Boeings Dreamliner: Kannibalisiert er die 777?

Dreamliner: Das Dilemma von Boeing

Bald will der Flugzeugbauer entscheiden, ob er die B787-10 baut. Das Problem: Der Flieger könnte einen Verkaufsschlager gefährden.

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Man sei schon dabei, mögliche Designkonzepte durchzuarbeiten, sagte Boeings Zivilluftfahrtchef Jim Albaugh dem Fachportal Aviation Week. Wenn es interessierte Kunden gebe, dann stehe einer Entscheidung für die Boeing B787-10 noch bis Ende dieses Jahres nichts im Wege. Aller Wahrscheinlichkeit nach werde man die Dreamliner-Langversion also bauen. Die Reichweite der 787-10 soll kleiner sein als die der 787-9, der gestreckten Version des nun erstmals ausgelieferten B787-8. Dafür soll sie 40 Passagiere mehr transportieren. Das mache sie zu einem sehr wirtschaftlichen Flugzeug, so Albaugh. Fluggesellschaften vor allem aus Europa und Asien hätten schon großes Interesse an der 787-10 gezeigt, sagte er dem Wall Street Journal.

In der Branche kommen aber längst Fragen auf, ob der lange Dreamliner nicht die Boeing 777 kannibalisieren würde. Der Langstreckenflieger ist ein Verkaufsschlager des amerikanischen Konzerns: Im vergangenen Jahr verkaufte er 200 Stück davon, insgesamt wurden schon 1000 Exemplare ausgeliefert. Albaugh widerspricht den Bedenken, dass die 787 Konkurrenz für das eigene Star-Modell werden könnte. Die beiden Flieger würden sich genügend unterscheiden. Von der B777 plant Boeing außerdem ebenfalls eine neue Version. Über die B777-9X ist noch nicht wirklich viel bekannt. Aber sie sei eine signifikante Verbesserung gegenüber der 777-300ER, die bisher größte Version des Fliegers.

Rochade bei 777- und 787-Programm

Zuständig für die Weiterentwicklung des B777-Programms wird in Zukunft Scott Fancher sein - bezeichnenderweise der alte Chef des Dreamliner-Programms. Larry Loftis, sein Vorgänger, tauscht mit ihm den Job und übernimmt bei der B787 das Steuer. Laut der Zeitung Chicago Tribune will der Flugzeugbauer so die Erfahrungen und Qualifikationen der beiden Manager optimal aufteilen. Eigentlich wollte der Flugzeugbauer bis Ende 2013 zehn Dreamliner im Monat produzieren. Momentan sind es nur 2,5, im zweiten Quartal sollen es 3,5 sein, Ende des Jahres dann schon fünf.

Doch inzwischen werden Zweifel laut, dass Boeing diesen Plan auch einhalten kann. Nach einer dreijährigen Verspätung bei der ersten Auslieferung müssen nun auch noch alle Dreamliner zur Inspektion, nachdem es Probleme mit dem Material am Rumpf der Flugzeuge gab. Um die Zweifler Lügen zu strafen soll nun der erfahrene Loftis das Programm in die Hand nehmen. Fancher soll seine Expertise in Modernisierung und Effizienzsteigerung zur Weiterentwicklung der 777 beisteuern.

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