Crew des Testflugzeugs: Sie sorgt dafür, dass der Airbus A350-1000 ULR auf Herz und Nieren geprüft wird.

Jet für QantasAirbus schickt A350-1000 ULR auf Rekordflug von Toulouse nach Melbourne

Bevor der Airbus A350-1000 ULR für Qantas Passagiere nonstop von Sydney nach London fliegt, muss er sich noch einmal beweisen. Airbus schickt das neue Langstreckenflugzeug deshalb auf einen der längsten Testflüge überhaupt.

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Wenn der Airbus A350-1000 ULR am 24. Juli in Melbourne landet, wird er bereits fast einen ganzen Tag unterwegs gewesen sein. Airbus schickt das speziell für Qantas entwickelte Langstreckenflugzeug nonstop von Toulouse nach Australien. Das bestätigte die Airline dem Portal Executive Traveller. Mit rund 17.000 Kilometern gehört die Verbindung zu den längsten Testflügen, die der europäische Flugzeugbauer je durchgeführt hat.

Der Flug dient nicht in erster Linie dazu, einen Rekord aufzustellen. Airbus will nachweisen, dass der A350-1000 ULR, der aktuell noch die französische Testregistrierung F-WULR trägt, die extremen Anforderungen von Project Sunrise erfüllt. Dank eines zusätzlichen Treibstofftanks mit 20.000 Litern Fassungsvermögen soll das Flugzeug später bis zu 22 Stunden ohne Zwischenlandung in der Luft bleiben können. Genau das braucht Qantas für ihre geplanten Nonstopverbindungen von Sydney nach London und später auch nach New York.

Keine gewöhnliche Kabine an Bord des Airbus A350-1000 ULR

An Bord befindet sich deshalb keine gewöhnliche Kabine. Das Flugzeug ist mit mehreren Tonnen Messtechnik ausgestattet. Mehr als tausend Sensoren überwachen während des Fluges unter anderem den Treibstoffverbrauch, Temperaturen, Druckverhältnisse, die Belüftung sowie die Belastung der Flugzeugstruktur. Selbst die Sitze geben Wärme ab, um die Anwesenheit hunderter Passagiere im Airbus A350-1000 ULR zu simulieren und die Klimaanlage unter realistischen Bedingungen zu testen.

Auf den Sitzen befinden sich Fake-Passagiere, mit Wasser gefüllte Röhren, die auch Wärme abgeben können.

Dass das Flugzeug ausgerechnet nach Melbourne fliegt, ist dennoch bemerkenswert. Denn die Stadt galt zuletzt eher als Verliererin von Project Sunrise. Die ersten sechs Airbus A350-1000 ULR sind fest für die neuen Prestigeverbindungen von Sydney nach London und New York vorgesehen. Melbourne schien zunächst außen vor zu bleiben.

Ab Frühjahr fliegt Airbus A350-1000 ULR innerhalb Australiens

Ganz leer ausgehen wird die Metropole im Süden Australiens aber wohl nicht. Nach der Auslieferung des ersten Airbus A350-1000 ULR im Frühjahr 2027 soll das Flugzeug zunächst auf Trainingsflügen zwischen Sydney und Melbourne eingesetzt werden und im Herbst auf die Ultra-Langstrecke gehen. Zudem deutet Qantas an, dass später auch andere Langstrecken mit dem neuen Modell bedient werden könnten.

Der jetzt eingesetzte Testjet wird später übrigens selbst für Qantas fliegen. Dann wechselt die Registrierung zu VH-OJB. Nach Abschluss der Erprobung erhält er seine endgültige Kabine mit sechs First-Class-Suiten, 52 Business-Class-Suiten, 40 Premium-Economy- und 140 Economy-Sitzen sowie der sogenannten Wellbeing Zone, in der sich Passagiere während der bis zu 22 Stunden langen Flüge bewegen und dehnen können.

Project Sunrise gab es bei Qantas schon einmal

Project Sunrise knüpft bewusst an die Geschichte der Airline an. Während des Zweiten Weltkriegs verband Qantas Australien mit Sri Lanka auf den legendären Double Sunrise-Flügen. Die Flugboote waren so lange unterwegs, dass die Passagiere zwei Sonnenaufgänge erlebten. Rund 80 Jahre später soll der Airbus A350-1000 ULR zeigen, wie weit sich die Technik seitdem entwickelt hat.

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