Airbus A320 Neo von Tap am Gate: Wer greift zu?

TeilprivatisierungAir France-KLM verspricht Tap eine zentrale Rolle im Konzern

Tap ist zum begehrtesten Übernahmeziel Europas geworden. Air France-KLM, Lufthansa und IAG arbeiten an ihren Offerten – nun legt der französisch-niederländische Konzern erstmals offen, welche Rolle die portugiesische Airline im eigenen Netzwerk spielen könnte.

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In Madrid, Paris und Frankfurt arbeiten Stäbe von Führungskräften und Beratenden derzeit emsig an einem ganz speziellen Dossier. Im Dezember hat die portugiesische Regierung IAG, Air France-KLM und Lufthansa Group ausgewählt, um bei der nächsten Phase der Teilprivatisierung von Tap dabei zu sein. Die staatliche Holding Parpública will vorerst 44,9 Prozent der Aktien der Fluggesellschaft verkaufen. Bis am 2. April müssen die drei Konzerne ihre Offerten einreichen.

Air France-KLM hat sich nun erstmals etwas konkreter zu seinen Plänen mit Tap Air Portugal geäußert. Vergangene Woche habe man sich mit der Führung der portugiesischen Fluggesellschaft in Lissabon getroffen, erklärte Steven Zaat, Finanzchef des französisch-niederländischen Konzerns am Donnerstag (19. Februar) bei der Präsentation der Jahreszahlen. Es seien «angenehme Gespräche» gewesen, zitiert ihn das Portal Dinheiro Vivo.

Air France-KLM: Wir arbeiten «sehr kooperativ»

Man habe dabei klargemacht, dass Tap künftig eine «zentrale Rolle» im Konzern einnehmen könne, so Zaat. Dass das keine leeren Worte seien, unterstrich er mit einem Hinweis auf die Anwesenden auf dem Podium. Bei Air France-KLM arbeite man «sehr kooperativ» und eng mit den Fluggesellschaften zusammen. «Wie Sie sehen können, sind wir hier mit Niederländern, Kanadiern und Franzosen, alle zusammen», betonte der Finanzchef. «Letztendlich kommt es darauf an, was sie wollen, womit sie sich wohlfühlen und womit wir uns in unserem gemeinsamen Ansatz wohlfühlen», so der Finanzchef weiter.

Vorstandsvorsitzender Benjamin Smith betonte seinerseits, dass «das derzeitige Streckennetz von Tap das der Gruppe sehr gut ergänzt», insbesondere bei den Verbindungen nach Südamerika: «Ein strategischer Einstiegspunkt in Lateinamerika von der Iberischen Halbinsel aus wäre für uns ideal», erklärte er. Entscheidend seien jedoch auch Kaufpreis, Governance-Struktur und die Rolle des portugiesischen Staates.

Tap ist der letzte große Preis in Europas Konsolidierung

Lufthansa Group buhlt ebenfalls um Tap. Durch eine Kooperation mit ihr werde Lissabon als atlantisches Drehkreuz im Netzwerk Gruppe gestärkt, erklärte sie vergangenen November. «Die Konnektivität zwischen Europa und anderen Weltregionen wie Südamerika, Afrika oder Nordamerika könnte ausgebaut werden.»

Nach dem Einstieg von Air France-KLM bei SAS - dieses Jahr will der Konzern seine Beteiligung auf 60,5 Prozent aufstocken - und der Übernahme von ITA Airways durch die Lufthansa-Gruppe sind zwei wichtige Konsolidierungskandidaten bereits vom Markt verschwunden. Andere mögliche Ziele haben ebenfalls an Reiz verloren: Finnair und Lot gelten wegen der anhaltenden Sperrung des russischen Luftraums auf absehbare Zeit als weniger attraktiv. Damit rückt Tap Air Portugal in den Mittelpunkt.

Tap hat starke Position Richtung Südamerika

In der laufenden Konsolidierungswelle gilt die portugiesische Nationalairline als die letzte größere und strategisch interessante Übernahmeoption in Europa. Besonders wertvoll ist ihre starke Position im Verkehr zwischen Europa und Brasilien, dem wichtigsten Markt in Südamerika. Auf diesen Strecken kommt die portugiesische Fluggesellschaft auf einen Marktanteil von 24 Prozent – und liegt damit deutlich vor allen anderen europäischen Wettbewerbern.

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