Tap Air Portugal: Wer bekommt den Zuschlag?

Angebote zu ähnlichLufthansa und Air France-KLM müssen bei Tap nachlegen

Portugal wollte das Rennen um Tap eigentlich auf einen Bewerber reduzieren. Doch Lufthansa und Air France-KLM liegen mit ihren Angeboten so dicht beieinander, dass beide nachbessern dürfen.

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Doch daraus wird vorerst nichts. Nicht, weil eines der Angebote enttäuscht hätte. Sondern weil sich offenbar kein klarer Sieger herauskristallisiert hat. Die beiden Offerten seien zwar unterschiedlich, lägen in ihrer Gesamtbewertung aber «sehr nah beieinander», erklärte Präsidentschaftsminister António Leitão Amaro laut der Nachrichtenagentur Lusa.

Lufthansa Group und Air France-KLM müssen ihre Angebote verbessern

Portugal schickt deshalb beide Bewerber in eine weitere Runde. Gleichzeitig hat die Regierung den Zeitrahmen für den Verkaufsprozess offiziell bis zum 31. Dezember 2026 verlängert, berichtet sas Portal Eco. Drei Wochen lang will die Regierung nun noch einmal mit Lufthansa und Air France-KLM verhandeln. Die staatliche Beteiligungsholding Parpública wird beide Konzerne dazu einzeln einladen. Anschließend müssen sie endgültige und verbesserte verbindliche Angebote einreichen.

Erst danach will sich Portugal für einen Bewerber entscheiden und mit diesem in die allerletzte Verhandlungsphase gehen. Die Regierung begründet den zusätzlichen Schritt ausdrücklich mit dem knappen Rennen. Die Angebote seien «insgesamt so nah beieinander», dass eine weitere Runde mit beiden im nationalen Interesse liege, so Leitão Amaro.

Das wollen Lufthansa und Air France-KLM mit Tap

Dabei geht es um mehr als die Frage, wer mehr für Tap bezahlt. Portugal bewertet auch die geplanten Investitionen, die Entwicklung der Flotte, Synergien sowie Pläne für Wartung und nachhaltige Treibstoffe. Hinzu kommen Verpflichtungen gegenüber den Beschäftigten. Die Regierung verlangt außerdem Garantien für die Marke Tap, den Unternehmenssitz, das Drehkreuz Lissabon und strategisch wichtige Strecken.

Air France-KLM sieht Tap als Ergänzung seiner Multi-Derehkreuz-Strategie und will neben Lissabon auch die Anbindung anderer portugiesischer Städte wie Porto entwickeln. Lufthansa setzt unter anderem auf weiteres Wachstum im wichtigen Brasiliengeschäft sowie ebenfalls auf einen Ausbau in Lissabon und Porto. Der deutsche Konzern ist bereit, zunächst eine Minderheitsbeteiligung zu übernehmen, möchte aber Einfluss auf die operative Führung bekommen.

Einstieg bei Tap ohnehin erst 2027 möglich

Zum Verkauf stehen zunächst 44,9 Prozent von Tap. Weitere fünf Prozent sind für die Beschäftigten reserviert. Sollten diese ihren Anteil nicht vollständig übernehmen, kann der ausgewählte Investor über ein Vorkaufsrecht auch diese Aktien erwerben. Die verbindlichen Angebote von Lufthansa und Air France-KLM waren am 29. Juli eingegangen. Am 1. September legte die staatliche Beteiligungsholding Parpública der Regierung ihre Bewertung vor. Nach dem bisherigen Zeitplan hatte eigentlich noch im September der bevorzugte Bewerber feststehen. Jetzt dauert es noch länger.

Bis Lufthansa oder Air France-KLM tatsächlich bei Tap einsteigt, vergeht aber ohnehin noch Zeit. Wegen der notwendigen Prüfungen und Genehmigungen auf europäischer Ebene wird die Übertragung der Beteiligung erst im Sommer 2027 erwartet.

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