«Nach Abschluss des Testprogramms präsentierten Spezialisten von Ilyushin das Flugzeug lokalen Fluglinien und Luftfahrtbehörden», teilt der staatliche Technologie- und Rüstungskonzern Rostec mit, unter dessen Oberhoheit das Turboprop-Regionalflugzeug entsteht. «Die Il-114-300 führte einen Demonstrationsflug vom Airport Yakutsk aus durch und startete und landete auf der schneebedeckten, unbefestigten Piste des Flughafens Magan.»
Antonov An-24 und An-26 werden schrittweise ausgemustert
Nun gibt es auch Reaktionen auf diese Vorführung - etwa von Aisen Nikolaev, Präsident der Republik Sacha (Yakutien), der an Bord war. «Die Modernisierung der regionalen Luftfahrt ist für Yakutien von entscheidender Bedeutung», so Nikolaev. «Die An-24 und An-26 werden schrittweise ausgemustert, was sich bereits auf die Verkehrsanbindung und den Komfort der Passagiere auswirkt.» Modernere Flugzeuge seien daher unerlässlich für die Region.
Für eine ganzjährige Anbindung vieler Teile Yakutiens an andere Landesteile sei dies von strategischer Bedeutung. «Wir erwarten, dass die Il-114-300 die Verkehrsanbindung im Fernen Osten stärken wird», so Nikolaev. «Der Bedarf im Fernen Osten wird auf mindestens 20 solcher Flugzeuge geschätzt.» Dazu meldete sich auch eine Fluggesellschaft zu Wort.
Dieses Problem der Il-114-300 muss Ilyushin noch lösen
So sagte Semyon Semyonov, stellvertretender Chef von Polar Airlines, in einem Radiointerview, dass die Fluglinie mit Sitz in Yakutsk die Il-114-300 bestellen will. Sie habe «eine gute Reichweite von bis zu 5000 Kilometern», erklärte der Manager. «So kann sie beispielsweise die Strecke Yakutsk - Chersky - Yakutsk ohne Zwischenlandung zurücklegen. Wir können damit auch Moskau, Irkutsk, Vladiwostok, Harbin und andere Ziele anfliegen.» Semyonov erklärt aber auch, dass das Flugzeug derzeit noch einige Mängel habe.
«Zum Beispiel die niedrige Position der Propeller, was beim Starten und Landen auf unbefestigten Start- und Landebahnen Probleme verursachen kann», so Semyonov. Ilyushin habe aber zugesagt, Schutzvorrichtungen zu entwickeln und zu verbauen, um zu verhindern, dass Kies und Steine in die Triebwerke gelangen, und anschließend Tests auf unbefestigten Pisten in Yakutien durchzuführen. Bis zum Herbst würden die Nachbesserungen fertig sein.
Auch Polar Airlines setzt noch auf Antonov An-24
Wie genau die aktuelle Flotte von Polar Airlines aussieht, lässt sich aktuell kaum verlässlich sagen. Auf jeden Fall dazu gehören Helikopter vom Typ Mil Mi-8 sowie Flugzeuge vom Typ Antonov An-24, wahrscheinlich auch noch An-26. Zudem werden De Havilland Dash 8-300 in Flugzeugdatenbanken genannt. Hinzu kommen wohl noch kleinere Flugzeugtypen.
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