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737 Max, 787 und Co

Luftfahrtbehörde FAA hält Boeing an der kurzen Leine

Die amerikanische Luftfahrtbehörde fordert von Boeing weitere Veränderungen. Die Federal Aviation Administration FAA verlängert einen Vertrag mit dem Flugzeugbauer kürzer als von diesem erhofft.

Qantas

Bau einer Boeing 787 für Qantas: Die FAA schaut sehr genau hin.

Der Aufseher geriet selbst unter Druck. Im vergangenen Dezember ermahnte der Senat der USA die nationale Luftfahrtbehörde, die Zulassung neuer Boeing-Modelle besser zu überwachen. «Die Aufsicht der Federal Aviation Administration FAA über den Zertifizierungsprozess ist erodiert», so ein Bericht des Senats. Sie habe «im Laufe der Zeit ihre Befugnisse zunehmend an Boeing und andere delegiert».

Es geht dabei um ein System namens ODA, Organization Designation Authorization. Damit delegiert die FAA Aufgaben an Mitarbeitende der Unternehmen, über die sie die Aufsicht hat. Diese Firmen stellen dafür Leute ab.

FAA verlängert nur drei Jahre mit Boeing

Boeings ODA-Vereinbarung mit der FAA läuft dieser Tage aus. Der Flugzeugbauer wollte sie um fünf Jahre verlängern. Doch die Behörde war nicht einverstanden und verlängerte nur um drei Jahre. In dieser Zeit werde man überprüfen, ob Boeing «die erforderlichen Verbesserungen vornimmt» und sicherstelle, dass «Mitarbeitende ohne Einmischung» handeln könnten, schreibt die FAA laut der Nachrichtenagentur Reuters an Boeing.

Der Hintergrund: Im Zuge der Untersuchungen zur Boeing 737 Max geriet das ODA-System erstmals in die Kritik. Im Sommer 2020 gab es dann auch in der 787-Produktion in North Charleston Verstöße. So sollen von Boeing abgestellte ODA-Mitarbeitende an Boeing-Vorgesetzte berichtete haben, die dem Programm gar nicht angehörten. Außerdem sollen leitende Boeing-Manager unangemessen Druck auf ODA-Mitarbeitende ausübt haben, die mit der Überwachung der Qualitätskontrolle bei der 787-Produktion beauftragt waren.

Viele Gelegenheiten zur Einmischung

Im Frühjahr und Sommer 2021 befragte die FAA dann ODA-Mitarbeitende und hielt fest: «Die Unternehmenskultur von Boeing scheint die Mitglieder der ODA-Einheit daran zu hindern, offen mit der FAA zu kommunizieren.» Zudem habe die Organisationsstruktur offenbar starken Einfluss darauf, wie die Mitglieder der ODA-Einheit ernannt würden und wie sie ihre Funktionen ausüben dürften. Das biete viele Gelegenheiten zur Einmischung.

Boeing erklärte damals, man nehme die Angelegenheit sehr ernst und ergreife sofort Maßnahmen. Aktuell betont der Flugzeugbauer nun, es gebe eine «transparente Zusammenarbeit mit der FAA im Rahmen detaillierter und strenger Aufsichtsprozesse».

Freigaben durch FAA-Inspektoren

Die Behörde stellt auch klar, dass sie gewisse Dinge derweil nicht aus der Hand gibt. Ihre eigenen Inspektoren und nicht Mitarbeitende von Boeing werden demnach weiterhin die abschließenden Sicherheitsfreigaben für alle Boeing 737 Max und Boeing 787 ausstellen.