GTF-Triebwerk von Pratt & Whitney an einem Airbus A321 Neo: Es gilt, einiges abzuwägen.

Triebwerke von Airbus A320 Neo und Co: «Jeder Flugzyklus sollte es wert sein»

Der Chef des weltgrößten Leasingunternehmens hat Ratschläge für Fluggesellschaften mit Triebwerken der neuesten Generation. Aengus Kelly warnt vor Problemen und Herausforderungen sowohl bei Kurz- als auch Langstreckenflugzeugen.

Top-Jobs

DERTOUR Logo

Reiseleiter (m/w/d) am Flughafen Mallorca

Mallorca
Feste Anstellung
Reiseveranstalter
DERTOUR Destination Services AG
Spanien
Top jobs
Hahnair

Kapitän C680A (all genders) mit Zusatzaufgaben

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair

Deputy Continuing Airworthiness Manager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Aero Bildungs Logo

Ausbilder / Technischer Trainer (m/w/d) für Fluggerätelektronik / Avionik / Cat B2 – Luftfahrttechnik

AERO-Bildungs GmbH
Oberpfaffenhofen
Feste Anstellung
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Aengus Kelly hat eine klare Botschaft an Fluglinien mit Kurz- und Mittelstreckenjets der neuesten Generation: «Ihr müsst effizienter dabei werden, wie ihr eure Triebwerke nutzt», mahnt der Chef des weltgrößten Leasingunternehmens Aercap in einem Interview.

Der Grund: Kelly glaubt nicht, dass die aktuellen Herausforderungen bei den Triebwerken und deren Wartung bald verschwinden. Im Gegenteil. Zwar würden Triebwerksbauer wie Pratt & Whitney an Verbesserungen arbeiten. «Das eigentliche Problem ist aber: Am Mangel an Teilen wird sich nichts ändern», so der Aercap-Chef. Denn es gebe weltweit nur eine gewisse Anzahl von produzierenden Firmen wie Gießereien - und die hätten kein Interesse an einer Expansion, die sich für sie erst in 20, 30 Jahren auszahlen würde.

Harsches Klima als Problem für neue Triebwerke

Neue Flugzeuge wie Airbus A320 Neo oder Boeing 737 Max würden für die Wartung von Triebwerken, aber auch von anderen Teilen wie Fahrwerken, länger am Boden stehen. Daher müssten Airlines sich mehr Jets beschaffen. «Zum Beispiel fünf Prozent mehr Flugzeuge», rät der Aercap-Chef. «Oder, was häufiger der Fall ist, sie halten ältere Schmalrumpfflugzeuge länger, um sicherzustellen, dass sie ihren Flugplan einhalten können.» Die älteren Jets hätten geringere Kapitalkosten und eigneten sich daher gut als Ersatzflugzeuge.

In manchen Weltregionen würden Triebwerke moderner Jets gerade einmal 2000 Flugzyklen schaffen vor der ersten großen Wartung, so Kelly. Wenn der Standort der Airline dies erlaube, gelte daher: Flüge in Regionen mit harschem Klima mit solchen Maschinen vermeiden. Ein Beispiel für solch ein Vorgehen lieferte zum Beispiel bereits 2023 Wizz Air, die die Flotte ihrer damaligen Abu-Dhabi-Tochter von neuen Airbus A321 Neo auf ältere A321 umstellte. Mittlerweile ist Wizz Air Abu Dhabi eingestellt und ein großer Teil der georderten A321 XLR abbestellt.

So teuer ist die Wartung von Langstrecken-Triebwerken

Vor allem müssten Fluglinien aber verstehen: «Jeder Flugzyklus, den ihr heute verbrennt, sollte es wert sein.» Konkret: Verdiene eine Airline mit einem Flug nur 2000 oder 3000 Dollar oder sogar weniger, sollte sie vielleicht nicht fliegen, rät Kelly. «Denn langfristig - drei Jahre später, wenn das Triebwerk in die Wartung muss - werdet ihr es bereuen, frühzeitig Flugzyklen für minimale Profitabilität oder sogar Verluste verbrannt zu haben», so der Manager. Wichtig sei, dass das technische Team dies auch dem Netzwerk-Team klar mache.

Bei Langstreckenflugzeugen rät Kelly zudem, nicht nur auf einen guten Kaufpreis zu schauen, sondern auch auf die Kosten der Triebwerkswartung. So kaufe man einen Langstreckenjet zum Beispiel für 165 Millionen Dollar. Eine große Wartung der Triebwerke, bei der die Bauteile mit festgelegter maximaler Lebensdauer - etwa Turbinenscheiben oder Verdichterscheiben - erneuert würden, koste aber schon 27 bis 42 Millionen Dollar.

Steht ein Triebwerk lange herum, wird es wirklich teuer

«Wenn man dabei nicht weiß, was man tut, verliert man Millionen, ohne überhaupt zu verstehen, was passiert», sagt Kelly. Gute Experten für jeden Triebwerkstyp in der Airline zu haben, sei zwar teuer, ermögliche es aber, mit Wartungsfirmen auf Augenhöhe «über jede Schaufel» zu sprechen. Habe man diese Fachkenntnis nicht, oder sei einfach eine kleine, relativ unbekannte Fluglinie, sei man oft der Wartungsfirma ausgeliefert. Und die lasse das Triebwerk im schlimmsten Fall erstmal sechs Monate stehen, bis sie Zeit dafür finde.

In all diesen Aussagen von Aengus Kelly steckt auch eine gehörige Portion Eigeninteresse: Wenn er Fluglinien überzeugt, dass sie fünf Prozent mehr Kurz- und Mittelstreckenjets brauchen, ist das gut für sein Unternehmen. Wenn kleinere Airlines fürchten, bei der Triebwerkswartung für ihre Langstreckenjets nicht zum Zuge zu kommen, wollen sie womöglich lieber beim Leasingriesen Aercap mieten - und auch das ist gut für Kelly.

Dennoch sind seine Aussagen spannend - und hier können Sie sie selber im Video sehen:

Mehr zum Thema

airbus a320 neo (1)

Geheimnisvoller Kunde bestellt 100 Jets bei Airbus - und dahinter verbirgt sich ein Riese

ticker-aercap

Leasingriese Aercap startet mit Vermietung von 81 Flugzeugen ins Jahr

ticker-aercap

Aersap erzielt 2025 Rekordergebnis

ticker-aercap

Aercap schloss 2025 insgesamt 371 Leasingverträge ab

Video

Die Boeing 757 von Icelandair: Heikler Tiefflug.
Nach 40 Jahren geht er in Rente. Auf seinem letzten Flug von Frankfurt nach Keflavik wollte der Kapitän einer Boeing 757 etwas Besonderes machen und flog in sehr niedriger Höhe über seine Heimat hinweg. Icelandair ist verärgert und hat die Behörden eingeschaltet.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
etihad airways manchester city
Die Golfairline sponsort den englischen Fußballpokalwettbewerb FA Cup. Emirates ist dadurch auch auf den Trikots präsent. Doch es gibt eine Ausnahme.
Timo Nowack
Timo Nowack
Der Flughafen München steht kurz vor der Eröffnung von Pier 1: Ein Video zeigt den gesamten Bauverlauf.
In München entsteht seit 2019 ein neuer, 95.000 Quadratmeter großer Pier am Terminal 1. Ende April geht der Bau ans Netz. Ein Zeitraffervideo zeigt sieben Jahre Bauarbeiten in 76 Sekunden.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies