Der Airbus A350-1000 ULR mit der Kennung F-WULR ist um 10:43 Ortszeit zum ersten Mal auf australischem Boden gelandet.

Testflug aus ToulouseAirbus A350-1000 ULR glückt Australien-Debüt

Ohne Passagiere, aber mit über tausend Sensoren an Bord, ist der erste Airbus A350-1000 ULR für Qantas Project Sunrise in Melbourne gelandet. Der Testjet legte die Strecke von Toulouse in nicht ganz 20 Stunden zurück, noch in unlackierter Green Livery.

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Es ist rund 20 Minuten vor elf Uhr Ortszeit, als er plötzlich am Himmel über Melbourne auftaucht. Der erste Airbus A350-1000 ULR für Qantas Project Sunrise. Das Ultralangstreckenflugzeug mit der Kennung F-WULR dreht ein und landet um 10:43 Uhr Ortszeit auf der kürzeren Piste des Flughafens der zweitgrößten Stadt Australiens. Genau 19 Stunden und 13 Minuten nach ihrem Abflug in Toulouse. Zeitweise haben rund 70.000 Menschen den Flug bei Flightradar24 verfolgt.

Der Flug von Europa nach Australien ist Teil einer insgesamt 75 bis 80 Flugstunden umfassenden Zertifizierungskampagne für den Airbus A350-1000 ULR. Der europäische Hersteller will damit zeigen, dass das Flugzeug die extremen Anforderungen des Project Sunrise erfüllt. Dank eines zusätzlichen Treibstofftanks mit 20.000 Litern Fassungsvermögen kann das Flugzeug künftig bis zu 22 Stunden ohne Zwischenlandung in der Luft bleiben.

Neun Personen und ganz viel Messtechnik an Bord des Airbus A350-1000 ULR

An Bord des Erstflugs waren keine Passagiere, sondern neun Besatzungsmitglieder und über tausend Sensoren. Sie messen Treibstoffverbrauch, Temperaturen, Druck, Belüftung und die Belastung der Flugzeugstruktur. Sogar die Sitze geben Wärme ab und simulieren so hunderte Passagiere, damit die Klimaanlage unter realistischen Bedingungen getestet werden kann.

Qantas möchte mit dem Project Sunrise direkte Nonstop-Verbindungen von Australiens Ostküste nach London und New York anbieten. Angekündigt hat die australische Airline das Vorhaben schon 2017. Nach mehreren Verzögerungen sollen die ersten Flüge von Sydney nach London und New York im Herbst 2027 starten.

Airbus A350-1000 ULR kommt in Grün

Der jetzt eingesetzte Testjet wird später übrigens selbst für Qantas mit der Kennung VH-OJB fliegen, ist aber am 24. Juli noch ohne die spätere Qantas-Lackierung in Melbourne gelandet. Der Rumpf trägt noch die sogenannte Green Livery, also die unlackierte, grünlich-graue Composite-Oberfläche. Tragflächen und Triebwerke sind dagegen schon weiß und mit dem roten Qantas-Logo versehen.

Das erste ausgelieferte Flugzeug wird allerdings nicht der aktuelle Testflieger sein, sondern das Flugzeug mit der Seriennummer MSN814. Qantas hat zwölf Airbus A350-1000 ULR bei Airbus bestellt und wird sie mit sechs First-Class-Suiten, 52 Business-Class-Suiten, 40 Premium-Economy- und 140 Economy-Sitzen sowie der sogenannten Wellbeing Zone ausstatten, in der sich Passagiere während der bis zu 22 Stunden langen Flüge bewegen und dehnen können.

Rückflug wird länger dauern

Nach Informationen des Portals Flightglobal ist der Rückflug für den 27. Juli geplant. Der Rückflug soll 23 Stunden dauern, da die Besatzung dabei Systeme vom Treibstofftransfer bis zur Klimaanlage testen wird.

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