Vollständige KompensationEasyjet-Passagiere fliegen jetzt CO2-neutral

Die Billigairline macht einen großen Schritt: Easyjet kompensiert ab sofort die Emissionen aller ihrer Flüge.

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Wer seit heute in einen Flieger von Easyjet steigt, fliegt klimaneutral. Die britische Billigairline hat beschlossen, ab sofort ihre durch Treibstoffverbrennung verursachten CO2-Emissionen vollständig zu kompensieren. Man sei damit die «weltweit erste große Airline», die eine Netto-Null-Strategie bei den Treibhausgasen betreibt.

Die Maßnahme ist keineswegs nur wohltätig, sondern hat auch einen kommerziellen Hintergrund. «Menschen haben eine Wahl, wie sie reisen, und immer mehr denken heutzutage über die potenziellen CO2-Belastungen durch verschiedene Verkehrsmittel nach», kommentiert Vorstandsvorsitzender Johan Lundgren. «Unser Ziel ist es, eine der besten Optionen zu sein, für die sie sich entscheiden können.» Easyjet rechnet mit jährlichen Kosten von rund 25 Millionen Pfund oder 29 Millionen Euro.

Aufforstung und Solarkraftwerke

Easyjet ist mit der Maßnahme die erste große Fluggesellschaft der Welt, die ihre CO2-Emissionen vollständig ausgleicht. Die Briten investieren dabei in Projekte zur Aufforstung oder Verhinderung der Abholzung in Südamerika und Afrika. Oder sie finanzieren erneuerbare Energiequellen wie Sonnen-, Wind- oder geothermische Energie oder fördern eine klimaneutrale Lebensweise in Entwicklungsländern, etwa indem in Indien ein Kohlekraftwerk durch ein Solarkraftwerk abgelöst wird.

Dabei werden von Easyjet nur Projekte gefördert, die den strikten Gold Standard oder Verified Carbon Standard einhalten. Dabei wird auch geschaut, ob die Maßnahmen wirklich neu sind und nicht sowieso geplant werden und dass ihre Folgen messbar sind. Bei den meisten anderen Fluggesellschaften müssen die Passagiere ihre Flüge selbst kompensieren. Das tun allerdings nur wenige - bei der Lufthansa-Gruppe etwa werden derzeit nur rund ein Prozent aller Flüge ausgeglichen.

Zusammenarbeit mit Airbus

Die Billigairline weiß, dass die Kompensation die Emissionen zwar neutralisiert, dass sie aber weiterhin entstehen. «Wir sind uns bewusst, dass die heutige Ankündigung der CO2-Kompensation für alle Flüge nur eine Übergangsmaßnahme sein kann, während neue Technologien entwickelt werden», so Lundgren. Um solche voranzutreiben, geht Easyjet eine neue Kooperation ein.

Die Briten forschen zusammen mit Airbus im Bereich des elektrischen Fliegens. «Gemeinsam werden wir die detaillierten technischen Herausforderungen und Anforderungen an Elektro- und Hybrid-Elektro-Flugzeuge für den Einsatz auf der Kurzstrecke in Europa ermitteln», teilt Easyjet in der Mitteilung vom Dienstag (19. November) mit. Bisher setzte sie dabei vor allem auf die amerikanische Jungfirma Wright Electric. Auch diese Kooperation wird fortgesetzt.

Lufthansa setzt auf Biokerosin

Auch Biokerosin - im Branchenjargon Sustainable Aviation Fuels oder kurz SAF genannt - wolle man nutzen, sobald «sie verfügbar und für die kommerzielle Nutzung geeignet sind». Lufthansa setzt vor allem auf diesen Bereich. «In den kommenden 10 bis 15 Jahren ist kein Flugzeug einer neuen Generation verfügbar. In den kommenden 10 bis 20 Jahren gibt es kein revolutionäres neues Triebwerk», sagte Konzernchef Carsten Spohr am Dienstag bei einer Iata-Veranstaltung in Berlin. Deshalb sei Biotreibstoff derzeit die beste Lösung.

Doch Biotreibstoff ist teuer. Lufthansa hat deshalb im August die neue Kompensationsplattform Compensaid gegründet, über die Passagiere den Gebrauch des alternativen Kerosins fördern können. Zugleich haben sie die Chance, ihre Flüge über Aufforstungsprojekte zu kompensieren. Kürzlich wurde das Angebot direkt und prominent in die Buchungsmasken von Lufthansa und Swiss eingebaut. Zudem gab Lufthansa Ende vergangener Woche bekannt, dass ab Januar 2020 sämtliche Flüge von Firmenkunden kompensiert werden sollen.

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Weiterhin arbeitet Easyjet auch mit Wright Electric zusammen, die ein elektrisches Flugzeug entwickelt.

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