Boeing 777X auf dem Gelände in Everett: Immer mehr fertige Flugzeuge stehen geparkt am Boden.

WH007Boeing verschrottet eine Boeing 777X noch vor dem ersten Abheben

Sechs Jahre stand die siebte je gebaute Boeing 777X in Everett. Jetzt ist klar: Das Flugzeug wird nie fliegen. Boeing hat es 2025 verschrottet.

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In Frankfurt wartet man schon seit sechs Jahren auf die erste Boeing 777X. Lufthansa sollte die erste Airline weltweit werden, die Boeings neues Langstreckenflugzeug in die Flotte aufnimmt. Nur kurz danach sollte auch Emirates das erste Modell übernehmen. Doch die Boeing 777X ist weiter nicht zertifiziert und so wartet man in Frankfurt und Dubai voraussichtlich noch bis Anfang/Mitte 2027 auf die ersten Modelle.

Noch bevor eine Airline die erste Boeing 777X in Empfang nehmen konnte, wurde jetzt bekannt, dass ein erstes Exemplar des modernen Langstreckenflugzeugs bereits verschrottet wurde. Das bestätigte Boeing-Verkehrsflugzeugchefin Stephanie Pope vor Journalisten am Sonntag vor dem Beginn der Farnborough Airshow bei London, berichtet die Seattle Times.

Boeing 777X war für Emirates bestimmt

Verschrottet wurde die siebte jemals gebaute Boeing 777X mit der Kennung WH007. Das Flugzeug wurde im Juli 2019 fertiggestellt und stand seitdem auf dem Boeing-Gelände in Everett. Das Pikante: Das Flugzeug war für Emirates bestimmt, denn die Klappflügel des Jets waren in den Emirates-Farben lackiert. Laut dem Portal The Air Current sollte das Flugzeug als A6-EZT an die Golf-Airline gehen.

Daraus wurde bekanntlich nichts. Die Boeing 777X stand sechs Jahre auf dem Betriebsgelände und wurde 2025 nach den Recycling-Standards der Industrie zerlegt, wie es bei Boeing heißt. Laut Pope wurde der Vorgang in den Finanzzahlen von Boeing bereits berücksichtigt. Zusätzliche Kosten durch die Verschrottung muss der Konzern deshalb nicht separat ausweisen.

Rund 30 Boeing 777X müssen angepasst werden

Die verschrottete Boeing 777X gehörte zu den Exemplaren, die nach einem frühen Konfigurationsstandard gefertigt wurden. Laut verschiedenen Quellen soll Boeing auf rund 30 Exemplaren sitzen, die vor dem eigentlichen Serienmodell gebaut wurden.

Im April sagte Boeing-Chef Kelly Ortberg, dass der Konzern ein eigenes Team aufgelegt hat, das sich damit beschäftigt, die vorproduzierten Jets auf den neuesten Stand zu bringen, bevor sie ausgeliefert werden können. Die sogenannten Change-Incorporation-Arbeiten sollen sich über mehrere Jahre hinziehen. Das Flugzeug mit der Kennung WH007 wird das nicht mehr erleben.

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