1970 stiess die Königin der Lüfte zur Flotte. Condor war damit eine der ersten Airlines überhaupt, welche die Boeing B747-200 einsetzte.

Fliegt weiterDie lange Tradition des Ferienfliegers Condor

Es begann mit zweimotorigen Propellerflugzeugen: Schon seit 1956 fliegt Condor Touristen in den Urlaub. Ein Blick auf die Geschichte des deutschen Ferienfliegers.

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Mit der Pleite des britischen Reisekonzerns Thomas Cook lief auch Condor Gefahr, in die Insolvenz gerissen zu werden. Doch die deutsche Tochter fliegt weiter, wie sie in der Nacht von Sonntag auf Montag (23. September) bekannt gab. Sie beantragt einen staatlich verbürgten Überbrückungskredit, damit ihr das Geld nicht ausgeht. Auch wenn mitnichten alle Probleme gelöst sind, hält sich der traditionsreiche Ferienflieger in der Luft.

Er kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Condor wurde 1955 gegründet, damals noch als Deutsche Flugdienst. Mit zweimotorigen Propellerflugzeugen des englischen Typs Vickers Viking mit je 36 Sitzen nahm sie 1956 in Frankfurt den Betrieb auf. Als erster Reiseunternehmer setzte damals Hans Geisler auf die neue Airline und fragte mit seiner Firma Geisler Tours einen Charterflug nach Jerusalem und Ägypten an.

Erste Reise nach Israel

Die 14-tägige Reise führte für einen Alles-inklusive-Preis von 465 Dollar oder 1953 Deutschen Mark von Frankfurt über Beirut über Damaskus nach Jerusalem. Danach ging es über Luxor und Kairo zurück. Eine der ersten Flugbegleiterinnen war damals Marlis Mann. Ihr erster Flug ging nach Mallorca. «Als wir ankamen, begrüßten uns die Einwohner am Flughafen mit Beifall», erzählte die nun 83-Jährige im vergangenen Jahr aeroTELEGRAPH. Der Lohn war gut. «Ich bekam 350 Mark plus 3 Mark pro Flugstunde», erinnerte sich Mann.

1961 übernahm die Deutsche Flugdienst die Condor Luftreederei Hamburg des Oetker-Konzerns und benannte sich um in Condor Flugdienst. So war die heutige Airline auch vom Namen her geboren. Das geschah bereits unter dem Dach der Lufthansa, die ein Jahr zuvor 100 Prozent des Kapitals übernommen hatte. 1962 beförderte Condor 66.000 Reisende. Schon damals hieß der Spitzenreiter unter den Destinationen Mallorca. Mehr als die Hälfte reisten damals auf die Baleareninsel.

Die dunkelste Stunde

Als Condor 1971 als einer der ersten Ferienflieger der Welt eine Boeing 747 einsetze, war die Fluggesellschaft schon seit fünf Jahren auf der Langstrecke unterwegs. Doch die Königin der Lüfte hob nicht nur nach Karachi, Delhi, Bangkok und Colombo ab, sondern im Sommer auch nach Mallorca, Málaga oder Las Palmas. An Bord waren bis zu 494 Passagiere.

Condors dunkelste Stunde schlug am 2. Januar 1988 beim Flug DE3782 von Stuttgart nach Izmir in der Türkei. Während des Landeanfluges redete der Kapitän ständig auf seinen Kopiloten ein, der die Boeing 737 steuerte. Sie verloren die Orientierung und das Flugzeug raste in eine Bergkuppe. Alle 16 Menschen an Bord starben.

Lufthansa steigt aus

1997 bracht Lufthansa die Mehrheit ihrer Anteile an Condor in das Unternehmen C&N Touristik ein, das sie zusammen mit Karstadt Quelle gründete und das später die britische Thomas Cook übernahm. 2006 begann sich die deutsche Fluggesellschaft zurückzuziehen und 2009 war sie ganz bei Condor ausgestiegen. Der Reisekonzern Thomas Cook wurde Alleinaktionär.

Dass Condor die Tradition bis heute wichtig ist, zeigt sie mit einem Airbus A320 mit grau-weiß-blauer Retrobemalung. Er trägt den Taufnamen Hans, der an Reiseunternehmer Hans Geisler erinnert, welcher der Fluglinie 1956 als Erster sein Vertrauen schenkte.

Sehen Sie in der oben stehenden Bildergalerie Condors Geschichte in Fotos.

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