In der Realität sahen die Boeing 767 von Condor  mit Herz auf der Heckflosse damals so aus.

Mehr Gewinn, hohe AuslastungCondor hat keine Angst vor Tuifly

Der deutsche Ferienflieger steht trotz Pleite der Mutter Thomas Cook finanziell gut da. Die neue Konkurrenz durch Tuifly und Eurowings schreckt Condor nicht - im Gegenteil.

Top-Jobs

Smartline

Commander / First Officer Cessna Latitude C680A (m/f/d)

Smartline Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Airport St. Gallen Altenrhein
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Smartline

Commander / First Officer Cessna C560XLS (m/f/d)

Smartline Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Airport St. Gallen Altenrhein
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Smartline

Commander / First Officer Cessna 525 (m/f/d)

Smartline Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Airport St. Gallen Altenrhein
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Interpersonal

Trainer (SFI/TRI/TRE, all genders)

Interpersonal trainerpool
Vollzeit
Hamburg
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt

Etwas mehr als zwei Monate ist es her, dass die Thomas Cook Group Insolvenz anmeldete. Seither ging es am Hauptsitz der deutschen Tochter Condor drunter und drüber. «Die ersten zwei Wochen herrschte Ausnahmezustand», sagte deren Chef Ralf Teckentrup am Montag (25. November) bei einer Veranstaltung in Frankfurt. «Stündlich standen wir vor neuen Herausforderungen.»

Doch man habe nicht aufgegeben. «Wir haben jede davon entschärfen können. Sonst wären wir heute nicht hier.» Teckentrup ist zuversichtlich, dass Condor die Turbulenzen überstehen, ja sogar gestärkt aus ihnen herausgehen wird.

Mehr Buchungen als erwartet

Die Zahlen für das Ende September abgeschlossene Geschäftsjahr 2018/19 scheinen ihm recht zu geben. Der bereinigte Betriebsgewinn (Ebit) stieg im Vergleich zum Vorjahr um 32,4 Prozent auf 57 Millionen Euro. Den Umsatz steigerte die Fluglinie um sechs Prozent auf 1,7 Milliarden Euro.

Die Flugzeuge sind trotz Turbulenzen gut gefüllt, der Sitzladefaktor liegt bei rund 90 Prozent. Teckentrup ist optimistisch, dass es so weitergeht, denn gegenwärtig überträfe die Buchungsentwicklung die Erwartungen. Man könne den Wegfall von rund 15 Prozent der Passagiere überkompensieren, die via Thomas Cook gekommen sind.

Zuversichtlich, dass man Investor findet

Auf etwas anderes ist Teckentrup fast noch stolzer: Rund 80 Prozent aller Flüge seien pünktlich abgeflogen. Und man habe keinen Flug, der im Flugplan stand, streichen müssen. «Ich sage manchmal, dass ich glaube, dass unsere Flugzeuge eine Seele haben», sagt Teckentrup scherzhaft. Die Jets wüssten offenbar, dass sie jetzt gerade definitiv nicht eine Panne haben dürfen.

All das stimme ihn zuversichtlich, dass Condor wie geplant bis Frühling 2020 das Schutzschirmverfahren abschließen und einen neuen Partner finden kann. Erste unverbindliche Angebote erwartet Teckentrup Anfang Dezember, danach lade man eine Auswahl zu Gesprächen. Details über potenzielle Investoren wollte der Condor-Chef nicht nennen. Bereits vor einigen Wochen hatte er erklärt, das Interesse sei groß.

Langstrecke als Kerngeschäft

Auch von Neuigkeiten der Konkurrenz der vergangenen Tage lässt man sich in Frankfurt nicht verunsichern. Tuifly kündigte an, spätestens ab Winter 2020/21 mit zwei Dreamlinern ab Deutschland auf die Langstrecke zu gehen. Dieses Angebot gehört zum Kerngeschäft von Condor.

Doch genau deshalb ist Teckentrup entspannt. «Die Langstrecke ist ein anderes Geschäft als die Kurz- und Mittelstrecke. Ich nenne sie immer ‹gewalttätig›», so der Airline-Chef. Man könne mit Flügen in die Ferne schnell 10 bis 15 Millionen Euro Verlust pro Flugzeug einfliegen. «Und es gibt Leute, die schaffen das», sagt er.

Tui probierte es schon

Wen genau er damit meint, lässt Teckentrup offen. Aber Fakt ist: Die Ferienlangstrecke ist kein einfaches Geschäft, Geld dort zu verdienen ist hart. Man nehme die Pläne der Wettbewerber aber durchaus ernst. Dennoch sei genau das das Kerngeschäft von Condor, und dass man in 16 Jahren nur einmal keinen Gewinn geschrieben hätte, sei der beste Beweis dafür. Condor hätten die Langstrecken auf jeden Fall «in den letzten Jahren viel Spaß gemacht.»

Tui besetzt als Reisekonzern auch Plätze in Condor-Fliegern – die bald auf die eigenen Flüge wandern könnten. Doch auch da gibt sich der Condor-Chef unbesorgt. «Ich wollte schon immer gerne mehr auf der Langstrecke machen, aber es fehlten die Flugzeuge dafür. Falls eine Strecke wegfällt oder unprofitabel ist, haben wir genug andere Ideen.»

Mehr zum Thema

Airbus A321 von Condor: Wer greift zu?

Offenbar großes Interesse an Condor

Heute treten alle Airlines der Gruppe als Tui auf.

Tuifly geht mit Dreamlinern auf die Langstrecke

Ralf Teckentrup: «Irgendwas machen wir offenbar anders als die anderen.»

«Condor und die Thomas Cook Airlines sind kein Problemfall»

ticker-deutschland

Deutsche Regierung macht ernst mit Bürokratieabbau im Verkehr - Luftverkehrsbranche zufrieden

Video

Airbus A350 F bei den Bodenschwingungstests: Der Flieger wird kräftig durchgeschüttelt.
Vor dem Einsatz muss ein neues Flugzeug zahlreiche Erprobungen bestehen. Airbus hat nun die Bodenvibrationstests des A350 F abgeschlossen. Sie liefern wichtige Erkenntnisse über das Schwingungsverhalten des Frachters und bilden die Grundlage für die Flugerprobung.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
alaska airlines missionarin
Eine christliche Influencerin hielt in einem Flugzeug von Alaska Airlines unaufgefordert eine Rede über Gott und Jesus - und das nicht zum ersten Mal. Nun musste sie am Gate weiterpredigen.
Timo Nowack
Timo Nowack
airbus a321 neo jetsmart sprayer
Sprayer haben am Flughafen Santiago de Chile einen Airbus A321 Neo besprüht, der noch nicht mal ein Jahr alt ist. Es handelt sich um einen von drei Jets im Besitz von Jetsmart, die Wizz-Air-Farben tragen.
Timo Nowack
Timo Nowack