Thomas-Cook-Logo: Von der Pleite der britischen Mutter war Thomas Cook Aviation zunächst nicht betroffen.

Nach 178 JahrenThomas Cook ist am Ende

Es ist definitiv vorbei: Die Gespräche des Managements von Thomas Cook mit Geldgebern über die Rettung des Reisekonzerns sind gescheitert. Der Konzern meldet Insolvenz an.

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Die Operation Matterhorn war nicht aufzuhalten. Sie ist die größte Rückführungsaktion in der Geschichte des Vereinigten Königreiches in Friedenszeiten. Über 150.000 britische Urlauber müssen in den kommenden Tagen aus dem Urlaub zurückgeholt werden, 600.000 Kunden sind insgesamt betroffen. Denn die Gespräche über die Rettung des Reisekonzerns Thomas Cook sind gescheitert.

In der Nacht auf Montag (23. September) meldete die Thomas Cook Group, trotz intensiver Gespräche habe man es nicht geschafft, eine Einigung zu erzielen. «Der Aufsichtsrat ist daher zu dem Schluss gekommen, dass er keine andere Wahl hat, die Zwangsliquidation mit sofortiger Wirkung einzuleiten», so der 1841 gegründeten Konzern in einer Mitteilung. «Obwohl ein Abkommen weitgehend vereinbart war, stellte eine in den letzten Tagen der Verhandlungen geforderte zusätzliche Fazilität eine Herausforderung dar, die sich letztendlich als unüberwindbar erwies» kommentierte Konzernchef Peter Fankhauser.

British Airways, Easyjet, Malaysia Airlines

Neben der Dachgesellschaft werde eine Reihe weiterer Töchter Insolvenz anmelden, heißt es von der Thomas Cook Group weiter. Darunter ist neben dem britischen Reiseveranstalter auch die britische Fluglinie. Die Mitteilung des Konzerns wurde versandt, als die meisten der 94 Flugzeuge von Thomas Cook Airlines am Boden waren. Buchungen bei der britischen Fluggesellschaft waren bereits seit Sonntagabend nicht mehr möglich.

Flugzeuge von anderen Anbietern sind bereits im Einsatz. British Airways und Easyjet sollen unter den Airlines sein, die aushelfen. Unter anderem ist für Operation Matterhorn aber auch ein Airbus A380 von Malaysia Airlines im Einsatz, wie verschiedene britische Medien berichten. Die Reisenden müssen von überall auf der Welt heimgeholt werden – aus Europa, aus dem Nahen Osten, aus den USA und aus der Karibik.

1841 gegründet

In Großbritannien war das Grounding der Thomas Cook Airline nicht mehr abzuwenden. Bei der deutschen Tochter geht es hingegen weiter. Der Flugbetrieb findet planmäßig statt, teilt Condor mit. Die Airline braucht aber Staatshilfe.

Thomas Cook wurde 1841 gegründet und gilt als das Unternehmen,  das die moderne Form der Pauschalreisen erfand. Eigentlich war bereits klar, dass  Fosun den Reisebereich übernimmt. Der chinesische Konzern wäre für die Hälfte des Rettungspaketes von 900 Millionen Pfund aufgekommen, das man Thomas Cook schon zugesagt hatte. Die andere Hälfte hätten Banken gestemmt. An die wäre zumindest vorerst das Airlinegeschäft des Konzerns gegangen.

In letzter Sekunde gescheitert

Doch in letzter Sekunde änderten die Banken die Bedingungen und wollten 200 Millionen Pfund mehr. Die aufzutreiben gelang dem Management des Konzerns offenbar nicht. Auch Staatshilfe wurde von der britischen Regierung verweigert.

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