Airbus A340-300 von Mahan Air bei der Landung im Jemen: Der Airport ist seit zehn Jahren gesperrt.

Mahan AirAirbus A340 aus dem Iran landet an seit zehn Jahren gesperrtem Flughafen

Ein Airbus A340 von Mahan Air weicht auf einen seit über zehn Jahren gesperrten Flughafen aus, nachdem Regierungstruppen die Landebahn in Sanaa beschossen haben. Die Regierung hat den gesamten Luftverkehr ausgesetzt.

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Der Jemen ist seit elf Jahren ein geteiltes Land. Die Houthi-Rebellen stürmten 2014 die Hauptstadt Sanaa und vertrieben die international anerkannte Regierung. Faktisch beherrschen sie seitdem den Nordwesten des Landes inklusive der Hauptstadt Sanaa und der Rotmeerküste. Unterstützt werden sie vom Iran. Die gewählte Regierung floh nach Aden im Süden und wird seit 2015 militärisch von einer saudi-arabisch geführten Koalition unterstützt.

Von den gut 20 Flughäfen im Jemen werden aktuell nur sechs im regulären Linienverkehr genutzt. Fünf davon liegen im Herrschaftsgebiet der international anerkannten Regierung. Mit einem Anteil von rund 76 Prozent aller Flüge ist Aden der mit Abstand wichtigste des Landes. An den übrigen vier Regierungsflughäfen findet nur sporadischer Verkehr statt.

Regierung lässt Flughafen Sanaa beschiessen

Den Houthis bleibt nur der Flughafen der Hauptstadt Sanaa. Zuletzt gab es ein paar Flüge nach Jordanien und Indien. Doch damit ist es seit dem 13. Juli vorbei. Regierungstruppen haben die Start- und Landebahn zerschossen, um die Landung eines Airbus A340-300 von Mahan Air zu verhindern. An Bord des Langstreckenflugzeugs soll eine Houthi-Delegation gewesen sein, die am 9. Juli an der Beisetzung des Obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei teilgenommen hatte.

Vorausgegangen war ein diplomatischer Streit. Iran hatte offiziell um Erlaubnis für den Sonderflug von Teheran nach Sanaa gebeten. Die jemenitische Regierung lehnte ab und bot stattdessen an, die Houthi-Vertreter mit einem Flieger der Nationalairline Yemenia zurückzuholen. Die Houthis lehnten ab und wollten mit dem Airbus A340 von Mahan Air fliegen. Jemens Verteidigungsminister Taher al-Aqili ließ daraufhin die Landebahn in Sanaa angreifen und den gesamten zivilen Luftverkehr des Landes bis auf Weiteres einstellen.

Flughafen Hodeidah seit 2015 geschlossen

Schließlich ist der Airbus A340-300 auf dem von den Houthis kontrollierten Flughafen Hodeidah, der seit 2015 für den zivilen Luftverkehr gesperrt ist, gelandet. Er hat eine 3000 Meter lange Piste und dient den Rebellen vor allem militärischen Zwecken, weswegen er mehrfach Ziel von US-Luftschlägen war.

Offenbar ist es den Rebellen zusammen mit ihren iranischen Verbündeten dennoch gelungen, die Infrastruktur des Flughafens Hodeidah wieder instand zu setzen. Bilder in sozialen Medien zeigen zwar, dass die Landung des Airbus A340 von Mahan Air massiv Sand aufwirbelte und die Grasflächen entlang der Bahn völlig überwuchert sind. Dennoch gelang die Landung des Großraumjets offenbar problemlos.

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