Flugzeuge von Transavia, KLM und Air France (Montage): Bald kommen neue Airlines hinzu.

Wegen Erweiterung um SAS und TapDer Name Air France-KLM verschwindet

Aus zwei Nationalairlines entstand ein europäischer Luftfahrtkonzern. Nun könnte Air France-KLM den traditionsreichen Namen ablegen – auch, um neue Fluggesellschaften wie SAS und allenfalls Tap markentechnisch stärker einzubinden.

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Das Wachstum zu einer der drei großen Airline-Gruppen Europas begann anders als bei Lufthansa Group. Während der deutsche Konzern durch Übernahmen von Konkurrentinnen in den Nachbarländern entstand, stand am Anfang von Air France-KLM eine Fusion. 2004 schlossen sich die französische und die niederländische Nationalairline zusammen.

Air France und KLM sind weiterhin mit Abstand die beiden größten Fluggesellschaften im Konzern. Daneben gehören auch die Regionaltöchter Air France Hop und KLM Cityhopper, die Billigairlines Transavia und Transavia France sowie die Frachtanbieter Air France Cargo, Martin Air und KLM Cargo zu Air France-KLM. In den kommenden Monaten wird die Gruppe aber auch die Mehrheit an SAS übernehmen. Aktuell hält sie 19,9 Prozent der Aktien. Künftig wird sie 60,5 Prozent besitzen.

Air France-KLM: «Gruppe um neue Marken erweitern»

Und dabei soll es nicht bleiben. Denn Air France-KLM hat auch ein Angebot für Tap Air Portugal abgegeben. Und dem niederländisch-französischen Konzern werden allgemein leicht bessere Chancen zugestanden als der Konkurrentin Lufthansa Group. Bei einem Erfolg würde er nochmals wachsen - und das Gewicht der Gründungsairlines würde sinken.

Konzernchef Benjamin Smith will deshalb den Namen des Konzerns ändern. Die Zeitung De Telegraaf schreibt, das Topmanagement sei bereits über die Namensänderung informiert worden. Wie er lauten wird, ist noch nicht bestimmt. Weder Air France noch KLM werden aber im Namen verbleiben, so viel steht fest. «Es ist absolut sinnvoll, über einen neuen Namen nachzudenken, da wir planen, die Air-France-KLM-Gruppe um neue Marken zu erweitern», erklärte ein Sprecher des Konzerns gegenüber dem Blatt.

The Blue Group?

Und weiter: «Der derzeitige Name spiegelt schließlich nur unsere beiden historischen Marken wider». Bei Air France-KLM zirkuliert bereits der Name The Blue Group. Der Sprecher betont jedoch, es sei noch keine endgültige Entscheidung gefallen.

Air France-KLM würde damit den Weg von IAG gehen, der International Consolidated Airlines Group um British Airways und Iberia, zu der auch Aer Lingus, Level und Vueling gehören. Lufthansa Group dagegen hat für die Gruppe zwar kürzlich eine neue Markenidentität geschaffen. Der Name der Kernairline Lufthansa verblieb dabei aber im Namen.

Widerstände bei KLM, Vorteile im Kampf um Tap

Die Entscheidung, den Namen zu ändern, kommt allerdings im Konzern nicht überall gut an. Vor allem in den Niederlanden soll gemäß dem Bericht des Telegraaf die Befürchtung umgehen, dadurch werde KLM noch mehr Autonomie verlieren. Im Kampf um Tap dagegen könnte der Schritt ein Pluspunkt sein. Er signalisiert, dass es sich um eine Gruppe handelt, in der alle Fluggesellschaften gleichberechtigt sind. Air France-KLM hat in den Gesprächen mit der Regierung Portugals als Verkäuferin bereits klargemacht, dass die portugiesische Nationalairline künftig eine «zentrale Rolle» im Konzern einnehmen soll.

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