Jet von Thomas Cook Airlines: Der Mutterkonzern schaffte die Wende nicht mehr.

Pleite von Thomas CookDer schwierige Weg in der Mitte

Nicht Billigflieger, aber auch keine große Netzwerk-Airline: Der Weg in der Mitte ist für Fluggesellschaften schwierig. Das zeigt die Insolvenz von Thomas Cook.

Top-Jobs

k5 logo

Captain A320 (m/w/d)

K5-Aviation GmbH
München, Hamburg, Stuttgart
Feste Anstellung
Business Aviation
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
logo-gi-group

Teamleiter (gn) am Flughafen Hamburg

Hamburg
Feste Anstellung
Gi Group Recruiting
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair Logo

Kapitän C680A (all genders) mit Zusatzaufgaben

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair Logo

Deputy Continuing Airworthiness Manager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

In seinen 31 Jahren in der Luftfahrtbranche hat John Plueger etliche Fluggesellschaften kommen und gehen gesehen. Die britische Thomas Cook Airlines war diese Woche eine weitere. Auch an sie hat Air Lease Corporation, welcher der Amerikaner seit drei Jahren vorsteht, Airbus A321 und A330 vermietet. Nach der Pleite fragte aeroTELEGRAPH den erfahrenen Manager und Leasingprofi nach seiner Einschätzung.

«Thomas Cook Airlines war eine gute Fluggesellschaft, aber ich denke, am Ende des Tages hat das Modell des Mutterkonzerns einfach nicht funktioniert», so Plueger. Die Geschäftsmodelle von Fluggesellschaften entwickelten sich im Wesentlichen in zwei Kategorien: zum einen die althergebrachten sogenannten Legacy- oder Full-Service-Carrier, zum anderen Billig- und Ultrabillig-Airlines. «Wenn du irgendwo in der Mitte bist, musst du sehr, sehr vorsichtig mit deinem Geschäftsmodell sein», sagt der Air-Lease-Chef.

Air Berlin fehlte die Fokussierung

Auch wenn es bedauerlich sei: «Ich denke ich, dass die Insolvenz von Thomas Cook einfach ein Nebenprodukt der natürlichen Evolution der Branche ist.» Wie eine Airline auf dem Mittelweg ohne klaren Fokus scheitert, zeigte schon Air Berlin: Sie startete erfolgreich als Ferienflieger, bot dann aber auch Linienflüge von Kurz- bis Langstrecke an, hatte dabei jedoch kein so umfassendes Angebot und keine finanzielle Stärke wie etwa Lufthansa.

Germania dagegen war als Ferienflieger fokussierter, konnte im Preiskampf mit Billigfliegern aber dennoch nicht genug Gewinn machen. Nicht nur die Konkurrenz durch Ryanair und Co. ist für Touristikkonzerne, Veranstalter und eben auch Ferienflieger eine Herausforderung. Auch mit Diensten wie Airbnb stellen immer mehr Urlauber ihre Reise im Internet selber zusammen, statt eine Pauschalreise zu buchen.

Auch Eurowings sucht ihren Weg

Ein weiteres, wenn auch ganz anderes deutsches Beispiel für den schwierigen Mittelweg ist Eurowings. Angesichts schwindender Gewinne kündigte Lufthansa für ihre Billigtochter im Juni «weitere Turnaround-Maßnahmen» an. Dazu gehöre eine «klare Fokussierung auf Kurzstrecken im Punkt-zu-Punkt-Verkehr». Zugleich macht sie in Lowcost-Manier immer mehr Bordverpflegung kostenpflichtig und rationiert sogar Spucktüten.

Wie es mit Thomas-Cook-Tochter Condor weitergeht, ist ungewiss. Mit einem staatlich abgesicherten Kredit und einem Schutzschirmverfahren will der deutsche Ferienflieger sich neue Eigentümern suchen. Interesse wird dem Billigairline-Investor Indigo Partners nachgesagt. Sollte der wirklich einsteigen, könnte sich Condor aus der Mitte wegbewegen.

Mehr zum Thema

Filiale von Thomas Cook in Palma: Eine lange Krisengeschichte.

Wie Thomas Cook in die Krise schlitterte

Visualisierte Jets von drei der vier Indigo-Partners-Beteiligungen: Gehört Condor bald dazu?

Billigairline-Riese an Condor interessiert

Airbus A321 von Thomas Cook Airlines: Gute Chancen auf dem Leasingmarkt.

Flugzeuge von Thomas Cook sind heiß begehrt

ticker-condor-gelb

Condor lockert Gepäckregeln und vereinheitlicht Standards

Video

Der Moment vor der Berührung: Die Boeing 767 von United fliegt extrem niedrig an.
Eine Boeing 767 von United Airlines ist bei der Landung in Newark extrem tief geflogen. Neue Videoaufnahmen zeigen nun von außen, wie das Hauptfahrwerk den Lastwagen auf der Autobahn berührte.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Moment der Kollision: Zum Glück verletzte sich der Fahrer nur leicht.
Eine Boeing 767 von United Airlines berührte beim Anflug in Newark einen Lastwagen und einen Lichtmast. Flug UA169 landete dennoch sicher. Brisant: Weder Cockpit noch Flugsicherung registrieren die Kollision zunächst.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Rundflug zur Aero Friredrichshafen: Blick auf die Insel Mainau
Auf der Aero Friedrichshafen wurden die Flugzeuge ausgestellt und bewegten sich nicht – außer das von Alpen Air. Die kleine deutsche Airline hob ab und zeigt, wie sich die Allgemeine Luftfahrt wirklich anfühlt. Ein kurzer Flug, der lange im Kopf bleibt.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies