ATR 72 von DAT in Linz: Fliegt jetzt täglich nach Frankfurt.

Subventionierte RouteDAT rechnet zwischen Linz und Frankfurt mit Auslastung von 60 Prozent

Seit Sonntag fliegt die dänische Fluggesellschaft dank Zuschüssen des Bundeslandes Oberösterreich von Linz nach Frankfurt und zurück. Der Flughafen Linz und die regionale Wirtschaft setzen große Hoffnungen auf die Strecke. Doch etwas Wichtiges fehlt noch.

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Am 29. März startete pünktlich um 17:30 Uhr DAT-Flug DX197 von Linz nach Frankfurt. Wer zuvor auf einen Tortenanschnitt, eine «Ribbon-Cutting»-Zeremonie oder eine Rede gehofft hatte, wurde allerdings enttäuscht. Denn der Erstflug der dänischen Fluglinie auf der Strecke startete ohne mediale Aufmerksamkeit, da er am christlichen Palmsonntag stattfand.

Die Verbindung ist Österreichs einzige PSO-Route. Das steht für Public Service Obligations (gemeinnützige Verpflichtungen). In der EU können die Mitgliedstaaten solche gemeinnützigen Verpflichtungen für Strecken festlegen, wenn sonst niemand diese bedienen will. Dann ist eine Subventionierung erlaubt. So geschah es auf der Route Linz - Frankfurt. Nach der Ausschreibung im November 2025 erhielt DAT im Februar 2026 den Zuschlag.

«Diese Strecke wäre ohne Subventionen nicht realisierbar»

Nach den Gründen der Bewerbung gefragt, erklärt DAT-Unternehmenssprecherin Ann Hartl: «Regionale Flugverbindungen sind unser Kerngeschäft. Die Verbindung eines Regionalflughafens wie Linz mit einem internationalen Flughafen wie Frankfurt ist die Kernkompetenz von DAT.» Zugleich bestätigt sie aber: «Diese Strecke wäre ohne Subventionen nicht mehr realisierbar.» Die Bezuschussung würde jedoch keinen Gewinn garantieren, betont Hartl. «Auf einer regulären Linienflugverbindung kann eine Fluggesellschaft Flüge hinzufügen, streichen oder die Verbindung sogar ganz einstellen.»

Bei einem PSO-Vertrag habe die Fluggesellschaft diese Möglichkeiten nicht, erklärt die DAT-Sprecherin. «Wir sind dazu verpflichtet, die vereinbarte Anzahl an Flügen durchzuführen, selbst wenn die Einnahmen geringer ausfallen als erwartet.» Hartl bestätigt, dass die Flüge ab der Osterwoche zunächst ein Mal täglich angeboten und dann schrittweise auf zunächst bis zu zwölf Rotationen pro Woche erhöht werden. «Im aufkommensstarken Herbst haben wir bis zu 17 Rotationen pro Woche geplant, mit drei Rotationen an Werktagen».

DAT setzt ab Linz eine ATR 72 mit 70 Sitzen ein

Austrian Airlines hatte vor der PSO-Ausschreibung versucht, die Route mit einer ATR-72-600 von Braathens zu betreiben, scheiterte jedoch an der geringen Rentabilität.

Die Vorgaben zum PSO-Betrieb der Strecke wurde von DAT wie gefordert innerhalb kürzester Zeit umgesetzt. So hat die Ausschreibung ein Flugzeug mit mindestens 70 Sitzen gefordert, weshalb auch die ATR 72 und nicht eine kleinere ATR 42 der Fluglinie ab Linz zum Einsatz kommt. Die Maschine ist mit einer reinen Economy-Kabine ausgestattet. Passagiere erhalten auf dem rund 90-minütigen Flug nach Frankfurt kostenlose Getränke (Kaffee/Tee). Sowohl für das Flugzeug als auch die Crew und Technik ist ein Nachtstopp in Linz eingeplant.

Noch keine Zahlen zu Ticketverkäufen bekannt

Bei der Preisgestaltung für den Flug im öffentlichen Auftrag hatte DAT jedoch freie Hand, die Ticketpreise starten ab 79 Euro für den einfachen Flug. Bislang wurde das Angebot wenig beworben, das soll sich aber laut Hartl ändern. «Zuerst ist unser Hauptinteresse aber der Firmen- und Agenturen-Markt, weniger der Endverbraucher», erklärt die Sprecherin.

Über den bisherigen Verkaufserfolg hält sie sich bedeckt. Der Verkauf sei erst vor kurzem gestartet, daher sei es zu früh, um Genaueres zu sagen, sagt Hartl. «Wir wissen, dass viele Fluggäste auf die Verfügbarkeit der durchgehenden Tickets im nächsten Monat warten, und wir gehen davon aus, dass dies zu einer signifikanten Erhöhung des Verkaufs führen wird.»

DAT arbeitet mit Hochdruck an Interline-Kooperation

Derzeit gebe es bereits Abkommen mit verschiedenen Partnern, mit denen man jetzt über eine Erweiterung der Zusammenarbeit für die Strecke verhandle, so die Sprecherin. Bei DAT hofft man, dass eine Interline-Kooperation in Kürze verfügbar sein wird.

«Solche Ticketing-Kooperationen benötigen üblicherweise mehr als ein Jahr bis zur vollständigen Implementierung», sagt die DAT-Sprecherin. «Da der Auftrag für die PSO erst wenige Wochen vor dem Start vergeben wurde, arbeiten wir mit Hochdruck an allen Vorbereitungen und freuen uns darauf, den Service bald anbieten zu können.» Der ist nötig, um in Frankfurt Umsteigeverbindungen anbieten zu können, etwa gemeinsam mit Lufthansa.

Auslastung von 60 Prozent «realistisch für Regionalstrecke»

DAT verbindet schon den deutschen Flughafen Paderborn/Lippstadt im Auftrag von Skyhub PAD mit München und unterhält in dieser Konstellation eine Interline-Zusammenarbeit mit Lufthansa Group. Die Fluggesellschaft selber hat aber auch andere Interline-Partner. «DAT hat in Deutschland Interline-Abkommen mit Finnair, Emirates und Qatar Airways», heißt es auf ihrer Webseite. «Die Absprachen sichern unseren innerdeutschen Verbindungen von Saarbrücken ein größeres internationales Netz an Verbindungen weltweit.»

Auf der Strecke Linz - Frankfurt hält Hartl eine Auslastung von rund 60 Prozent für realistisch. «Dieser Wert ist unserer Erfahrung nach angemessen und realistisch für eine Regionalstrecke», sagt sie.

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