Piloten in einem Cockpit: Die Easa schickt Testpersonal regelmäßig für die Zulassung neuer Flugzeuge um die Welt.

ZertifizierungsflügeSo testet die Easa, ob Jets von Comac und Co. zugelassen werden

Easa-Personal ist aktuell in China im Einsatz: Sie testen die Comac C919. Ein Standardverfahren, das die Behörde mehrmals jährlich bei neuen Flugzeugmustern durchführt. Doch wie läuft das ganze ab?

Top-Jobs

k5 logo

Captain A320 (m/w/d)

K5-Aviation GmbH
München, Hamburg, Stuttgart
Feste Anstellung
Business Aviation
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
logo-gi-group

Teamleiter (gn) am Flughafen Hamburg

Hamburg
Feste Anstellung
Gi Group Recruiting
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair Logo

Kapitän C680A (all genders) mit Zusatzaufgaben

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair Logo

Deputy Continuing Airworthiness Manager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Ryanair-Chef Michael O’Leary spricht seit 15 Jahren davon die Comac C919 kaufen zu wollen. Vorausgesetzt das Modell ist marktreif und zu konkurrenzfähigen Preisen erhältlich. Die C919 positioniert sich als direkte Konkurrentin zur Boeing 737 Max und zum Airbus A320 mit Platz für bis 192 Passagieren und einer Reichweite von 5555 Kilometern. Das Problem: Bisher ist das Flugzeug nur in China zertifiziert.

Doch das könnte sich bald ändern: Zwar haben die Chinesen die C919 bereits 2019 für die Easa-Zulassung angemeldet, doch die Coronavirus-Pandemie und geopolitische Spannungen haben den Prozess verzögert. 2023 wurde das Verfahren wieder aufgenommen und seit November 2025 führen Easa-Pilotinnen und -Piloten Testflüge durch. Diese gelten als entscheidender Schritt, um die C919 außerhalb Chinas zuzulassen.

Easa schickt Testpersonal mehrmals pro Jahr ins Ausland

Immer wenn ein neues Flugzeugmuster oder eine wesentliche Modifikation zugelassen werden soll, sind Flugtests mit Cockpitpersonal unter Easa-Aufsicht zwingend notwendig. Daher schickt die Easa ihre Testpilotinnen und Piloten und -ingenieure regelmäßig ins Ausland, um Flugzeuge zu bewerten. «In der Regel vier- bis fünfmal pro Jahr, manchmal auch häufiger», teilt ein Sprecher der Easa auf Anfrage von aeroTELEGRAPH mit.

Die Häufigkeit hängt dabei maßgeblich von der Anzahl der eingereichten Zertifizierungsanträge ab. Besonders gefragt sind die Easa-Experten bei großen Herstellern wie Boeing, Gulfstream, Bombardier, Textron Aviation und Embraer, die ihre Muster weltweit zertifizieren lassen wollen, so der Sprecher weiter. Die Tests erfolgen immer in enger Abstimmung mit dem Hersteller und den nationalen Luftfahrtbehörden des Gastlandes.

Tests sind weltweit gleich

Im Fokus der Tests stehen immer: Leistung, Flugeigenschaften und Systemfunktionen. «Die Standards sind global einheitlich», betont die europäische Luftfahrtbehörde. Unterschiede zwischen Tests in der EU und außerhalb gebe es nicht. Entscheidend sei allein, ob das Flugzeug die geltenden Zertifizierungsvorgaben erfüllt.

Dabei folgt die Vorbereitung auf Testflüge keinem starren Schema, sondern wird individuell auf das jeweilige Programm zugeschnitten. Wie der Sprecher betont, fließen dabei die bereits vom Hersteller durchgeführten Tests ein. «Es gibt keine pauschale Checkliste». Stattdessen entstehen die Vorkehrungen in enger Abstimmung mit Hersteller und Behörden – für eine maßgeschneiderte Planung, die alle relevanten Aspekte abdeckt.

Easa spricht von konstruktiver Zusammenarbeit

Laut dem Sprecher sei es daher bisher auch nicht vorgekommen, dass die lokalen Behörden die Arbeit des entsandten Testpersonals abgelehnt oder bewusst erschwert hätten. «Die Zusammenarbeit ist in der Regel konstruktiv», so der Easa-Sprecher. Letztlich hätten alle Beteiligten ein gemeinsames Ziel: die Sicherheit und Zuverlässigkeit des Flugzeugs zu gewährleisten.

Die Auswertung der Testergebnisse erfolgt gemeinsam mit dem Hersteller, wobei auf etablierte Flugtestmethoden zurückgegriffen wird. Erst wenn alle Anforderungen erfüllt sind, empfiehlt die Easa die Zertifizierung. «Sicherheit steht an erster Stelle», so der Sprecher. «Nur wenn alle Kriterien erfüllt sind, erhält das Flugzeug das notwendige Zertifikat».

Gute Geschichten brauchen Freiraum. Ihre Unterstützung gibt uns diesen Freiraum – und Sie lesen aeroTELEGRAPH ganz ohne Werbung. Für weniger als ein Getränk am Flughafen. Jetzt hier klicken und abonnieren. Jetzt hier klicken und abonnieren

Mehr zum Thema

pratt whitney pw1100 lufthansa airbus a320 neo

Mehr als 600 Triebwerkssteile durch Trick gestohlen - jetzt könnten sie auf den Markt gelangen

ticker-easa

Easa warnt umfassend vor Nutzung des Luftraums über dem Nahen Osten und dem Persischen Golf

Flughafen A Coruna: Auch der Tower in der nordspansichen Stadt wird von einem privaten Anbieter besetzt.

Fluglotsen in Spanien: Unterbesetzung, Überstunden und mangelnde Konzentration

ticker-easa

Easa und Iata kooperieren bei Berechnung von Flugemissionen

Video

Absturzstelle: Hier prallte der Jet ins Gebirge.
Der Absturz von Flug MU5735 beschäftigt Ermittlungsbehörden seit mehr als vier Jahren. Jetzt deuten neue Daten darauf hin, dass es im Cockpit der Boeing 737 von China Eastern Airlines vor dem Crash zu einem Kampf um die Kontrolle kam.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Der Moment vor der Berührung: Die Boeing 767 von United fliegt extrem niedrig an.
Eine Boeing 767 von United Airlines ist bei der Landung in Newark extrem tief geflogen. Neue Videoaufnahmen zeigen nun von außen, wie das Hauptfahrwerk den Lastwagen auf der Autobahn berührte.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Moment der Kollision: Zum Glück verletzte sich der Fahrer nur leicht.
Eine Boeing 767 von United Airlines berührte beim Anflug in Newark einen Lastwagen und einen Lichtmast. Flug UA169 landete dennoch sicher. Brisant: Weder Cockpit noch Flugsicherung registrieren die Kollision zunächst.
Laura Frommberg
Laura Frommberg