäuschter dürfte ATR von der Dubai Airshow 2023 sein. Der französisch-italienischen Turboprohersteller präsentierte lediglich einen Auftrag der Leasingfirma Abelo für zehn ATR 72-600. Zum Vergleich: Bei der vorherigen Dubai Airshow im Jahr 2021 waren es noch Aufträge von vier Kunden für insgesamt 15 Flugzeuge. Bei der Dubai Air Show 2019 hatte ATR zwar keine Order erhalten, aber der Bedarf nach Turboprops war durchaus da: De Havilland Canada sammelte damals Orders und Absichtserklärungen für insgesamt 34 Exemplare der Dash 8-400 ein, für die aktuell keine Orders mehr möglich sind.

Embraer geht leer aus

Embraer hat die E2-Familie für die Dubai Airshow 2023 zwar prächtig beworben, verlässt das Emirat aber ohne neue Bestellungen. 2021 hatte der brasilianische Flugzeugbauer bei der Messe immerhin eine Order über drei Flugzeuge erhalten, 2019 zwei Aufträge für insgesamt sechs Jets.

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