Fake News: Angebliches Bild des Airbus A220 in Kittlä - doch es ist nicht echt.

KI-BilderDie vielen Fake News rund um den Airbus A220 von Swiss, der in Kittilä in den Schnee geriet

Am Flughafen Kittilä hat eine starke Windböe einen Airbus A220 von Swiss auf dem Rollweg gedreht und verschoben. Nun muss sich die Schweizer Fluglinie mit falschen Bildern herumschlagen, die angeblich den Vorfall zeigen.

Top-Jobs

Weeze

Verkehrsleiter vom Dienst (w/m/x)

Flughafen Niederrhein GmbH
Weeze
Feste Anstellung
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
DERTOUR Logo

Virtuelle Reisebetreuung (m/w/d)

Reiseveranstalter
DERTOUR Destination Services AG
Home Office
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

CAMO Engineer f/m/d (full time) in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
DERTOUR Logo

Reiseleiter (m/w/d)

Reiseveranstalter
DERTOUR Destination Services AG
Griechenland
Spanien
Portugal
Top jobs

Wintersturm Hannes blies heftig. Wie heftig, zeigte sich am Samstag (27. Dezember) am Flughafen Kittilä in Lappland. Zwei Flugzeuge kamen dort unabhängig voneinander als Folge des starken Windes von den Rollwegen ab: ein Airbus A220-300 von Swiss und ein Businessjet. Beide rutschten in Schneeverwehungen. Verletzt wurde niemand.

Der A220 von Swiss war um kurz nach 16 Uhr aus Genf kommend mit rund 150 Fluggästen gelandet und unterwegs zum Gate, als ihn heftiger Seitenwind von der Rollbahn drückte. Nahezu zeitgleich geriet auch der Businessjet mit weniger als zehn Insassen in eine Schneewehe.

Swiss fliegt Mechaniker aus Zürich nach Kittilä

Auf Anfrage von aeroTELEGRAPH präzisiert ein Swiss-Sprecher, dass der A220 sich zwar auf dem Rollweg befand, aber nicht rollte. Das Flugzeug stand «mit angezogenen Bremsen auf dem Rollweg», so der Sprecher der Schweizer Lufthansa-Tochter. «Eine starke Windböe drehte das Flugzeug seitlich und schob es an den Rand des Schnees.» Nachdem der Wind nachgelassen habe, sei der Airbus A220 auf seine Parkposition in Kittilä geschleppt worden.

Swiss flog anschließend einen Mechaniker aus Zürich ein. Der überprüfte das Fahrwerk visuell und gab den A220 wieder frei für einen Überführungsflug ohne Passagiere nach Zürich.

Video zeigt, wie Airbus A220 auf Dach zu liegen kommt

Was in Sozialen Netzwerken und manchen Medienberichten zu sehen ist, sieht aber teilweise ganz anders und viel dramatischer aus. So veröffentlichte etwa der Luftfahrt-Youtuber Aaron Rheins ein kurzes, computergeneriertes Video zu dem Vorfall, in dem zu sehen ist, wie ein A220 von Swiss sich in der Luft um 180 Grad dreht und schließlich auf dem Dach im Schnee zum Liegen kommt. Das ist aber natürlich nicht geschehen.

Wer sich mit dem Vorfall nicht beschäftigt hat, könnte dennoch glauben, die Visualisierung von Rheins zeigt, was in Kittilä geschehen ist. Nicht jedem, der das Video sieht, fällt auf, dass im Video kurz die Textzeile eingeblendet ist «Not this aggressively lol» - also ein Hinweis, dass die Vorgänge nicht so drastisch waren, wie in diesem Moment zu sehen ist.

Swiss stuft auch anderes Bild als nicht authentisch ein

Derweil kursieren auch undramatischere Bilder zum Vorfall - aber nicht minder gefälschte. So zeigt das Portal The Traveller ein Bild, das zeigt, wie der A220 von einem Schleppfahrzeug aus dem Schnee gezogen wird. Daneben stehen ein Feuerwehrfahrzeug sowie elf Personen in Warnkleidung. Im Hintergrund ist ein Businessjet zu sehen, sowie ein kleines Flughafenterminal.

Das Bild sieht sehr echt aus. Es verfügt weder über einen Bildquelle, die zeigt, wer die Aufnahme gemacht hat, noch gibt es einen Hinweis auf Erstellung des Bildes durch Künstliche Intelligenz. Dennoch geht die Schweizer Fluggesellschaft davon aus, dass auch dieses Bild mit KI erstellt wurde und stuft es als nicht authentisch ein. Zu Recht: The Traveller weist im Kleingedruckten in ihren Geschäftsbedingungen darauf hin, dass alle verwendeten Bilder KI-generiert sind - zu Illustrationszwecken.

«Die dargestellte Position des Flugzeugs ist nicht korrekt»

«Zum Zeitpunkt des Vorfalls war es dunkel, das Bild zeigt hingegen eine Dämmerungssituation», erklärt der Swiss-Sprecher. «Die dargestellte Position des Flugzeugs ist nicht korrekt, es kann unmöglich in dieser Weise vor dem Terminal gestanden haben.»

Zudem sehe das Terminal in Kittilä gemäß der dortigen Swiss-Stationsleitung in Finnland nicht wie abgebildet aus. Weiterhin sei auf dem Bild der hintere Frachtraum des A220 geöffnet, «was in einer solchen Situation kein Standardverfahren darstellt», so der Sprecher.

Fahrzeuge passen nicht zum Flughafen Kittilä

Und: «Es ist eine ungewöhnlich große Anzahl von Personen rund um das Flugzeug abgebildet, obwohl die Warnlichter eingeschaltet sind, was darauf hindeutet, dass die Triebwerke noch in Betrieb sind.» Außerdem würden die auf dem Bild gezeigten Schleppfahrzeuge sowie Feuerwehrfahrzeuge gemäß den Cockpitcrews und der Stationsleitung von Swiss am Flughafen Kittilä nicht eingesetzt, sagt der Swiss-Sprecher.

Der Vorfall und die beiden Beispiele zeigen eine Herausforderung, der Airlines, aber auch Leserinnen und Leser im Internet und Redaktionen gegenüberstehen: Mit KI erzeugte und nicht so gekennzeichnete Bilder erwecken schnell einen falschen Eindruck von dem, was wirklich passiert ist.

Swiss: «Kein realistisches Bild des Ereignisses»

So erklärt auch Swiss, man verurteile diese Art der Berichterstattung ausdrücklich. «Solche Bilder mögen spektakulär wirken und Aufmerksamkeit generieren, sie vermitteln jedoch kein realistisches Bild des Ereignisses und tragen nicht zu einer sachlichen Einordnung bei», sagt der Sprecher.

Auch aeroTELEGRAPH nutzt KI-generierte Bilder - allerdings ausschließlich als Symbolbilder. Sie dienen der illustrativen Einordnung von komplexen Themen und werden nie für tatsächliche Ereignisse, Personen oder konkrete Situationen verwendet. Sämtliche KI-Bilder sind in der Bildquelle klar und transparent mit den Buchstaben KI gekennzeichnet, sodass für Leserinnen und Leser jederzeit ersichtlich ist, dass es sich um künstlich erzeugtes Bildmaterial handelt.

365 Tage Luftfahrtjournalismus – fair, fundiert und unabhängig. Damit das so bleibt, brauchen wir Ihre Unterstützung. Schon für den Preis eines Getränks am Flughafen genießen Sie aeroTELEGRAPH zudem auch werbefrei. Jetzt hier klicken und abonnieren

Mehr zum Thema

ticker-swiss

Zweiter Airbus A350 von Swiss verzögert sich

ticker-swiss

Airbus A320 von Swiss muss Start abbrechen

ticker-swiss

Swiss fliegt auch im Sommer 2026 wieder nach Heringsdorf

ticker-swiss

Swiss und Kühne+Nagel setzen zusammen auf Solar-Treibstoff

Video

Erster Being 737-800 Kombifrachter: Air Inuit hat das Flugzeug am 13. Januar in den Liniendienst aufgenommen.
Fast fünfzig Jahre prägten röhrende 737-200 C den Alltag im Norden Québecs. Jetzt hebt erstmals eine Boeing 737-800 Kombi für Air Inuit ab – mit 90 Sitzen, Palettenfracht und als Weltpremiere.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Das Doomsday Plane bei der Landung in Los Angeles. Rarer Vogel.
In Los Angeles tauchte erstmals seit Langem wieder eine Boeing E-4B öffentlich auf. Während der Ersatz für die Weltuntergangsflugzeuge der USA bereits entsteht, absolvierte der alternde fliegende Kommandoposten einen ungewöhnlichen Rundflug über das Land.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
alaska airlines
Die amerikanische Fluggesellschaft ist Boeing-Kundin durch und durch. Das zeigte sie bisher auch auf jedem ihrer Flugzeuge - mit der Aufschrift Proudly All Boeing. Nun hat Alaska Airlines ihren Slogan angepasst.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies