Dornier 328 von Private Wings: Kein Start in Lugano.

Private WingsDeutsche Airline darf nicht in Lugano starten

Private Wings möchte Flüge von Lugano nach Genf und Zürich durchführen. Doch die deutsche Fluggesellschaft bekommt keine Bewilligung - obwohl der Flughafen großes Interesse hat.

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Die 77 Angestellten des Aeroporto di Lugano blicken bang auf den 5. April. Dann findet eine Volksabstimmung über die Frage statt, ob die Stadt den Flughafen mit mehr als 5 Millionen Franken oder umgerechnet 4,7 Millionen Euro unterstützt und ihn so vor der Insolvenz rettet. Bei einem Nein an der Urne werden sie alle entlassen.

Lugano ist seit dem Ende der Flüge von Swiss ist Lugano endgültig in Schieflage geraten. Der Flughafen besitzt mit Ausnahme von zwei saisonalen Verbindungen keine Linienflüge mehr. Ihm fehlen deshalb Einnahmen. In dieser heiklen Lage zeigt eine deutsche Fluggesellschaft konkretes Interesse, eine Basis am Airport zu eröffnen. Doch sie darf nicht.

Hindernis Luftfahrtgesetz

Private Wings möchte die Südschweizer Stadt mit Genf und Zürich verbinden. Die Strecken wurden früher von Swiss und Etihad Regional/Darwin bedient. «Wir hätten dazu mindestens eine Dornier 328 in Lugano stationiert», erklärt Geschäftsführer Frank Kusserow gegenüber aeroTELEGRAPH. Doch Private Wings kann in der Südschweiz nicht loslegen. «Und dies trotz tollen Engagements des Flughafens», so Kusserow.

Der deutschen Fluggesellschaft wurde von der Schweizer Luftfahrtbehörde die Durchführung von Inlandsflügen untersagt. «Die gewerbsmäßige Beförderung von Personen oder Gütern zwischen zwei Orten in der Schweiz ist schweizerischen Unternehmen vorbehalten», erklärt ein Sprecher des Bundesamtes für Zivilluftfahrt Bazl. Er verweist auf dabei auf Artikel 32 des Luftfahrtgesetzes.

«Das perfekte Flugzeug»

Fluggesellschaften aus der EU dürfen zwar unbeschränkt Flüge von der Schweiz zu Zielen in der Union und umgekehrt durchführen. Doch das gilt nicht für Inlandsflüge. Da herrscht ein Kabotageverbot. Bei Private Wings hat man jedoch auf eine Ausnahme gehofft. «Die Zeit hat bewiesen, dass sich bislang kein anderer Betreiber mit Flugzeugen in unserer Klasse entsprechend engagiert hat», so Kusserow.

Der Geschäftsführer von Private Wings vermutet, dass kein Schweizer Anbieter Flugzeuge in der Größe einer Dornier Do 328 zur Verfügung stellen könne, mit welchen sich die Strecken auch rechnen. Deshalb sei kein anderer Interessent aufgetaucht. Die Dornier 328 sei für die beiden «Routen und die Auslastung das perfekte Flugzeug», so Kusserow. Sie bietet 32 Plätze.

Kein Schweizer Anbieter

Auch beim Flughafen Lugano kann man die Entscheidung der Behörden nicht verstehen. «Wir sind nicht zufrieden», erklärt eine Sprecherin. Und man sei unzufrieden mit der Sturheit des Bundesamtes für Zivilluftfahrt. «Es gibt derzeit ja keine Schweizer Fluggesellschaft, die den Flug von Lugano nach Genf wieder aufnehmen kann.»

Im Spätsommer 2018 hatte Skywork Airlines konkret Interesse an den Flügen Lugano - Genf gezeigt. Sie betrieb Saab 2000 und Dornier 328. Doch wenige Tage später musste die Schweizer Regionalairline ihren Betrieb einstellen und Insolvenz anmelden. Die Charterairline Zimex hat zwar Gespräche mit dem Flughafen Lugano über Linienflüge geführt, aber zuletzt abgelehnt.

Flotte von elf Flugzeugen

Private Wings wurde 1991 gegründet. Die Fluggesellschaft mit Sitz in Berlin besitzt eine Flotte von elf Flugzeugen, acht Dornier 328, zwei Dornier 328 Jet und eine Beechcraft 1900D.  Sie ist vor allem als Charteranbieterin tätig und fliegt besonders oft Fußballvereine.

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