Boeings Logo: Der Konzern ist im Visier von Cyberkriminellen.

Versprechen an GewerkschaftBoeing wird die 797 in der Region Seattle bauen

Einen Streik von 33.000 Mitarbeitenden hat der Flugzeugbauer abgewendet. Er machte dazu viele Zugeständnisse. Und Boeing machte auch klar, wo geografisch seine Zukunft liegt.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Angesichts aller Probleme, mit denen der Flugzeugbauer aktuell zu kämpfen hat, ging eines der gravierendsten fast unter. Denn am 12. September um 23:59 Uhr läuft der aktuelle Tarifvertrag für die Mitarbeitenden aus, die in der Gewerkschaft International Association of Machinists IAM organisiert sind. Und das sind nicht wenige.

Es geht dabei um viel. Der Tarifvertrag gilt für 33.000 Mitarbeitende. Und vergangene Woche wurde klar: Sie lassen nicht mit sich reden, was viele Bedingungen für den neuen Abschluss betrifft. Zu viele Zugeständnisse hätten sie in den letzten Jahren gemacht, heißt es von der IAM.

In den Kernpunkten auf Mitarbeitende eingegangen

Ein Streik von derart vielen Mitarbeiten kann jedes Unternehmen lahmlegen und schädigen.  Boeing kann sich so etwas erst recht nicht leisten. Und das hat man offenbar erkannt. Denn der Konzern einigte sich mit der Gewerkschaft auf einen neuen Vertrag - der selbstverständlich noch der Zustimmung der Mitarbeitenden bedarf.

Doch die dürfte sicher sein, denn tatsächlich geht man bei Boeing in Kernpunkten auf die Bedürfnisse der Angestellten ein, wie am Sonntag (8. September) bekannt gegeben wurde. Das Vertragsangebot sieht die größte allgemeine Lohnerhöhung aller Zeiten vor, eine niedrigere Beteiligung an der Krankenversicherung, höhere Beiträge des Unternehmens zur Altersversorgung und Verbesserungen für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Auch wurden Verschlechterungen der letzten Jahre behoben.

Mehr Vertrauen in die Region

Doch eine andere Sache fällt auf: Boeing besinnt sich auch in dieser Sache wieder mehr auf seine Wurzeln. Und bekennt sich zum Standort im Bundesstaat Washington, wo der Konzern seine Wurzeln hat. Wie aus der Mitteilung der Gewerkschaft zu entnehmen ist, hat Boeing den Mitarbeitenden zugestanden, dass «Boeings nächstes Flugzeug» in der Region Puget Sound gebaut wird.

Das ist die Region um Seattle. Aufgrund der vielen Probleme im Konzern ist allerdings nicht klar, wann das Flugzeug - allgemein als 797 bezeichnet - wirklich gebaut wird. Dennoch zeigt das Zugeständnis, dass man auf die Region setzt. Zuletzt wurde dem Konzern vorgeworfen, sich von seinen Wurzeln immer mehr zu entfernen.

Fokus wieder auf Washington State

Zu wichtig waren laut Kritikern der Fokus auf den Aktienkurs und auch der Einfluss in der Hauptstadt Washington DC. Das zeigte sich auch daran, dass der Hauptsitz erst von Seattle, in dessen Gegend ein Großteil der Produktion stattfindet, nach Chicago verlegt wurde, und schließlich nach Arlington in Virginia an der Ostküste. Zudem hatten sich in der Dreamliner-Produktion in South Carolina immer wieder Qualitätsprobleme gezeigt.

Arlington liegt gleich gegenüber von Washington DC. Kontakte zur Politik werden also noch einfacher, zugleich ist New York ebenfalls nicht weit entfernt, wo die Finanzbranche beheimatet ist. Boeing kann mit der Wahl also gleich zwei wichtige Anspruchsgruppen abdecken. Zudem befinden sich mit der Georgetown University, George Washington University und University of Maryland gute Hochschulen in der Gegend.

Mehr in Washington State

Der Hauptsitz wird zwar nicht verlegt. Aber auch der neue Unternehmenschef Kelly Ortberg hatte erst kürzlich erklärt, sein Büro werde nicht in Arlington, sondern in Seattle liegen. «Ich bin ich fest davon überzeugt, dass wir näher an die Produktionslinien und Entwicklungsprogramme im gesamten Unternehmen heranrücken müssen», schrieb er den Angestellten.

Es sei wichtig, in der Nähe der Verkehrsflugzeugprogramme zu sein. Durch den Tarifabschluss bestätigt sich, dass man bei Boeing darauf setzt, dass die Rückbesinnung auf alte Werte zumindest in diesem Fall helfen kann.

Mehr zum Thema

Der aktuelle Hauptsitz von Boeing in Chicago: Auszug angesagt.

Boeing entfernt sich noch weiter von Seattle

Sitz in Seattle: Was der neue Boeing-Chef Kelly Ortberg zum Start seinen Angestellten schreibt

Sitz in Seattle: Was der neue Boeing-Chef Kelly Ortberg zum Start seinen Angestellten schreibt

Robert Kelly Ortberg ist neuer Chef von Boeing

Robert Kelly Ortberg ist neuer Chef von Boeing

Boeing 737 Max 8 im Hintergrund, Max 10 im Vordergrund: In der Bestellung ist es anders herum.

Boeing hat riesige 737-Max-Bestellung von Turkish Airlines jetzt sicher

Video

Airbus A350 F Erstflug in Toulouse: Der Frachter war vier Stunden in der Luft.
Vier Stunden, 220 Gigabyte Daten und ein Start ohne elektronische Schutzfunktionen: Der Airbus A350 F ist zum ersten Mal geflogen. Was die Crew testete und was den Frachter besonders macht.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
airbus a350 f erstflug 01
Am Dienstag ist der Airbus-A350-Frachter zum ersten Mal abgehoben. Ende 2027 will der Flugzeugbauer den ersten A350 F aus der Serienproduktion ausliefern. Zwei Kunden kommen für die Premiere infrage.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Timo Nowack
Timo Nowack
Ex-Swissair-Sprecher Urs Peter Naef: «»
Als die Nachricht vom Absturz vor Halifax eintraf, war das Krisenhandbuch der Swissair-Kommunikationsabteilung noch nicht fertig. Medienverantwortlicher Urs Peter Naef musste improvisieren - und zugleich die Angehörigen vor aufdringlichen Medien schützen. Seine wichtigste Lehre aus der Katastrophe: «Steh zu dem, was passiert ist, und zeig Flagge.»
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier