Eva-Air-Flug BR71 von Taipeh nach München verlief bis zum 21. Oktober so: Die Boeing 777-300 ER flog über China, Vietnam, Laos, Myanmar, Bangladesh, Indien, Pakistan, Afghanistan, Turkmenistan, das Kaspische Meer, Aserbaidschan, Georgien, die Türkei, das Schwarze Meer, Bulgarien, Rumänien, Ungarn und Österreich nach Deutschland.
Am 23. Oktober fiel der Flug aus. Und seit dem 25. Oktober nehmen die Flugzeuge von Eva Air eine andere Route. Sie führt über Japan, Russland, Finnland und die Ostsee.
Auch ihre Nonstop-Europa-Ziele Mailand und Paris steuert die Fluggesellschaft nun auf ähnlichen Routen an, die zum größten Teil den russischen Luftraum nutzen. Ähnliches gilt auch für China-Airlines-Flüge von Taipeh nach Europa, etwa Flug CI61 nach Frankfurt.
Eva Air und China Airlines durften nicht über Pakistan fliegn
Der Grund war zunächst nicht bekannt. Eva Air antwortete nicht auf eine entsprechende Anfrage von aeroTELEGRAPH. Klar war aber: Ein externer Faktor musste sich verändert haben. Denn die Airlines aus Taiwan hatten den russischen Luftraum seit 2022, als Russlands Krieg gegen die Ukraine begann, nicht mehr genutzt. Allerdings nicht aufgrund eines Luftraumverbotes, sondern freiwillig, offenbar aus Sicherheitserwägungen.
Am 28. Oktober berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg dann unter Berufung auf Pakistan Verteidigungsministerium, das Land habe Fluglinien aus Taiwan die Überflugrechte entzogen, um China in seiner «Ein-China-Politik» zu unterstützen, die Hongkong, Macau und das demokratische Taiwan als Teile der Volksrepublik China betrachtet.
Kehrtwende: Pakistan macht Überfliegen doch wieder möglich
Doch wenige Stunden nach dem ersten Bericht gab es einen Kurswechsel und Bloomberg sowie die Nachrichtenagentur AP berichteten, Eva Air und China Airlines hätten nun doch wieder Überflugrechte von Pakistan erhalten - vom 28. Oktober 2026 bis zum 27. März 2027.
Die Folgen von all dem sind an Eva-Air-Flug BR65 nach Wien zu sehen. Bis einschließlich 21. Oktober nahm der Flug die normale Route über Pakistan, am 23. Oktober wurde er gestrichen, am 25. Oktober nahm er eine andere Streckenführung. Nicht über Russland, sondern weiter südlich über die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien und Syrien. Am 28. Oktober wählte er dann wieder die ursprüngliche Strecke und flog über Pakistan nach Europa. Auch andere Flüge von Eva Air und China Airlines können nun wieder die alte Streckenführung wählen. Eva-Air-Flug BR71 nach München ging am 28. Oktober aber noch über Russland.
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