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Überfliegerin oder Überflieger des Jahres

Wer hat dieses Jahr alle überflügelt?

Ein aufregendes Jahr in der Luftfahrt wurde von vielen Persönlichkeiten geprägt. Wer bewegte die Branche 2019 am meisten? Stimmen Sie ab!

Auch 2019 wurde es niemandem in der Luftfahrtbranche langweilig. Auch neben dem wohl einschneidendsten Ereignis – dem Grounding der Boeing 737 Max – war das Umfeld alles andere als einfach. Weltweit ging es weiter mit Pleiten und der Konsolidierung. Politische Spannungen drückten die Verkäufe, ebenso belasteten Streiks, Verspätungen, Wetterphänomene.

Geprägt wurde all das von starken Persönlichkeiten. Doch wer hat die Welt der Luftfahrt in diesem Jahr am stärksten beeinflusst? aeroTELEGRAPH wählt jährlich die Überflieger des Jahres. Und auch Sie können dabei mitmachen. Ihre Stimme geht in Gesamtwertung neben der unserer Jury mit ein.

Die Nominierten

Richard Branson: Man kann vom exzentrischen britischen Milliardär halten, was man will. Aber 2019 hatte er zumindest luftfahrttechnisch einen Lauf. Seine Airline Virgin Atlantic erwarb mit Flybe einen wichtigen Zubringer für ihre Langstreckenflüge. Und Branson konnte bekannt geben, dass ein Verkauf von 31 Prozent der Anteile an der Fluglinie an Air France-KLM nun doch nicht nötig ist. Eigentlich hätte der Konzern dadurch die Mehrheit erhalten. Geplant war das im Rahmen eines Joint-Venture-Abkommens. Doch inzwischen einigten sich die Partner, dass 51 Prozent der Anteile bei Branson bleiben. Spannender Nebenstrang der Story: Im Grunde hat sich Branson damit nun eigentlich das Recht erwirkt, seinem Erzrivalen Willie Walsh – Chef der British-Airways-Mutter IAG – einen Tritt ins Gemächt zu verpassen. Die Hintergründe dazu lesen Sie hier.

Guillaume Faury: Er startete seinen neuen Job in keiner einfachen Situation. Airbus steckte mitten in einem Korruptionsskandal, als der Franzose das Steuer von Vorgänger Tom Enders übernahm. Von dem Skandal ist der Franzose unberührt, die kritischen Vorgänge ereigneten sich vor seiner Zeit. Unter seiner Führung kehrte wieder etwas Ruhe ein beim europäischen Luftfahrtriesen. Zudem konnte er mit dem A321 XLR einen Kassenschlager zertifizieren und so das Ende des A380 wegstecken, das noch sein Vorgänger verkünden musste.

Stephen Dickson: Die Krise um die Boeing 737 Max rückte nicht nur den Flugzeugbauer in ein denkbar schlechtes Licht. Auch die Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration FAA steht in der Kritik. Sie hatte unter anderem viel zu viele Kontrollen dem Flugzeugbauer selbst überlassen. Stephen Dickson wurde im August neuer Vorsteher der FAA – und er ist als Unbelasteter bemüht, die Kultur in der Behörde zu ändern. Das heißt auch, dass er Boeing ganz offen zurechtwies, als es um das Datum der Wiederzulassung der Boeing. 737 Max ging. Man lasse sich nicht unter Druck setzen, so die Botschaft – die er auch in einem Video an seine Mitarbeiter klar formulierte.

Benjamin Smith: Viele glaubten, der Kanadier trete eine Art Himmelfahrtskommando an, als er Chef von Air France-KLM wurde. Doch er hat in kurzer Zeit sehr viel erreicht. Den Versuch Joon stoppte er, Hop führte er näher an Air France heran. Beim Personal ist er äußerst beliebt, die Gewerkschaften hält er in Schach.

Ralf Teckentrup: Viel Schlaf hat Condor-Chef Ralf Teckentrup ganz sicher nicht gehabt – zumindest in der zweiten Jahreshälfte. Etwa mehr als drei Monate ist es her, dass die Muttergesellschaft Thomas Cook Insolvenz anmelden musste. Für Condor war das vor allem tragisch, weil die Geschäfte bei der deutschen Ferienairline gar nicht so schlecht liefen. Auch deshalb gelang es Condor schließlich, weiterzufliegen. Ende November schließlich verkündete Teckentrup trotz des harten Jahres gute Geschäftszahlen. Nun geht es darum, bis im Frühling einen Investor für die Airline zu finden. Entspannung ist also noch nicht angesagt. Trotz all der Turbulenzen verlor Geschäftsführer Teckentrup nie den Glauben an den Erfolg von Condor. Auch seine  oft humorvolle und meist abgeklärte Weise, über die Situation zu sprechen, ist in solchen Zeiten Gold wert.

Greta Thunberg und die Klimabewegung: In der Luftfahrtbranche hat Greta Thunberg sicherlich nicht nur Fans – dafür einen besonders prominenten: Emirates-Chef Tim Clark. Er möge «Greta Thunberg, weil sie einen echten Fokus auf das Thema gelegt» habe, erklärte der Präsident von Emirates kürzlich. Tatsächlich haben Aktivistinnen wie Greta Thunberg mit der Klimabewegung den Druck auf die Luftfahrtbranche massiv erhöht. Und die Fluglinien handeln. Mehr und mehr verbannen Plastik aus ihren Kabinen, sie setzen vermehrt auf Biokerosin und machen die Kompensation attraktiver.  Easyjet hat bekannt gegeben, als Übergangslösung alle Flüge voll zu kompensieren. Genug Gründe, Thunberg stellvertretend für alle Klimaaktivisten in diese Liste aufzunehmen.

Marcos Rossello: In ganz Europa gehen jedes Jahr Airlines auf die Knie. Doch Marcos Rosello hat es trotz des widrigen Umfelds geschafft, in Deutschland eine kleine Fluggesellschaft aufzubauen – und diese stetig und stabil auszubauen. Inzwischen fliegen sieben Flugzeuge für die Charterairline. Sundair verkörpert in der Branche eine Bescheidenheit, die sicher auch einigen anderen Airlines gut stehen würde.

Ed Bastian: Das Image der Airlines hat lange gelitten. Schlechter Service, alte Flieger alte Kabinen – so lautete das gängige Vorurteil. Doch Delta investierte sehr früh in neue Kabinen, führte zum Beispiel als erste Airline Suiten in der Business Class ein. Vorstandsvorsitzender Ed Bastian kann zudem dieses Jahr einen regelrechten Coup für sich verbuchen. Delta kaufte für rund 1,9 Milliarden Dollar 20 Prozent von Latam und sicherte sich so große Anteile am wichtigen lateinamerikanischen Markt. Damit hat sie vielen Konkurrenten nun einiges voraus und bootete Erzrivalin American aus.

Die Wahl

Und nun sind Sie an der Reihe, wählen Sie mit. Sie können bis zum 30. Dezember Ihre Stimme maximal zwei Persönlichkeiten geben:

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