Richard Branson: Er denkt er hat die Wette gewonnen. Sein Rivale sieht das anders.

Richard Branson vs. Willie WalshVirgin Atlantic und der Tritt ins Gemächt

Eine Wette zwischen zwei Managern beschäftigt derzeit die britischen Medien. Dabei geht es um einen ziemlich schmerzhaften Einsatz.

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Eine Million Pfund oder ein Tritt zwischen die Beine – so lässt sich zusammenfassen, was Milliardär Richard Branson in einem Tweet von IAG-Chef Willie Walsh fordert. Das klingt kurios – und ist es irgendwie auch. Doch wie kommt der Unternehmer dazu, so etwas zu schreiben?

Das Ganze begann vor fünf Jahren – im Dezember 2012. Delta Air Lines hatte bekannt gegeben, 49 Prozent von Virgin Atlantic zu kaufen und Willie Walsh – Chef der British-Airways-Mutter IAG – erwähnte gegenüber Journalisten damals, dass er sich vorstellen könnte, dass die Marke Virgin Atlantic damit bald komplett verschwindet.

Lieber ein Tritt zwischen die Beine

Die Aussage gefiel Virgin-Group-Gründer Branson gar nicht. Er forderte den Rivalen heraus, eine Million Pfund zu wetten. Falls die Marke fünf Jahre später noch existiere, müsse Walsh das Geld an Angestellte von Virgin Atlantic spenden. Falls der IAG-Chef recht behalten sollte, wollte Branson dasselbe für die British-Airways-Mitarbeiter tun.

Von Reportern während einer Reise auf Bransons Vorschlag angesprochen, reagierte Walsh mit einem Seitenhieb.  Er gehe auf die Wette ein, aber nur, wenn es darum gehe, ob Branson fünf Jahre später noch die Kontrolle über Virgin Atlantic habe, so der IAG-Chef. Milliardär Branson könne zudem vielleicht einfach so um eine Million Pfund wetten aber er selbst nicht. Darum schlug der Ire vor, stattdessen um einen Tritt in den Schritt zu wetten. «Das würde uns beiden gleich weh tun.»

Und – wer hat nun gewonnen?

Branson akzeptierte die Bedingungen – und am Montag (11. Dezember) lief die Frist ab. Und Branson ist sich sicher, dass er gewonnen hat – immerhin, so schreibt er in einem Blogeintrag, fliegen weiterhin Flugzeuge mit dem Virgin-Logo durch die Welt. Seine Meinung über den Wetteinsatz hat Branson allerdings geändert. Er forderte Walsh auf, jetzt doch eine Million Pfund an die Virgin-Atlantic-Angestellten zu zahlen. Danach, so Branson, lade er den Konkurrenten zum Essen ein und man könne das Kriegsbeil ein für allemal begraben.

So ganz recht hat Branson mit seiner Behauptung allerdings nicht. Denn: Ende Juli dieses Jahres gab Air France-KLM bekannt, 31 Prozent von Virgin Atlantic zu kaufen – wonach Richard Branson nur noch 20 Prozent der Anteile besitzen wird und damit nicht mehr Mehrheitseigner der Airline ist. Branson habe daher klar die Wette verloren, so Walsh laut der britischen Zeitung The Guardian.

Virgin widerspricht

Während die IAG-Pressestelle dazu nichts weiter sagen will, will man bei Virgin das letzte Wort haben. Nein, die Wette habe Walsh damit nicht gewonnen. Denn «technisch gesehen» würden derzeit noch 51 Prozent der Virgin Group gehören, weil der Deal mit Air France-KLM erst im kommenden Jahr vollzogen werde.

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