Grafik der Sitzsysteme: Mit den Boxen kann Luftfracht vor oder auf gewöhnlichen Sitzen platziert werden.

Neues KabinensystemFracht soll in der Kabine für Social Distancing sorgen

Social Distancing wird auch im Flugzeug ein Thema bleiben. Ein Unternehmen hat eine Lösung, wie leerer Raum zwischen Passagieren genutzt werden könnte.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
HahnAir

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung
Etihad Job

First Officer A320

Abu Dhabi
Feste Anstellung
Etihad Airways
United Arab Emirates
Vollzeit
Top jobs

Der Ansatz ist eigentlich nicht neu. In einer Passagierkabine Luftfracht zusammen mit Flugreisenden zu befördern, war beispielsweise mit der Boeing 747-400M Combi möglich. Während der Jumbo in den vorderen zwei Dritteln des Hauptdecks bestuhlt war, konnten im Heck über eine zusätzliche große Tür auch Frachtcontainer geladen werden.

Als letzter Betreiber dieser besonderen Jumbovariante setzt KLM ihre letzten «Combis» nur noch als Frachter ein. Weil im Zuge der Coronakrise die Nachfrage nach reinen Frachtflugzeugen gestiegen ist, zweckentfremden auch viele andere Fluglinien ihre Passagierflieger als reine Cargoflugzeuge. Es gibt verschiedene Lösungen, wie Passagierkabinen auch Frachtgüter aufnehmen können – ein neues Konzept möchte die Mitnahme von Luftfracht künftig sogar mit Social Distancing verbinden.

Zügige Entwicklung

Innerhalb eines Monats entwickelte Haeco Cabin Systems mehrere neue Konzepte. Der Kabinenausstatter ist eine amerikanische Tochter des Luftfahrtkonzerns Haeco aus Hong Kong. Sperrige Frachtgüter – außer Gefahrengüter –, die sonst nur im unteren Frachtdeck Platz finden, sollen mit den Systemen auch zwischen Passagiersitzen mitfliegen können. So sollen Flugzeuge nicht nur besser ausgelastet werden, auch die Gewichtsverteilung lässt sich optimieren.

Zu einem entwickelte Haeco Boxen, die vor oder auf gewöhnlichen Sitzbänken platziert werden können. Als weiteres Produkt bietet das Unternehmen Trägergerüste für Luftfrachtboxen an, die sich anstelle von gewöhnlichen Sitzbänken einbauen lassen. In einer Mitteilung heißt es, dass die neuen Produkte zum Großteil mit bisherigen Sitzkonzepten für Passagierkabinen vereinbar sind.

Gastspiele unter Frachtern gab es schon früher

Dies ermöglichte nicht nur die schnelle Entwicklung der Frachtsysteme. Auch die Zulassung soll sich so beschleunigen. Die Frachtplätze können ohne Spezialwerkzeug überall dort installiert werden, wo herkömmliche Sitze für Passagiere Platz finden. «Die Varianten können sowohl für Schmalrumpf- als auch für Großraumflugzeuge kombiniert werden, um eine ideale operationelle Nutzlast zu erreichen», sagt der Hersteller.

Anfang April stellte das in Litauen ansässige Luftfahrtunternehmen Colibri Aero ebenfalls einen Umrüstsatz vor. Mit speziellen Säcken können pro Sitzplatz 82 Kilogramm an Gütern transportiert werden. Dieses Prinzip erinnert an Zeiten, als Passagierflugzeuge in den 1960er- und 1970er-Jahren noch im großen Stil für die Nacht zu Postfliegern umfunktioniert worden sind.

Dreifache Kapazität ohne Sitze

Das Umfunktionieren von Passagierkabinen zu Frachtkabinen geht auch mit provisorischen Mitteln. Ende März flog ein Airbus A330 der Lufthansa beispielsweise medizinische Güter von Shanghai nach Frankfurt. Kurzerhand wurden die Passagiersitze mit Plastikfolien abgedeckt, ehe sie mit Pappkartons beladen und mit Netzen überspannt wurden – Passagiere dürften unter solchen Umständen allerdings nicht mitfliegen.

Aegean funktionierte zwei ihrer Passagierflieger radikaler zu Frachtern um. Die griechische Fluggesellschaft räumte einen Airbus A320 und einen Airbus A321 gleich völlig aus, um so Platz für Güter zu schaffen. Drei mal so hoch wie vorher sei so die Kapazität, so die Fluglinie in einer Mitteilung.

Sehen Sie in der oben stehenden Bildergalerie Computerskizzen des Luftfrachtsystems für Passagierkabinen.

Mehr zum Thema

Gigant meldet sich zum Corona-Kampf zurück zum Dienst

Gigant meldet sich zum Corona-Kampf zurück zum Dienst

Beladung des Frachtraums: Derzeit kaum möglich.

Flugstopp trifft Hersteller von Beatmungsgeräten

Lufthansa's 747: Freight demand due to Coronavirus.

Lufthansa will 747 als Frachter einsetzen

Dreamliner von United: Die Fluglinie will bis 2026 ihre Flotte mit Blindenschrift ausstatten.

United führt in ihren Jets Blindenschrift ein

Video

Feuerwerk und Flugzeug: Keine gute Kombination.
Feuerwerk und Flugzeuge sind keine gute Kombination. Das zeigte sich am Flughafen Mundo Maya in Guatemala, als ein Airbus A320 von Avianca zur Landung ansetzte.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Der neue Honda Jet: Die Maschine heißt ab sofort Echelon.
Der japanische Businessjet-Hersteller vermeldet Fortschritte beim Bau der ersten Echelon-Maschine, muss aber gleichzeitig eine deutliche Verzögerung einräumen. Erstflug und Zulassung verschieben sich um bis zu drei Jahre.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Airbus A320 Neo wird bei Tarmac Aerosave zerlegt: Das Unternehmen erweitert seine Zerlegungskapazitäten.
Eigentlich könnten sie noch Jahrzehnte fliegen. Trotzdem werden derzeit auffällig viele junge Airbus A220, A320 Neo und Boeing 737 Max zerlegt. Warum?
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies