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Katastrophen-Samstag für Kingfisher

Die kriselnde indische Fluggesellschaft lässt zahlreiche Flüge ausfallen - weil sich ihre Angestellten weigern, zu arbeiten.

World Economic Forum/Flickr/CC

Kingfisher-Präsident Vijay Mallya: Große Sorgen.

Die Krise bei der Airline spitzt sich offenbar gerade dramatisch zu. Wie indische Medien berichten, begannen die neusten Probleme am Freitag. In der ostindischen Millionenstadt Kolkata (früher Kalkutta) weigerte sich das Personal von Kingfisher Airlines, seinen Dienst zu tun. Denn seit zwei Monaten erhalten sie nun schon keinen Lohn mehr. Der spontane Streik wurde am Samstag fortgesetzt. Auch in Delhi, Bhubaneswar, Lucknow, Patna, Srinagar und Hyderabad kam es zu Ausfällen von Flügen. Am Samstag wurden dann landesweit ohne Warnung kurzfristig mehrere Flüge annulliert, wie die Zeitung The Hindu Business online schreibt. Zu den Personalproblemen kamen zwei Pannenflieger hinzu, die nach Vogelschlag und einer geborstenen Windschutzscheibe ausfielen.

Das Management spielt die Probleme herunter. «Wir führen rund 200 unserer täglichen Flüge normal durch. Vielleicht 20 bis 30 wurden bis am nächsten Sonntag, dem 26. Februar, gestrichen oder zusammengelegt», erklärte Unternehmensleiter Sanjay Aggarwal der Zeitung The Times of India. Man ziehe sich von nirgends zurück und zehn stillgelegte Flieger würden bald wieder in Verkehr gesetzt. «Wir sprechen mit Investoren und die Fluglinie bekommt bald frisches Geld», so Aggarwal weiter. Doch ein Manager der Flughafenaufsichtsbehörde sagte vergangene Woche: «Die Krise bei Kingfisher wird jeden Tag schlimmer». So habe man von der Airline die Begleichung von Schulden über 2,5 Milliarden Rupien (38 Millionen Euro / 47 Millionen Franken) verlangt. Daraufhin habe man einen Check über 140 Millionen zugeschickt bekommen – der dann aber nicht gedeckt gewesen sei, wie die Times of India schreibt.

Hoher Verlust

Verschärfend wirkt sich aus, dass erste Reisebüros offenbar zumindest vorübergehend nicht empfehlen, mit der Airline zu fliegen. «Es ist offensichtlich keine gute Zeit, um mit Kingfisher zu reisen. Wir raten unseren Kunden, wegen der Annulationen und dem unklaren Staus nicht Kingfisher zu buchen», erklärte ein Angestellter von Cosmos Agencies in Mumbai dem Hindu Business. Das lässt die Einnahmen noch weiter sinken und führt in eine fatale Abwärtsspirale. Im dritten Quartal 2011 verlor die Fluggesellschaft des bekannten Milliardärs und Formel-1-Sponsors Vijay Mallya 4,4 Milliarden Rupien (68 Millionen Euro / 82 Millionen Franken).



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