MS-21-300-Testflieger: Einer mit russischem Triebwerk (links), einer mit amerikanischem.

Volga-Dnepr hat InteresseRussland plant MS-21- und Superjet-Frachter

Die russischen Flugzeuge Superjet und MS-21 sollen nicht nur den Passagiermarkt erobern. Auch Cargo-Varianten sind in Planung. Ein potenzieller Erstkunde steht bereit.

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Russlands Priorität beim Superjet ist, den Flieger russischer und verlässlicher zu machen. Bei der Irkut MS-21 liegt der Fokus auf der erfolgreichen Zertifizierung des Flugzeugs und auf der geplanten Erstauslieferung im Frühjahr 2022. Bei beiden Fliegern stehen außerdem längere Versionen zur Debatte. Doch jetzt kommt ein ganz neuer Aspekt hinzu.

Denn das Luftfahrtkonsortium UAC, zu dem Superjet und Irkut MS-21 gehören, arbeitet an Frachtversionen der beiden Flugzeuge. Das sagte Irkut-Manager Oleg Gulyaev laut der Nachrichtenagentur Interfax. Als potenzielle Käufer nannte er die russische Post sowie private Frachtunternehmen mit dem Fokus auf E-Commerce.

Superjet-Frachter in zwei Jahren bereit?

Durch den Online-Handel, bei dem viele verhältnismäßig kleine und leichte Pakete schnell transportiert werden müssen, sind zunehmend auch kleinere Flugzeuge als Frachter gefragt, nicht mehr nur Riesen wie Boeing 777 oder Antonov An-124. Umbaufrachter von Boeing 737 und Airbus A321 sind daher aktuell sehr beliebt, auch Lufthansa Cargo bekommt mindestens zwei A321-Cargoflieger. Die MS-21 spielt ebenfalls in dieser Größenordnung.

Einen Superjet-Frachter könnte es in rund zwei Jahren geben, sagte Gulyaev. Für eine mögliche Cargoversion der MS-21 nannte er keinen Zeitplan. Allerdings hat sich dafür schon ein potenzieller Erstkunde zu Wort gemeldet: die Volga-Dnepr-Gruppe.

Potenzieller Erstkunde schon gefunden

Die Volga-Dnepr-Führung um Chef Alexey Isaykin traf sich in der vergangenen Woche auf der Luftfahrtschau Maks in Moskau mit Vertretern von Irkut. «Während des Besuchs erörterten die Unternehmen die Möglichkeit der Produktion einer Frachterversion», schreibt Volga Dnepr. «Angesichts der Kapazitätsengpässe, der steigenden Nachfrage nach Frachtern und des weltweit zunehmenden Frachtaufkommens befindet sich die Irkut Corporation in einer günstigen Position, um mit dem Frachterprogramm zu beginnen.»

Weiter heißt es: «Die Volga-Dnepr-Gruppe könnte ein möglicher Erstkunde für die Frachterversion der MS-21-200 werden.» Die MS-21-200 ist die geplante kleinere Variante der MS-21 mit einer Länge von 36,98 Metern. Derzeit in der Flugerprobung befindet sich die größere MS-21-300, welche es auf eine Länge von 42,3 Metern bringt.

Volga-Dnepr für Frachtriesen bekannt

Die Frachtfluggesellschaft Volga-Dnepr selber betreibt nur große Flieger vom Typ Antonov An-124 und Ilyushin Il-76. Allerdings gehört zur Gruppe etwa auch die Tochter Aviatrans Cargo Airlines, die mit kleineren Boeing 737-400 und -800 Fracht fliegt. Die Tochter Air Bridge Cargo setzt wiederum auf große Boeing 747 und Boeing 777.

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