Stratolaunch: Riesenflieger bekommt neuen Einsatzzweck.

Größtes Flugzeug der WeltStratolaunch hebt im September wieder ab

Nach seinem bislang einzigen Flug blieb das größte Flugzeug der Welt wieder auf dem Boden. Nach dem Besitzerwechsel verfolgt Stratolaunch Systems einen neuen Einsatzzweck.

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Nur einmal hat sich die Stratolaunch bisher in die Lüfte erhoben. Nach dem erfolgreichen Erstflug im April vergangenes Jahres geriet das Programm des weltgrößten Flugzeugs in Turbulenzen. Betreiberin Stratolaunch Systems musste zwei Monate nach dem Erfolgserlebnis gar Schließungsgerüchte dementieren. Das als fliegende Startplattform für Trägerraketen gedachte Flugzeug wurde im Juni 2019 sogar zum Verkauf ausgeschrieben.

Im vergangenen Oktober dann das Aufatmen: Stratolaunch verkündete die Übernahme durch einen damals unbekannten Geldgeber. Mittlerweile ist bekannt, dass das amerikanischen Finanzhaus Cerberus Capital Management neue Besitzerin ist - hinter dem Hedgefond steht der US-Milliardär Stephen Feinberg. Mit dem neuen Investor im Rücken plant Stratolaunch jetzt die Fortsetzung der Testflüge. Der Riesenflieger wird künftig jedoch für einen neuen Zweck ausgelegt.

Hyperschall statt Weltraum

Ab kommendem September plant das Unternehmen, die Stratolaunch mindestens einmal im Monat fliegen zu lassen. Das sagt Mark Bitterman, bei Stratolaunch Systems für Regierungsarbeit und Geschäftsentwicklung zuständig, laut dem Portal Spacenews. Aktuell arbeitet der Konzern dafür an nötigen Zulassungen der amerikanischen Luftfahrtbehörde FAA.

Die Stratolaunch ist noch immer als Startplattform für Raketen vorgesehen. Diese werden aber nicht mehr Kleinsatelliten kostengünstig in den Weltraum bringen. Stattdessen ist der Start von Forschungsraketen geplant, die Tests in Hochgeschwindigkeitsbereichen durchführen sollen.

Raketen sollen wieder in Eigenregie entstehen

Nachdem das Unternehmen die Entwicklung eigener Trägerraketen nach dem Tod des Hauptgeldgebers Paul Allen im Jahr 2018 noch vor dem Erstflug wieder aufgegeben hatte, sollen die Testvehikel jetzt wieder selbst gebaut werden. «Was wir im Wesentlichen vor Augen haben, sind anpassbare, wiederverwendbare und erschwingliche raketengetriebene Testfahrzeuge und die damit verbundenen Flugdienste», sagt Bittermann. Genauere Details sind noch nicht bekannt.

Für die Entwicklung der Testraketen ist Stratolaunch derzeit auf der Suche nach anderen Unternehmen, die an Hyperschall-Projekten arbeiten. Die finanziellen Mittel des Konzerns reichen aber auch für eine Entwicklung im Alleingang aus, so Bittermann.

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