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Flughafen Düsseldorf

Sommerferien als Chance und Stresstest

Urlauber sollen den Flughäfen in den kommenden Wochen aus der Corona-Krise helfen. Der Airport Düsseldorf zeigt sich vorbereitet. Dennoch bleiben Unsicherheiten.

Die Hoffnung hat einen Namen: Sommerferien. In mehreren deutschen Bundesländern beginnt dieser Tage die Ferienzeit und zur Freude von Flughäfen und Airlines sind wieder Urlaubsflüge innerhalb von Europa möglich. Jetzt müssen nur noch die Reisenden kommen.

Damit das geschieht, rührten am Dienstag (23. Juni) an Deutschlands drittgrößtem Flughafen in Düsseldorf gleich zwei Chefs die Werbetrommel: Airport-Geschäftsführer Thomas Schnalke und Eurowings-Chef Jens Bischof. Nach der langen Corona-Pause sei es gerade jetzt wichtig, wieder das Vertrauen der Kunden zu gewinnen, sagte Bischof. «Denn wir wissen, dass das Reisen in Zeiten von Corona mit Unsicherheit behaftet ist.» Schnalke sprach von einem «moderaten Restart» und sagte: «Endlich geht es wieder los.»

Masken- und Handgepäck-Regeln

Der Flughafen und seine größte Airline zeigten Journalisten, was die Passagiere nun erwartet und wie sie vor Covid-19 geschützt werden. Wer dabei Hightech-Lösungen erwartet, wird abgesehen von einem Test mit einem Desinfektionsroboter enttäuscht.

Die meisten Maßnahmen sind unspektakulär: Reisende und Mitarbeiter tragen Masken, 1,5 Meter Mindestabstand sind einzuhalten, es gibt Desinfektionsmittel-Spender, die Check-in-Schalter haben nun Schutzscheiben, nur noch ein Stück Handgepäck ist erlaubt, vieles dauert ein wenig länger als zuvor. Was all das angeht, unterscheidet sich der Aufenthalt am Flughafen derzeit gar nicht so sehr vom Besuch im Supermarkt.

Wie erfolgreich starten die Airlines?

Während am Airport Düsseldorf zurzeit rund 40 Flugzeuge pro Tag starten, soll diese Zahl im Laufe des Julis auf 150 steigen. Allerdings ist man noch vorsichtig: In welchem Umfang die Fluggesellschaften neue Destinationen in den Flugplan aufnehmen oder alte reaktivieren, sei nur kurzfristig einigermaßen verlässlich vorherzusagen, so der Airport. Dazu kommt die Frage, wie voll oder leer die Flugzeuge sein werden.

Pläne stehen derzeit stets unter dem Vorbehalt, dass es keine neuen Reisebeschränkungen aufgrund von Covid-19 gibt. Aber auch davon abgesehen gibt es noch Unsicherheiten. Das aktuellste Beispiel: Nur Stunden, nachdem Eurowings-Chef Bischof in Düsseldorf erklärte, wie stark die Zahl der Buchungen gerade steigt und wie viele zusätzliche Ziele seine Airline in den Flugplan aufnimmt, teilte Sun Express mit, ihre deutsche Sparte zu liquidieren.

Umbruch bei Tuifly und Lauda

Auch die Fluglinien Tuifly und Lauda/Ryanair, auf deren Flüge der Airport Düsseldorf in einer Pressemitteilung hinweist, befinden sich gerade im Umbruch. So wird Lauda künftig nur noch Ryanairs Wet-Lease-Anbieter sein und Tuifly streicht gerade ihre Flottenpläne zusammen und plant Hunderte Entlassungen. All das kann Auswirkungen haben.

Bei aeroTELEGRAPH meldete sich eine Leserin, die mit ihrer Familie in der zweiten Juli-Woche von Düsseldorf nach Ibiza fliegen wollte und schon vor Monaten bei Tuifly gebucht hatte. Am Dienstag, keine drei Wochen vor Abflug, wurde der Flug nun storniert. Entsprechende Erfahrungen werden auch die Kunden anderer Airlines machen, denn ihr ursprünglich geplantes Sommerflugprogramm kann keine Fluglinie aufrechterhalten.

Chance und Stresstest

Sowohl die Hoffnungen auf ein erfolgreiches Hochfahren des Betriebes als auch die damit einhergehenden Risiken und Ungewissheiten gibt es natürlich nicht nur in Düsseldorf. Die Sommerferien werden zur Chance und zum Stresstest für Flughäfen und Airlines.

In der oben stehenden Bildergalerie sehen Sie Aufnahmen vom Flughafen Düsseldorf.



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