Boeing 747 F von KLM: Muss noch länger fliegen.

Wegen Verspätung bei Airbus A350 FDie Boeing 747 sollte bei KLM in Rente gehen – nun muss sie länger arbeiten

Weil sich der neue Airbus A350 F deutlich verspätet, muss KLM Cargo ihre betagten Boeing 747 F länger betreiben als geplant. Chefin Marjan Rintel findet: Langfristig muss sich etwas ändern bei der Lieferdisziplin der Hersteller.

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Lieferengpässe sind in der Luftfahrt inzwischen fast schon zum Alltag geworden. Airlines warten auf neue Flugzeuge, auf Ersatzteile oder auf Triebwerke. Nun trifft das Problem auch den Frachtermarkt. Bei KLM Cargo zwingt die verspätete Einführung des neuen Airbus A350 F die Fluggesellschaft dazu, deutlich länger als geplant mit ihren Boeing 747 F zu fliegen. Insgesamt fliegen drei Jumbo-Jet-Frachter für sie. Sie haben ein Durchschnittsalter von rund 23 Jahren.

«Die Airbus A350 F werden sich um mindestens anderthalb Jahre verspäten», sagte KLM-Chefin Marjan Rintel am Rande der diesjährigen Generalversammlung des Airline-Dachverbands Iata zu aeroTELEGRAPH. Ursprünglich habe man mit ersten Auslieferungen im Jahr 2026 gerechnet. Inzwischen sei klar, dass dieser Zeitplan nicht mehr zu halten sei. «2027 wird es auf jeden Fall», so Rintel. Wie groß die Verzögerung am Ende tatsächlich ausfallen werde, könne derzeit niemand seriös abschätzen.

Airbus A350 F sollte Boeing 747 F ersetzen

Für KLM hat das direkte Auswirkungen auf den Betrieb. Die niederländische Fluggesellschaft setzt weiterhin Boeing 747-400 ERF ein, die eigentlich durch die neuen Airbus-Frachter ersetzt werden sollten. «Das wird unseren Betrieb erheblich beeinflussen», sagte Rintel. Gerade in Amsterdam sei das ein Problem. Der Flughafen kämpft seit Jahren mit Kapazitätsbeschränkungen und erlebt politischen Diskussionen über Lärm. «Es hilft da nicht, wenn man gezwungen ist, mit älteren Flugzeugen weiterzufliegen.»

Mit ihrer Kritik steht die KLM-Chefin nicht allein. Viele Airlines beklagen derzeit Verzögerungen bei Flugzeug- und Triebwerksherstellern. Die Branche leide unter Lieferproblemen, mangelnder Zuverlässigkeit und steigenden Kosten, sagte Rintel. Die Situation sei langfristig nicht tragbar.

Teile des A350 F werden in USA produziert - da gibt es Probleme

Hinter den Verzögerungen beim Airbus A350 F stehen offenbar Probleme in der Lieferkette. Airbus hat einige Kunden bereits über weitere Verspätungen informiert. Als Ursache gelten Schwierigkeiten bei der Produktion wichtiger Rumpfbauteile in einem Werk im Bundesstaat North Carolina, das Airbus erst vor Kurzem übernommen hat. Branchenvertreter berichten zudem von Personalproblemen während der Integration des Standorts. Auch bei den Frachttoren des neuen Flugzeugs soll es zu Verzögerungen gekommen sein.

Für Airbus ist der A350 F eines der wichtigsten Programme im Frachtmarkt. Der neue Frachter basiert auf dem Langstreckenflugzeug A350-1000 und soll ältere Großraumfrachter wie die Boeing 747 F schrittweise ersetzen. Mit einem Frachtvolumen von 695 Kubikmetern und dem nach Herstellerangaben größten Frachttor der Branche richtet sich das Modell vor allem an Airlines, die besonders große oder sperrige Güter transportieren. Airbus hat inzwischen mehr als 100 Festbestellungen für den A350 F eingesammelt.

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