Zweiter Prototyp der Yakovlev MS 21-310:  Russland will neue Gebühr zur Finanzierung.

Neue GebührPassagiere sollen teure Flugzeuge aus russischer Produktion bezahlen

Neue, russifizierte Flugzeuge wie Yakovlev MS-21 und SJ-100 lassen weiter auf sich warten und werden immer teurer. Moskau erwägt deshalb eine Gebühr für Flugreisende. Sie könnte bis zu 2,8 Milliarden Euro einbringen.

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In Russland wartet man weiter auf die neuen, russifizierten Flugzeuge. Derzeit am weitesten ist die Ilyushin Il-114-300. Das Turbopropflugzeug hat im Juni eine eingeschränkte Musterzulassung erhalten. Die neue Tupolev Tu-214 geht vorerst nur an Regierungskunden, Red Wings soll 2027 die erste für den Linienbetrieb bekommen. Die Yakovlev SJ-100 und die Yakovlev MS-21 sollen erst in der zweiten Jahreshälfte 2027 an Airlines ausgeliefert werden.

Dass die neuen Flugzeuge so lange auf sich warten lassen, hat mehrere Gründe. Nach den Sanktionen von 2022 mussten Triebwerke, Avionik und zahlreiche andere Systeme durch russische Eigenentwicklungen ersetzt werden. Zudem fehlt es an qualifiziertem Personal. Entscheidend ist am Ende aber das Geld. Die Produktionskosten sind deutlich gestiegen. Die MS-21 wird viel teurer als geplant: 2023 kalkulierte die staatliche Leasinggesellschaft GTLK noch mit 4,3 bis 4,6 Milliarden Rubel, rund 50 Millionen Euro, inzwischen schätzt Kommersant die Produktionskosten auf 8,9 bis 11 Milliarden Rubel, rund 100 bis 120 Millionen Euro.

Russland bittet Flugreisende zur Kasse

Um die Lücke zu schließen, erwägen das russische Verkehrsministerium, das Industrie- und Handelsministerium und der Staatskonzern Rostec ein neues Instrument: eine Gebühr für Flugreisende. Mit dem Geld sollen Leasing und Betrieb von Flugzeugen aus russischer Produktion subventioniert werden. Das berichtet die Zeitung Kommersant unter Berufung auf Quellen, die mit dem Vorschlag vertraut sind.

Wie hoch die Gebühr ausfallen soll, ist noch offen. Die meisten Quellen der Zeitung sprechen von bis zu 500 Rubel (rund 5,50 Euro) für Inlandsflüge und bis zu 1000 Rubel (rund 11 Euro) für internationale Flüge. Eine Quelle nennt sogar bis zu 700 Rubel (knapp 8 Euro) im Inland und bis zu 2000 Rubel (rund 22 Euro) auf internationalen Strecken. Bei den aktuellen Passagierzahlen könnte die Gebühr zwischen 2027 und 2030 laut Kommersant 200 bis 250 Milliarden Rubel einbringen, umgerechnet 2,2 bis 2,8 Milliarden Euro.

Flugreisende zahlen schon Gebühr für Sanierung von Flughäfen

Die Einnahmen sollen über das Verkehrsministerium verteilt werden. Ein Teil soll an die Leasinggesellschaften fließen. Sie sollen damit die Differenz zwischen den Produktionskosten und dem subventionierten Preis ausgleichen, den die Airlines zahlen. Ein anderer Teil soll zunächst direkt an die Fluggesellschaften gehen, denn die russischen Flugzeuge sind im Betrieb teurer als westliche Modelle.

Es ist allerdings nicht die erste Gebühr, die russische Reisende zahlen müssen. Schon seit September 2025 zahlen Flugreisende in Russland 150 Rubel (rund 1,70 Euro) pro Person für die Sanierung von Flughäfen.

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