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Flugzeuge von Thomas Cook sind heiß begehrt

Ein Großteil der Flotte von Thomas Cooks Fluglinien gehört Leasinggebern. Einige bereiten schon die Weitergabe der Flugzeuge an andere Fluglinien vor.

Simeon Lüthi/aeroTELEGRAPH

Airbus A321 von Thomas Cook Airlines: Gute Chancen auf dem Leasingmarkt.

Mit der Insolvenz der Thomas Cook Group sind am Montag (23. September) plötzlich Dutzende Flugzeuge gegroundet worden. Von den fünf Fluglinien des Reisekonzerns musste als erster der englische Ableger den Betrieb einstellen, mehr könnten folgen. 150.000 Passagiere von der Insel sind davon betroffen, die britische Regierung führt für die gestrandeten Urlauber derzeit eine groß angelegte Rückholaktion mit 45 gecharterten Maschinen durch.

Wie es mit den einzelnen Fluggesellschaften der Thomas Cook Group langfristig weiter gehen wird, ist noch ungewiss. Klar ist jedoch, dass die gegroundeten Flugzeuge des Konzerns nicht lange am Boden bleiben werden. Von den 102 Fliegern, die bei allen Airlines des Konzerns fliegen, befinden sich nur wenige im Besitz des Konzerns. Die meisten sind geleast. Die Airbus A320, A321 und A330 sind auf dem Leasingmarkt momentan heiß begehrt.

Diversität bei Wahl der Leasinggeber

John Plueger, Chef des Leasingunternehmens Air Lease Corporation erklärt gegenüber aeroTELEGRAPH: «Insgesamt haben wir sieben Flugzeuge im Leasing bei Thomas Cook UK, sechs A321 und einen A330. Zwei dieser A321 werden zurzeit von Condor betrieben.» Zudem verwalte man vier weitere Airbus A321 bei Thomas Cook im Auftrag von Investoren. «Wir haben eine starke Nachfrage nach allen Thomas-Cook-Flugzeugen und sind mit allen Parteien im Gespräch», so Plueger. Man denke über eine alternative Platzierung nach.

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, gleich mehrere der Leasinggeber von Thomas Cook hätten bereits begonnen, die Weitergabe der Flieger an andere Fluggesellschaften vorzubereiten. Thomas Cook Airlines Scandinavia bezieht ihre acht Airbus A321 von fünf verschiedenen Leasinggebern, zeigen verschiedene Flotten-Datenbanken. Bei den anderen Ablegern sind die Leasingfirmen ähnlich breit gestreut. Laut Reuters sind es insgesamt 38 verschiedene Finanzdienstleister, die einen Großteil der Flotte von Thomas Cooks Fluglinien bereitstellen.

Air Berlin-Flieger standen nicht lange am Boden

Dass geleaste Flugzeuge schnell einen neuen Betreiber finden können, zeigt das Scheitern von Air Berlin. Als die deutsche Fluglinie im Herbst 2018 ihren Betrieb endgültig einstellte, flogen sie und die Tochter Niki seit über einem Jahr ausschließlich mit Leasing-Flugzeugen. Ähnlich wie bei Thomas Cook bestand die Flotte mit mehr als 140 Flugzeugen überwiegend aus Airbus-Flugzeugen der A320-Familie sowie einigen A330.

Zwar waren für Lufthansas Billigableger Eurowings und Easyjet vor allem die Slots in Berlin-Tegel und Düsseldorf interessant. Doch für diese brauchten sie auch schnell Flugzeuge. Alleine mehr als 80 ehemalige Air-Berlin-Flugzeuge nahm die Lufthansa für ihre Billigtochter Eurowings in Besitz, Easyjet holte sich 18 Exemplare im Leasing. Und auch fast alle anderen Flieger von Air Berlin fanden nach weniger als einem Jahr neue Betreiber.

Einzige Boeings fliegen bei Condor

Auch Condor bezieht ein Großteil ihrer Flotte per Leasing. Die deutsche Airline fliegt vorerst weiter, jedoch ist ihre Lage derzeit heikel. Als einzige Fluglinie unter den Thomas Cook-Fluglinien betreibt Condor auch die Mittel- und Langstreckenflieger Boeing 757 und 767. Im Vergleich zum Airbus-Flugzeugpark von Thomas Cook ist die Boeing-Flotte deutlich älter.



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