Airbus A220-300: Airbus will das Programm vorantreiben.

Airbus versus BoeingWird Airbus A220 zum Rivalen der 737 Max?

Boeing verliert weiterhin Kunden der 737 Max. Airbus forciert währenddessen sein A220-Programm. Eine Studie sieht darin keinen Zufall. Ist da was dran?

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Airbus erklärte stets, nicht von Boeings Problemen mit der 737 Max profitieren zu wollen. «Der A320 Neo ist der A320 Neo und die 737 Max ist die 737 Max», erklärte Konzernchef Guillaume Faury vergangenes Jahr. Zudem könne man auch gar keine Vorteile aus der Krise des Konkurrenten ziehen. Das eigene Produkt sei schließlich über Jahre ausverkauft.

In der Tat hat Airbus einen beeindruckenden Auftragsbestand. Insgesamt 6147 A319 Neo, A320 Neo und A321 Neo muss der Flugzeugbauer noch ausliefern. Selbst wenn Kunden zu ihm wechseln wollten, könnten sie das also nicht ohne lange Wartefristen.

Airbus forciert sein neues Regionaljet-Programm

Doch es gibt Hinweise, dass Airbus zunehmend versucht, ein anderes Produkt als Alternative für die 737 Max anzupreisen. Aufschlussreich ist diesbezüglich ein Wechsel, der im Februar bekannt wurde. Green Africa Airways plant ihren Start mit A220-300, zuvor hatte sie mit Boeing 737 Max geplant.

Damals erhöhte Airbus auch den Anteil an dem A220-Programm von 50 auf 75 Prozent. Den Restanteil besitzt die kanadische Provinz Québec. Entwicklerin Bombardier ist am Programm mittlerweile nicht mehr beteiligt. Airbus-Chef Faury verkündete im selben Monat, dass der Hersteller 2020 zwischen 500 Millionen und einer Milliarde Euro in das A220-Programm investieren will. «Diese Ankündigung ist wohl ein Hinweis darauf, dass Airbus versucht, aus den Rückschlägen der Boeing 737 Max Kapital zu schlagen», schreibt das Analyse- und Beratungsunternehmen Global Data.

A220 gut verfügbar

Denn von denen gibt es einige. Im März forderte die amerikanische Luftfahrtbehörde, an allen rund 800 produzierten 737 Max eine Neuverkabelung einer Schwachstelle im Heckbereich. Kurz zuvor entdeckte Boeing in zwei Drittel aller Flieger Fremdkörper in den Tanks. Das steigert die Unsicherheit über die noch immer ungewisse Wiederzulassung, schlussfolgern die Analysten.

In Sachen Verfügbarkeit ist Airbus mit dem A220 auch in Boeings Heimatterritorium trotz jüngster Handelskriege zwischen den USA und der Europäischen Union gut aufgestellt. Der europäische Konzern lässt den Regionaljet mittlerweile im kanadischen Mirabel sowie in Mobile im US-Bundesstaat Alabama fertigen. Mit letzterer Fertigungslinie kann Airbus seit 2019 horrende Strafzölle der USA umgehen.

Schlechter Start ins Jahr für Boeing

Airbus' Regionaljet tritt in der größeren Version A220-300 gegen die kleinste Max-Version 737 Max 7 an. Mit 160 Sitzplätzen kann der A220-300 zwölf Passagiere weniger als die 737 Max 7 mitnehmen. Mit einer Reichweite von etwa 6.200 Kilometern kann der A220 zudem etwa 1000 Kilometer weniger fliegen - jedoch ist der A220 mit einem Listenpreis von 91,5 Millionen Dollar etwa 8 Millionen Dollar günstiger.

Die kleine Boeing 737 Max 7 ist allerdings nicht wirklich beliebt  bei Fluglinien. Von mehr als 4.800 Bestellungen für die 737 Max gehen weniger als 100 aufs Konto der kürzesten Baureihe. Mit der Einführung von Stretch-Varianten für den A320 Neo und die 737 Max zeigte sich, dass Schmalrumpflieger mit größeren Kapazitäten und Reichweiten bei Fluglinien zunehmend beliebter werden.

Auch A220 wird wohl verlängert

Und darüber denkt Airbus auch beim A220 nach. Während Bombardier kein Geld für die Entwicklung einer C-Series CS500 und CS900 und damit einer größeren Variante hatte, zeigt sich der europäische Hersteller zunehmend daran interessiert. Derzeit gilt ein Stretch bei Experten bereits aus ausgemachte Sache. Nur wann er kommt ist noch unklar.

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