Und die Auftragsbücher sind voll: Ende September 2026 hatte der europäische Flugzeugbauer offene Bestellungen für 11 A350 F, 519 A350-900 und 253 A350-1000. Airbus nennt keine aktuelle Produktionsrate, Konzernchef Guillaume Faury deutete im Juli gegenüber Zulieferern aber an, dass sie aktuell bei acht bis neun A350 pro Monat liegen könnte.
«Steigerung der Produktionsrate für A350 ist unvermeidlich»
Im Jahr 2025 hatte der Hersteller 57 Exemplare ausgeliefert (42 A350-900 und 15 A350-1000), was einer durchschnittlichen Lieferrate von nur knapp fünf Flugzeugen pro Monat entsprach. Ziel für 2028 ist eine Produktionsrate von monatlich zwölf.
Lars Wagner, Chef von Airbus' Zivilflugzeugsparte, sagte am Mittwoch (14. Oktober) vor Journalistinnen und Journalisten in Toulouse: «Der Markt verlangt ganz klar mehr nach Flugzeugen. Eine Steigerung der Produktionsrate für den A350 ist unvermeidlich.»
Nachfrage von Top-Kunden nach einem längeren A350
Da die einzige A350-Endmontagelinie - sie befindet sich in Toulouse - aber auf zwölf Exemplare begrenzt sei, erwäge man eine zweite Endmontagelinie. «Es ist eine wichtige Entscheidung, deshalb werden wir sie dem Verwaltungsrat vorlegen, aber das wird eher früher als später geschehen», so Wagner. Auf die Frage nach dem Standort ging er nicht ein.
Gefragt nach einem verlängerten A350 - gehandelt unter dem Namen A350-2000 -, sagte Wagner, bei Gesprächen mit Airline-Chefs in aller Welt merke er, dass es ganz klar eine Nachfrage gebe «von unseren Top-Kunden nach einem längeren A350». Die Nachfrage nach dem Stretch-A350 ziele auf die Zeit noch vor der Mitte der 2030er-Jahre ab.
Kommt es zum Duell A350-2000 vs. Boeing 777-10?
Daher mache man sich derzeit Gedanken und erstelle ein Geschäftsszenario, um wohlüberlegte Entscheidungen zu treffen, so Wagner. Auch dabei gelte, man wolle das eher früher als später tun. Zum Triebwerk für einen A350-2000 äußerte er sich nicht.
Wieso A350-Produktion auch für kleinere Jets wegweisend wird
Airbus-Manager Wagner sagte in Toulouse, natürlich hingen die Überlegungen über eine Verlängerung des A350 und über eine zweite Produktionslinie zusammen, dennoch sei die eine Entscheidung nicht von der anderen abhängig: «Die Nachfrage ist stark genug, um über eine Rate von zwölf hinauszugehen, auch ohne Stretch.»
Zudem erklärte Wagner, eine neue A350-Endmontage müsse Fortschritte beim Produktionssystem bringen, etwa durch mehr Automatisierung und Robotisierung. So wolle man auch einen Übergang schaffen für einen großen Fortschritt beim Produktionssystem für künftige Kurz- und Mittelstreckenjets, da das aktuelle vom Prinzip her 50 bis 60 Jahre alt sei.
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