Alitalia-Jet nach der Bruchlandung: Weißer Schaum ist eher unüblich.

Schaumteppiche bergen Risiken

Bei der Bruchlandung eines Alitalia-Airbus in Rom legten Rettungskräfte einen Teppich aus Schaum. Das tun nur noch wenige Flughäfen – es gibt Bedenken.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Die 151 Passagiere des Airbus A320 von Alitalia kamen am Sonntagabend mit dem Schrecken davon. Und das, obwohl die Bruchlandung des Jets am Flughafen Fiumicino in Rom ziemlich spektakulär verlief. Nach zwei misslungenen Versuchen das Fahrwerk ganz auszufahren, landete das Flugzeug schließlich ohne rechtes Hauptfahrwerk. Rettungskräfte hatten zuvor einen Schaumteppich ausgelegt.

Noch heute ist der weiße Schaum für viele so etwas wie das Sinnbild für solche Notlandungen. Doch ein Großteil der großen Flughäfen benutzt ihn inzwischen nicht mehr. Man setze keinen Schaumteppich mehr ein, erklärt etwa der Flughafen Frankfurt auf Anfrage von aeroTELEGRAPH. Auch am größten Schweizer Flughafen in Zürich hörte man damit schon vor längerer Zeit auf. In München gehört der weiße Schaum ebenfalls der Vergangenheit an. «Man hat festgestellt, dass der Schaumteppich im Grunde nur eine gute Rutschbahn ist», erklärt Sprecher Peter Prümm.

Keine weichere Landung

Wenn ein Jet ohnehin ohne Fahrwerk lande, dann solle man versuchen, jede weitere unkontrollierte Aktivität zu vermeiden. «Wenn er dann aber noch weit in der Gegend herumrutscht, dann hilft das den Rettungskräften nicht», erklärt der München-Sprecher. Bei der Flughafenfeuerwehr in Frankfurt stellt man klar: «Man sollte auf keinen Fall denken, dass ein solcher Schaumteppich die Landung irgendwie weicher macht.» Denn die Schaumschicht sei nur 10 bis 15 Zentimeter dick. «Wenn da ein schweres Flugzeug landet, macht das nicht wirklich einen Unterschied.» Der ursprüngliche Zweck sei gewesen, die Funkenbildung einzudämmen und so zu verhindern, dass sich Kerosin oder Kerosindämpfe entzünden.

Doch inzwischen habe sich die Technik so weit verändert, dass diese Maßnahme nicht mehr zwingend nötig sei. «Das Kerosin von heute ist nicht mehr ganz so leicht entzündlich wie das Flugbenzin früher», heißt es. Auch durch die Bauweise der Flughäfen und Jets sei es weniger wahrscheinlich, dass es durch Funkenflug eine Entzündung gibt. Nicht zuletzt sei auch die Löscheffizienz der Flughafenfeuerwehr besser.

Auch Umweltgründe

Letzteres bestätigt auch der Münchener Flughafen. «Solche Notlandungen sind ja angekündigt», so Prümm. Daher stünde die Feuerwehr parat, wenn der Flieger zum Stehen komme und man könne sofort mit den Löscharbeiten beginnen, falls das nötig werde. Auch hier sei es besser, wenn das Flugzeug schließlich nicht ewig weiter rutsche.

Neben den Sicherheitsaspekten gibt es auch andere Argumente, die gegen die Nutzung eines Schaumteppichs sprechen. So musste etwa die betroffene Landebahn in Rom längere Zeit gesperrt bleiben. Es dauere eben eine Zeit lang, die Piste wieder vom Schaum zu befreien, erklärt man in Frankfurt. Insofern kann es auch wirtschaftliche Vorteile haben, den Teppich zu meiden. Und nicht zuletzt bedeutet der Schaum eine zusätzliche Umweltbelastung.

Mehr zum Thema

Bild von der Absturzstelle: Niemand ist bei der Notlandung ums Leben gekommen.

So kam es zur Notlandung einer Diamond DA-40 auf einer Mannheimer Straße

Passagierin übernimmt nach Ausfall des Piloten das Steuer

Passagierin übernimmt nach Ausfall des Piloten das Steuer

Die Crew von Ural Airlines nach der Notlandung.

Was vor der Landung im Weizenfeld im Cockpit des Airbus A320 geschah

Frachter verliert bei Notlandung auf Golfplatz beide Flügel

Frachter verliert bei Notlandung auf Golfplatz beide Flügel

Video

Ex-Swissair-Sprecher Urs Peter Naef: «»
Als die Nachricht vom Absturz vor Halifax eintraf, war das Krisenhandbuch der Swissair-Kommunikationsabteilung noch nicht fertig. Medienverantwortlicher Urs Peter Naef musste improvisieren – und zugleich die Angehörigen vor aufdringlichen Medien schützen. Seine wichtigste Lehre aus der Katastrophe: «Steh zu dem, was passiert ist, und zeig Flagge.»
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
Kälin
Mit der Rückkehr der Angehörigen aus Kanada war die Arbeit für die Swissair längst nicht beendet. Persönliche Gegenstände mussten zurückgegeben, Gedenkveranstaltungen organisiert und Familien weiter begleitet werden. Der Ehemalige Finanzchef Walter Kälin blickt auf die Herausforderungen zurück – und erklärt, wie die Erfahrungen von damals die heutige Krisenbetreuung prägen
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
Ex-Swissair-Personalchef Matthias Mölleney zum Unglück von Flug SR1111: «...»
Als Flug SR111 von Swissair vor Halifax abstürzte, war Matthias Mölleney erst seit 95 Tagen Personalchef der Airline. Plötzlich musste er die Angehörigen und Mitarbeitenden betreuen und zugleich den Flugbetrieb aufrechterhalten. Fast drei Jahrzehnte später erinnert er sich an die schwersten Tage seiner Karriere – und an die Lehren für das spätere Grounding.
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier