ETF-Jet über der Stadt Cavtat: Könnte so aussehen.

GründungsfieberFast 100 neue Airlines hoffen auf Boom nach der Krise

Die Corona-Krise wird noch viele Insolvenzen zur Folge haben. Gleichzeitig sind auf der ganzen Welt neue Fluggesellschaften geplant. Auch in Europa.

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So schlecht wie seit Ausbruch der Covid-19-Pandemie ging es der Luftfahrtbranche noch nie. Um über 90 Prozent brachen die Passagierzahlen und entsprechend auch die Umsätze zwischenzeitlich ein. Zwar erholt sich die Reisetätigkeit nach und nach wieder. Dennoch  mussten seit Beginn letzten Jahres bereits rund 40 Airlines aufgeben.

Doch in der Branche geht man davon aus, dass die große Pleitewelle erst noch kommt. «Natürlich wird es eine Konsolidierung geben», sagte vergangene Woche Iata-Generaldirektor Willie Walsh im aeroINSIDER-Talk von aeroTELEGRAPH. Viele Fluglinien würden schrumpfen und andere in Geldnöte geraten, sobald sie den Betrieb wieder hochfahren und die Kosten für Kerosin und Arbeitskräfte schultern müssen, die derzeit wegfallen. «Zusammen macht das rund 50 Prozent der Kosten aus», sagte der Iata-Chef.

In ganz Europa Dutzende Airlines geplant

Doch was Walsh auch sagte: «Wenn Airlines verschwinden, bietet das Möglichkeiten für andere, neue tauchen auf.» Tatsächlich versuchen es gerade ziemlich viele Unternehmerinnen und Unternehmer neu in der Branche, wie Zahlen des Leasinganbieters Avolon zeigen, über die die Zeitung Wall Street Journal zuerst berichtete. Fast 100 neue Fluggesellschaften werden dieses Jahr auf der ganzen Welt gegründet.

Bereits vergangenes Jahr begann der Trend. In Deutschland etwa machten sich Lübeck Air und Green Airlines startklar. Auch im restlichen Europa entstehen einige neue Fluggesellschaften. Slowenien etwa soll nach der Pleite von Adria Airways mit Southeast Airlines eine neue Nationalairline erhalten. Sie entstand, nachdem sich Mitarbeiter von Adria Airways zusammentaten.

Viel Konkurrenz in Norwegen

In Süditalien soll Litorali Airlines ab Apulien nach Albanien fliegen. Gleichzeitig gründen Unternehmer im ganzen Land neue regionale Fluggesellschaften, so etwa die bereits gestartete Ego Airways und die noch in der Planungsphase befindliche Kairos Air. In Kroatien will eine neue Charterfluggesellschaft ins Geschäft einsteigen. ETF Airways plant, mit mindestens einer Boeing 737-800 Touristen zur Adriaküste fliegen.

In Norwegen will im November eine neue Billigairline loslegen: Norse Atlantic Airways plant Flüge mit Boeing 787 zwischen Europa und den USA. Als Investoren mit an Bord sind die Norwegian-Gründer Bjørn Kjos und Bjørn Kise. Mit Dreamlinern will die Airline Flüge ab Oslo sowie ab europäischen Städten wie London und Paris in die USA anbieten.

Neue Konzepte

Ebenfalls in Norwegen soll schon bald die neue Airline Flyr abheben. Unternehmer Erik G. Braathen will, dass seine Fluggesellschaft mit Boeing 737 norwegische Inlandsflüge und Flüge in europäische Metropolen anbietet. Einen interessanten Ansatz wählt die Airline, um sich vom Rest der Branche abzuheben. Buchungen werden nur via App möglich sein. Mit Hilfe von künstlicher Intelligenz werden Angebot und Preisgestaltung für jeden Passagier personalisiert, um den Bedürfnissen «bestmöglich zu entsprechen», wie es von Flyr heißt.

In der oben stehenden Bildergalerie sehen Sie einige der in Europa neu geplanten Airlines.

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