Boeing 777-9 von Lufthansa (Rendering): Die große Version der Passagiervariante der 777X.

Airbus A340-300 fliegen längerLufthansa plant den Sommer 2027 lieber ohne die Boeing 777X

Boeing stellt Lufthansa die erste 777-9 weiterhin für Anfang 2027 in Aussicht. Doch Konzernchef Carsten Spohr plant zunächst lieber ohne sie: Im Sommerflugplan steht keine einzige 777X. Stattdessen müssen Airbus A340-300 länger fliegen - und das ausgerechnet bei hohen Treibstoffpreisen.

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Boeing sagt weiterhin, dass Lufthansa ihre erste Boeing 777-9 im ersten Quartal 2027 bekommen soll. Lufthansa-Group-Chef Carsten Spohr verlässt sich bei der Planung aber lieber nicht darauf. Für den Sommerflugplan 2027 plant die Fluggesellschaft vorerst mit keiner einzigen 777-9. Stattdessen bleiben mehr Airbus A340-300 im Einsatz als ursprünglich vorgesehen.

«Wie viele es dann wirklich sind und wie viele wir im Sommer wirklich einsetzen können, da gibt es große Fragezeichen», sagte Spohr am Montag (28. September) über die 777-9 bei einer Veranstaltung vor Journalistinnen und Journalisten in Frankfurt. Wer sich den Sommerflugplan 2027 anschaue, werde deshalb keine Boeing 777-9 darin finden. Lufthansa habe entschieden, eine größere Zahl der älteren Airbus A340-300 aktiv zu halten. «Wir haben inzwischen entscheiden müssen, dass der Plan B, nämlich A340-300 in größerer Zahl aktiv zu halten, inzwischen zum Plan A geworden ist», so Spohr.

Airbus A340 statt Boeing 777-9 bedeuten für Lufthansa höhere Kosten

Das ist für Lufthansa keine besonders günstige Lösung. Spohr verwies selbst darauf, was es bedeutet, wenn Boeing 777-9 nicht kommen und stattdessen Airbus A340-300 eingesetzt werden müssen, «die eigentlich gar nicht mehr fliegen sollten». Was er meint: Ältere Flugzeuge bedeuten einen größeren Wartungsaufwand. Gleichzeitig belasten die hohen Treibstoffpreise den Konzern. Bei einem Ölpreis von mehr als 100 Dollar werde die zusätzliche Treibstoffrechnung nach Spohrs Einschätzung wohl sogar höher ausfallen als die von ihm zuvor genannten 1,5 Milliarden Euro in diesem Jahr.

Die A340-300 sollen daher nicht länger als nötig einspringen. Sobald die zweistrahligen Boeing 777X tatsächlich zur Verfügung stehen, will Lufthansa entsprechend alte Vierstrahler aus der Flotte nehmen und die 777-9 auf deren Strecken einsetzen.

Nicht alle Boeing 777 X sind für Lufthansa akzeptabel

Spohrs Skepsis kommt nicht aus dem Nichts. Einige der für Lufthansa gebauten 777-9 stehen schon seit Jahren bei Boeing. Bei älteren Exemplaren ist noch offen, ob Lufthansa sie überhaupt für den kommerziellen Betrieb übernehmen wird. Spohr hatte Anfang August erklärt, der Konzern spreche mit Boeing darüber, welche Flugzeuge man nicht akzeptieren werde und welche sich modernisieren ließen. Bei letzteren wäre Lufthansa bereit zur Übernahme, sofern Boeing sich finanziell beteiligt.

Hintergrund sind die zahlreichen Änderungen, die Boeing während des langwierigen 777X-Programms vorgenommen hat. Rund 30 bereits gebaute Flugzeuge müssen vor der Auslieferung auf den aktuellen Stand gebracht werden. Boeing-Chef Kelly Ortberg hatte erklärt, dass der Aufwand umso größer sei, je früher ein Flugzeug gebaut wurde. Bei älteren Jets seien teilweise auch strukturelle Änderungen nötig.

Airbus A350-1000 für Lufthansa soll im November kommen

Lufthansa sind mehrere solcher frühen 777-9 zugeteilt. Die mutmaßliche D-ABTA wurde bereits im Mai 2020 in Everett gesichtet. Die D-ABTG, die im Mai 2026 zu ihrem Erstflug startete, ist dagegen die erste 777X in Serienausführung. Zwischen beiden Maschinen liegen fünf weitere für Lufthansa vorgesehene Exemplare. Wie viele der älteren Jets der Konzern letztlich übernimmt, ist noch Gegenstand der Gespräche mit Boeing.

Boeing ist allerdings nicht der einzige Hersteller, bei dessen Lieferplan Spohr ein Fragezeichen setzt. Lufthansa erwartet auch ihren ersten Airbus A350-1000 noch in diesem Jahr. Der sei für November angekündigt, sagte der Konzernchef. Ob die weiteren Jets danach tatsächlich in der ursprünglich versprochenen Frequenz eintreffen, müsse man jedoch abwarten.

100 Flugzeuge für Lufthansa Group in 100 Wochen

Dabei bekommt Lufthansa Group derzeit so viele neue Flugzeuge wie nie zuvor. 26 seien in diesem Jahr bereits eingetroffen, weitere 20 würden noch erwartet, so Spohr. Über die kommenden 100 Wochen rechnet der Konzern insgesamt mit 100 Auslieferungen. Doch ausgerechnet bei den neuen Langstreckenjets bleiben Unsicherheiten.

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