Vor rund zwei Wochen hat Boeing die erste 777-9 in Serienausführung in die Luft gebracht. Das Flugzeug mit der Seriennummer 60598 wird an Lufthansa gehen. Aufgrund des langwierigen Entwicklungs- und Zertifizierungsprozesses des Modells hat der Flugzeugbauer aber schon zuvor viele der Flugzeuge gebaut. Der Erstflug fand bereits im Januar 2020 statt.
Die ersten vier gebauten Exemplare der 777-9 sind Testflieger. Sie tragen die Kennzeichen N779XW, -X, -Y und -Z. Seit Sommer 2025 ist zudem ein seriennäheres Exemplar, das später gebaut wurde und das Kennzeichen N2007L trägt, als fünfter Testflieger im Einsatz.
Rund 30 bereits gebaute Boeing 777-9 brauchen Nachrüstung
Alle 777-9, die vor dem ersten Serienmodell entstanden, und eines Tages für eine Airline fliegen sollen, brauchen sogenannte Change-Incorporation-Arbeiten, wie Boeing-Chef Kelly Ortberg kürzlich sagte. Diese Nachrüstungen, um die Flugzeuge auf den neuesten Stand zu bringen, sollen sich insgesamt über mehrere Jahre erstrecken. Betroffen sind rund 30 Jets.
Die Auslieferungen der Boeing 777-9 sollen im ersten Quartal 2027 beginnen. Dann könnten zuerst recht neue Flugzeuge wie die 60598 für Lufthansa an die Kunden gehen. Die Frage ist derweil: Wie geht Boeing mit den 30 Jets um, die älter sind? Sie sind eigentlich vorgesehen für Emirates, Qatar Airways, ANA All Nippon Airways, Lufthansa und Singapore Airlines. Doch je älter die Flugzeuge sind, desto weniger dürften sich die Kunden über sie freuen.
Fluggesellschaften nicht begeistert von 777-9 aus dem Lager
Das Portal Leeham News berichtet, dass eine namentlich nicht genannte Fluglinie keine Exemplare akzeptieren will, die bereits eingelagert waren. Auch andere Kunden würden Abneigung gegen die Übernahme von Flugzeugen aus dem Lagerbestand äußern.
Weiter schreibt das Portal, Emirates-Präsident Tim Clark habe öffentlich erklärt, dass er kein Interesse an solchen Fliegern habe. Ein wörtliches Zitat von Clark dazu gibt es nicht. Allerdings hatte er in der Vergangenheit mehrfach Dinge zur 777-9 gesagt wie: «Wir werden kein Flugzeug akzeptieren, bevor es nicht zu 100 Prozent vertragsgemäß funktioniert.»
Sorge vor «Terrible Teens» wie einst bei der Boeing 787?
Hinter aeroTELEGRAPH steckt mehr als eine Website: ein Team erfahrener Journalistinnen und Journalisten, das fliegt, recherchiert und einordnet – Tag für Tag. Mit Ihrer Unterstützung bleiben wir unabhängig und Sie lesen werbefrei. Jetzt hier klicken und abonnieren