Temporärer Tower in Davos: Außen schlicht, innen hoch spezialisiert.

WG-Leben, Container-Tower, Hochdruck: So arbeitet Skyguide während des WEF in Davos

Davos wird während des WEF zur Hochsicherheitszone. Während Privatjets in Zürich landen, geht es für Super-VIPs per Helikopter weiter in die Alpen – gesteuert aus einem mobilen Kontrollturm aus Containern, betrieben von Skyguide. Für die Lotsen ist das etwas Besonderes.

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Wenn das Weltwirtschaftsforum beginnt, verwandelt sich der Flughafen Zürich für ein paar Tage in einen Hotspot für Planespotter. Statt Ferien- und Linienverkehr prägen dann Privatjets das Bild: Gulfstream G650, Bombardier Global 7500 und andere Langstreckenjets der Superreichen und Mächtigen. Der bekannteste wird diese Woche die Air Force One sein, in der Donald Trump zum WEF anreist. Rund 1000 zusätzliche Starts und Landungen erwartet der Flughafen in der Woche.

Von Zürich müssen die Super-VIPs dann aber auch noch weiter in die Schweizer Alpen. Und das geschieht in vielen Fällen per Helikopter. Die landen auf dem temporären Landeplatz Lago. Der ist dabei kein kleiner Außenposten: Das Areal ist etwa so groß wie drei Fußballfelder, bietet sechs Abstellpositionen für das Ein- und Aussteigen der Gäste und Platz für rund zehn wartende Helikopter. Je nach Jahr werden hier während eines WEF zwischen 200 und 360 Flugbewegungen abgewickelt.

Skyguide kontrolliert Flüge zum WEF aus zwei Containern

Direkt neben dem temporären Helikopterlandeplatz betreibt die Schweizer Flugsicherung Skyguide während der WEF-Woche einen mobilen Kontrollturm. Besonders glamourös sieht er nicht aus. Er besteht aus zwei Containern und Holz und sieht ziemlich provisorisch aus. Doch was drinnen vor sich geht, ist alles andere als das.

Der temporäre Tower ist technisch hochspezialisiert. Die Lotsen arbeiten mit mehreren Telefonleitungen und Computersystemen, die mobile Funktechnik wurde von Skyguide-Technikern eigens für diesen Einsatz entwickelt und gebaut. Gearbeitet wird unter Bedingungen, die alles andere als planbar sind: Rückflugzeiten verschieben sich kurzfristig, Sicherheitslagen können sich jederzeit ändern.

Schöne Aussicht, hohe Ansprüche: Hier landen eine Woche lang die VIPs.

Dass der Verkehr trotzdem sicher, geordnet und vorhersehbar bleibt, ist Teil eines eng abgestimmten Gesamtkonzepts. Skyguide ist während des WEF eingebettet in eine enge Zusammenarbeit mit der Schweizer Luftwaffe und weiteren Sicherheitspartnern. Das Forum gilt als Paradebeispiel für vernetztes Arbeiten unter Hochdruck.

Skyguide-Lotsen müssen WEF-Berechtigung jedes Jahr neu erlangen

Besonders ist aber nicht nur der operative Einsatz, sondern auch das Drumherum: Die eingesetzten Lotsen stammen von regionalen Flughäfen aus der ganzen Schweiz. Für diese eine intensive Woche arbeiten sie nicht nur eng zusammen, sondern leben auch in einer Art Wohngemeinschaft. Skyguide hat dafür zwei Wohnungen gemietet. Skyguide achtet auch deshalb nicht nur auf Erfahrung und Qualifikation, sondern auch darauf, dass das Team menschlich funktioniert.

Weil der Landeplatz Lago nur einmal im Jahr in Betrieb ist, müssen zudem alle eingesetzten Lotsen ihre Berechtigung jedes Jahr neu erwerben. Theorie, Prüfungen, Simulationen und praktisches Training stehen jede Jahr auf dem Programm. Erst dann ist das Team bereit für eine Woche, in der Davos zur Festung und der Himmel darüber zur Hochsicherheitszone wird.

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