Airbus A220 von Air Baltic: Die hohen Kerosinpreise machen der Airline Sorgen.

Müssen Staat oder Lufthansa helfen?Steigender Kerosinpreis treibt Air Baltic in die Enge

Die lettische Nationalairline ist schon länger defizitär. Der steigende Kerosinpreis bringt sie nun arg in Bedrägnis. Deshalb verhandelt Air Baltic mit ihren Gläubigern. Oder müssen der Staat und Lufthansa mit einer Kapitalerhöhung zur Hilfe eilen?

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Die meisten Kennzahlen zeigen zwar nach oben. Der Umsatz von Air Baltic stieg vergangenes Jahr um vier Prozent auf 779 Millionen Euro. Auch unter dem Strich wurden die Zahlen besser. Doch gut sieht anders aus. Vergangenes Jahr flog die lettische Fluggesellschaft immer noch einen Verlust von 44,3 Millionen Euro ein - nach 118 Millionen im Vorjahr. Oder anders gesagt: mit jedem Euro, den sie einnimmt, verliert sie 5 Cent.

Und so konnte Air Baltic im Jahr 2025 ihre Schulden nicht abbauen. Während die langfristigen Verbindlichkeiten zum Ende des Jahres um 23 Millionen auf noch 1,2 Milliarden Euro sanken, stiegen die kurzfristigen um 121 auf 474 Millionen Euro. Und das macht dem Management Sorgen. Besonders, weil sich das Marktumfeld dramatisch verändert hat.

An den Finanzmärkten macht man sich Sorgen um Air Baltic

Der Iran-Krieg hat den Kerosinpreis beinahe verdoppelt. Und Air Baltic hat lediglich ein Zehntel des Jahresbedarfs über so genanntes Hedging preislich abgesichert. Mit anderen Worten: Sehr bald werden die gestiegenen Treibstoffkosten voll in die Erfolgsrechnung der lettischen Fluggesellschaft einfließen. An den Finanzmärkten macht man sich deshalb bereits Sorgen. Die Anleihe von Air Baltic, die 2029 zur Zahlung fällig wird, wird inzwischen nur noch zu 41 Prozent ihres Nennwerts gehandelt. Das bedeutet, die Investoren erachten das Risiko als sehr groß an, dass die Fluggesellschaft das Geld nicht zurückzahlen kann.

Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg jetzt meldet, verhandelt Air Baltic deshalb aktuell mit Gläubigern über eine Schuldenumstrukturierung. Dabei geht es vor allem um die Anleihe über 380 Millionen Euro, die am 14. August 2029 fällig wird. Die Letten wollen erreichen, das Geld entweder erst später zurückzahlen zu müssen oder die hohe Zinslast von 14,5 Prozent zu reduzieren.

Staat und Lufthansa Group sind größte Aktionäre

Gemäß Bloomberg leidet Air Baltic auch unter der teilweise am Boden stehenden Flotte sowie der schwachen Nachfrageentwicklung seit der Pandemie. Als Alternative prüft das Management auch eine Kapitalerhöhung. Dies bestätigte Finanzchef Vitolds Jakovlevs kürzlich bei der Bekanntgabe der Jahreszahlen. Aktuell hält der lettische Staat 88 Prozent der Anteile, Lufthansa Group gehören weitere zehn Prozent (siehe Grafik).

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