Evakuierung des AIrbus A321 Neo von Frontier Airlines: Viele nehmen ihr Gepäck mit.

Passagiere mit Handgepäck«Lasst die Taschen! Euer Leben ist wichtiger»: Chaos bei Evakuierung des Airbus A321 Neo von Frontier Airlines

Nach dem tödlichen Zwischenfall auf der Startbahn in Denver geriet auch die Evakuierung des Airbus A321 Neo in den Fokus. Erneut haben zahlreiche Passagiere trotz Rauchentwicklung ihr Handgepäck mitgenommen. Nun ermitteln die Behörden.

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Was am vergangenen Freitag (8. Mai) kurz nach 23:00 Uhr auf der Piste 17L des Flughafens Denver International geschah, ist ein tragischer Zwischenfall. Ein Triebwerk des Airbus A321 Neo mit dem Kennzeichen N646FR erfasste während des Starts eine Person, die sich unbefugt auf der Startbahn befand. Nach ersten Informationen soll diese rund zwei Minuten zuvor den Sicherheitszaun des Flughafens überwunden haben.

Die Crew von Flug F9-4345 von Frontier Airlines brach den Start ab, nachdem es zu einem kurzen Triebwerksbrand gekommen war. Im Kabineninneren wurde anschließend Rauch wahrgenommen. An Bord des A321 Neo mit Ziel Los Angeles befanden sich 224 Passagiere und sieben Besatzungsmitglieder. Sie mussten den Flieger über Notrutschen verlassen.

Passagiere verlassen Flugzeug mit Handgepäck

Was bei der Evakuierung ablief, kann fast als zweite Tragödie des Tages bezeichnet werden. «Lasst die Taschen! Euer Leben ist wichtiger», appellieren die Flugbegleitenden von Frontier Airlines an die Reisenden, wie Videos aus den sozialen Medien zeigen. Die Aufnahmen belegen aber auch, wie sich sehr viele Reisende an nichts hielten, was die Crew sagte. Auf den Aufnahmen sieht man, wie sehr viele der Passagiere ihr Gepäck seelenruhig zusammensuchen und danach mit ihrem - teilweise riesigen - Handgepäck die Notrutschen hinunterrutschen.

Der Fall in Denver ist nur das jüngste Beispiel, bei dem Reisende ihr Gepäck mitgenommen haben. Im März 2025 mussten Passagiere eines Jets von American Airlines in Denver nach einem Triebwerksbrand über Notrutschen das Flugzeug verlassen – viele mit Gepäck. Im vergangenen Herbst zog die US-Luftfahrtbehörde FAA Konsequenzen und forderte die Fluggesellschaften auf, ihre Evakuierungsverfahren zu überarbeiten, von den Durchsagen bis zur Ausbildung der Besatzungen.

NTSB hat Ermittlungen zu Evakuierung aufgenommen

Die Evakuierung des Frontier-Fluges hat nun auch die Unfallermittlungsbehörde NTSB auf den Plan gerufen. Laut einer Sprecherin sammle man Informationen über die Evakuierung, um festzustellen, ob die Kriterien für eine Sicherheitsuntersuchung erfüllt seien. International gilt die Vorschrift, dass ein Verkehrsflugzeug im Ernstfall in 90 Sekunden vollständig geräumt werden können muss.

Das Öffnen von Gepäckfächern und das Hervorkramen von Gepäck unter dem Sitz kann wertvolle Sekunden kosten. Und die entscheiden manchmal über Leben und Tod. Zudem versperren Reisende mit Gepäckstücken die Gänge. Und auf der Rutsche kann es gefährlich sein, den Koffer mitzunehmen, weil man andere damit verletzen kann und durch das zusätzliche Gewicht schneller wird, was die Wahrscheinlichkeit von Verletzungen bei der Landung erhöht.

Japan als positives Vorbild

Dabei gibt es international massive Unterschiede. Während Reisende aus den USA besonders häufig ihr Handgepäck mitnehmen, sind japanische Passagiere das genaue Gegenteil. Als im Januar 2024 am Flughafen Tokio-Haneda ein Airbus A350 von Japan Airlines nach einer Kollision mit einem Küstenwachflugzeug vollständig ausbrannte, kam keiner der 367 Passagiere und 12 Besatzungsmitglieder ums Leben.

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