Airbus A320 von Air India: Solch ein Jet war unter den betroffenen Fliegern.

Behörde verwarnte FluglinieAir India flog mit Airbus-Jets mit unkontrollierten Notrutschen

Einige Tage vor dem Absturz der Boeing 787 erhielt die indische Fluggesellschaft eine Verwarnung der Luftfahrtbehörde. Der Grund: die Notrutschen von drei Airbus-Jets von Air India.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Es geht um die Sicherheitskultur: Nur einige Tage vor dem Absturz von Air-India-Flug 171 hat Indiens Luftfahrtbehörde DGCA die Fluglinie wegen Verstößen gegen Sicherheitsvorschriften im Zusammenhang mit drei Airbus-Jets verwarnt. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Es ging bei den Verstößen um überfällige Überprüfungen von Notfallausrüstung.

Einen Zusammenhang mit dem Unglück vom 12. Juni, dessen Ursache noch ermittelt wird, gibt es dabei nicht. Bei dem Absturz einer Boeing 787-8 in Ahmedabad waren 241 von 242 Menschen an Bord ums Leben gekommen, ebenso mindestens 30 weitere am Boden.

Unkontrollierte Notrutschen in Airbus-Jets

Reuters konnte die Verwarnungen und einen Untersuchungsbericht einsehen. In dem Bericht erklärte die Behörde demnach, Stichprobenkontrollen im Mai an drei Airbus-Maschinen von Air India hätten ergeben, dass diese Flugzeuge trotz überfälliger Pflicht-Inspektionen der «kritischen Notfallausrüstung» der Notrutschen betrieben wurden.

Konkret fand die verpflichtende Inspektion eines Airbus A320 am 15. Mai mit mehr als einem Monat Verspätung statt. Der Jet steuerte in dieser Zeit Ziele wie Dubai oder Riyadh an. Bei einem A319 im Inlandseinsatz fanden die Kontrollen sogar mehr als drei Monate zu spät statt. Bei einem weiteren Fall betrug die Verspätung dagegen nur zwei Tage.

Behörde informierte Air-India-Chef Campbell Wilson

Die Fälle würden darauf hindeuten, «dass Flugzeuge mit abgelaufener oder nicht geprüfter Notfallausrüstung betrieben wurden, was einen Verstoß gegen die üblichen Lufttüchtigkeits- und Sicherheitsanforderungen darstellt», zitiert Reuters aus dem DGCA-Bericht. Zudem habe es Air India versäumt, rechtzeitig auf die von der Behörde festgestellten Mängel zu reagieren, was «ein weiterer Beleg für eine schwache Verfahrenskontrolle und -aufsicht» sei.

Die Abmahnungen und der Bericht wurden den Dokumenten zufolge von Animesh Garg, dem stellvertretenden Direktor für Lufttüchtigkeit in der indischen Regierung, an Air-India-Chef Campbell Wilson sowie an den Leiter für Aufrechterhaltung der Lufttüchtigkeit, den Qualitätsmanager und den Planungsleiter der Fluggesellschaft übermittelt.

Was Air India zur Notrutschen-Verwarnung sagt

Air India erklärte, die Überprüfung aller Wartungsunterlagen, einschließlich der Daten der Notrutschen, zu beschleunigen und den Prozess in den kommenden Tagen abzuschließen. In einem der Fälle kam das Problem laut der Airline zutage, als ein Ingenieur von Air India Engineering Services während der Wartung versehentlich eine Notrutsche ausfuhr.

Die DGCA erklärte in ihrem Bericht, dass die Lufttüchtigkeitszeugnisse für Flugzeuge, deren obligatorische Überprüfungen nicht durchgeführt wurden, als ausgesetzt gelten.

«Systemisches Kontrollversagen» bei Air India vermutet

Die Behörde hielt zudem fest, dass bei mehreren überprüften Air-India-Flugzeugen veraltete Registrierungspapiere gefunden worden seien. Air India erklärte als Reaktion gegenüber der Nachrichtenagentur, dass alle bis auf eines der Flugzeuge die Anforderungen erfüllen würden und es keine Auswirkungen auf die Sicherheit gebe.

Die DGCA hält insgesamt fest: «Trotz vorheriger Hinweise und festgestellter Mängel haben die internen Qualitäts- und Planungsabteilungen des Unternehmens keine wirksamen Korrekturmaßnahmen ergriffen, was auf ein systemisches Kontrollversagen hindeutet.»

Mehr zum Thema

Boeing 787 von Air India noch in der alten Lackierung. Der Flug ab Zürich fiel aus.

Alkoholgeruch am Check-in: Air India suspendiert Kopiloten in Zürich

ticker air-india-neu

Air India führt neue Unterhaltungsplattform an Bord ein

ticker air-india-neu

Air India prüft Zusammenlegung mit Air India Express

ticker-singapore-airlines

Singapore Airlines fordert offenbar mehr Einfluss bei Air India

Video

Die abgestürzte Beechcraft im Maisfeld: Alle vier Personen haben überlebt.
In Wisconsin stürzt ein Kleinflugzeug in ein Maisfeld. Die ersten Helfer kommen nicht über die Straße, sondern mit dem Fallschirm aus einem anderen Flugzeug, das zufällig in der Nähe war.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
dubai vertiport 22
Wie funktioniert ein Verkehrsmittel, das es bislang noch gar nicht im kommerziellen Betrieb gibt? In Dubai laufen die letzten Vorbereitungen für den Start von Flugtaxis. Skyports-Manager Gareth Wilson verrät, warum Passagiere gewogen werden, wie schnell der Check-in ablaufen soll und weshalb das Netz mit nur einem einzigen Evtol startet.
gerard al fil
Gérard Al-Fil
Airbus A350 F Erstflug in Toulouse: Der Frachter war vier Stunden in der Luft.
Vier Stunden, 220 Gigabyte Daten und ein Start ohne elektronische Schutzfunktionen: Der Airbus A350 F ist zum ersten Mal geflogen. Was die Crew testete und was den Frachter besonders macht.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies