Das neue Riyadh heißt Al-Qassim. Der Provinzflughafen liegt 320 Kilometer weiter nördlich. Ausländische Manager und wohlhabende Privatleute aus Riyadh nutzen ihn, um die Golfregion zu verlassen. Wie schon im Frühjahr, als Menschen aus Dubai, Abu Dhabi und Doha flohen, steigen auch jetzt die Preise für Privatjets stark an, berichtet die Financial Times. Die Zeitung spricht von Preissteigerungen von mehr als 50 Prozent.
Bis zu 150.000 Dollar von Saudi-Arabien nach Europa
Der Broker Luxaviation nennt ein Beispiel. Ein Jet mit 14 Sitzen von Al-Qassim nach Genf kostete vergangene Woche 94.000 Euro (rund 108.000 Dollar). Vor der Schließung des King Khalid International Airport in Riyadh waren es rund 60.000 Euro (69.000 Dollar). Charles Robinson, Chef der Buchungsplattform Access Jet, spricht sogar von bis zu 150.000 Dollar (rund 130.000 Euro) für Flüge von Saudi-Arabien nach Europa.
Deutlich günstiger sind Kurzstrecken. Ein Flug in die Vereinigten Arabischen Emirate kostet laut Robinson 30.000 bis 50.000 Dollar, rund 26.000 bis 43.000 Euro. Die Nachfrage sei groß, die Zahl verfügbarer Flugzeuge aber begrenzt. Zusätzlich treiben steigende Prämien für Kriegsrisikoversicherungen die Preise. Bei großen Jets mit 18 Sitzen fallen laut Brokern allein dafür bis zu 20.000 Dollar (17.400 Euro) pro Strecke an, rund 10 Prozent der Betriebskosten.
Im März war es noch teurer
Im März lagen die Preise noch deutlich höher, wie aeroTELEGRAPH damals berichtete. Der Anbieter Jetvip verlangte für einen Flug von Maskat nach Istanbul in einem Jet mit sechs bis acht Plätzen rund 85.000 Euro, knapp 98.000 Dollar, etwa das Dreifache des üblichen Preises. Für Flüge von Riyadh nach Europa nannte der Broker Vimana Private sogar bis zu 350.000 Dollar, damals rund 301.000 Euro. Heute bekommt man für 94.000 Euro einen deutlich größeren Jet nach Genf.
Der Ansturm auf Privatjets hat einen einfachen Grund. Seit der Schließung des Flughafens Riyadh wurden an den großen saudischen Flughäfen mehr als 5500 Linienflüge gestrichen. Wer sich keinen Privatjet leisten kann, reist auf dem Landweg ins benachbarte Bahrain oder nach Katar, um von dort auszufliegen.
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