Kapitol in Washington: Zwei Senatoren fordern eine bessere Arbeit der FAA.

Wirksamere Luftfahrtbehörde FAABoeing soll nicht mehr «unangemessenen Druck» ausüben

Zwei Senatoren wollen die Luftfahrtbehörde der USA über eine Gesetzesänderung reformieren. Ziel ist es, die FAA unabhängiger von den Flugzeugherstellern zu machen.

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In den kommenden Wochen soll es soweit sein. Boeing will mit den Zulassungsflügen der 737 Max beginnen und so die Federal Aviation Administration FAA überzeugen, das Modell wieder offiziell für den Verkehr freizugeben. Seit Mitte März 2019 steht es weltweit am Boden.

Die Aufarbeitung der Vorgänge, die zu den Abstürzen von zwei Boeing 737 Max von Lion Air und Ethiopian Airlines mit 346 Todesopfern und schließlich zum Grounding führten, geht aber weiter. Das Verkehrskomitee des Repräsentantenhauses befand kürzlich, die Prüfung neuer Flugzeugmodelle durch die FAA sei «grob unzureichend» gewesen. Zwei Senatoren wollen der Behörde daher engere Grenzen setzen. Sie schlagen dazu eine Gesetzesänderung* vor.

Schnittstelle Mensch/Maschine überprüfen

Es ist ein ganzes Bündel an Maßnahmen, das die Politiker empfehlen. Unter anderem muss demnach die Behörde ihre Annahmen über die Schnittstelle Mensch/Maschine gründlich überprüfen. Bei der Zertifizierung von Automatisierungsfunktionen in Flugzeugen sollen darüber hinaus menschliche Faktoren künftig mehr Raum bekommen. Bei der Boeing 737 Max waren Piloten mitunter mit den komplexen Vorgängen rund um das Flugsteuerungssystem MCAS in Notsituationen überfordert.

Auch fordert die vorgeschlagene Änderung, dass Testpiloten künftig nicht nur in puncto Erfahrung repräsentativ sein sollen, sondern auch in puncto Internationalität. Man müsse bei der Prüfung von Flugzeugen Piloten von ausländischen und inländischen Fluggesellschaften einsetzen, die solche Flugzeuge fliegen werden. Dies sei auch deshalb nötig, weil Verhaltensweisen in verschiedenen Kulturkreisen unterschiedlich sein könnten.

Verhinderung von «Behaglichkeit»

Zudem muss die FAA sicherstellen, dass sie das Know-how hat, um «die Sicherheitsauswirkungen neuer oder innovativer Technologien, Materialien und Verfahren» überwachen zu können, die Entwickler und Hersteller einführen könnten. Die wichtigste Maßnahme ist aber die Verhinderung von «Behaglichkeit» zwischen Hersteller und Behörde, wie es im Entwurf heißt. Es müsse verhindert werden, dass ein Flugzeugbauer «unangemessenen Druck» auf die FAA oder ihre Angestellten ausüben könne.

Dazu soll die Federal Aviation Administration nicht nur Regeln und Erfahrungen anderer Behörden studieren. Sie soll auch die Kommunikation zwischen ihren Mitarbeitern und denen des Herstellers auf technischer Ebene vereinfachen. So sollen Probleme «ohne Angst vor Repressalien» angesprochen werden können. Auch will der Gesetzesentwurf, dass die FAA Vertreter zu Boeing und Co. schicken kann, wenn die Flugzeugbauern delegierte Prüfarbeiten selber übernehmen.

FAA hat selbst Änderungen angestoßen

Der Entwurf sei der Abschluss der politischen Arbeit nach der Auswertung von Unfallberichten, der Anhörung von Zeugen und Experten sowie politischen Anhörungen, sagte der federführende Republikaner Roger Wicker zum Portal AIN Online. Die Behörde selbst hat bereits angekündigt, das Sicherheitsmanagement in der Zusammenarbeit mit den Herstellern zu verbessern.

So werde man etwa Maßnahmen ergreifen, um zu verhindern, dass Flugzeugbauer ihre für die Zertifizierung abgestellten Mitarbeiter unter «unangemessenen Druck» setzten, erklärte die FAA. Auch werde man die Kommunikation zwischen denen eigenen Ingenieuren und denen der Hersteller verbessern. Im Falle der 737 Max fand dieser Austausch fast ausschließlich auf der Management-Ebene statt.

Den Entwurf des Gesetztes können Sie hier herunterladen.

* In einer ersten Version des Artikel hieß es, es handle sich um einen Zusatzartikel der Verfassung. Das ist falsch, es geht um eine Gesetzesänderung. Wir bitten Sie, den Fehler zu entschuldigen.

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