São Paulo-Congonhas ist mit zuletzt rund 22 Millionen Passagieren pro Jahr der zweitgrößte Flughafen Brasiliens. Der Stadtflughafen liegt mitten in São Paulo und ist vollständig von Wohn- und Geschäftsvierteln umgeben. Die Hauptpiste ist nur rund 1940 Meter lang und lässt sich nicht verlängern. Seit 2022 sind beide Pistenenden mit einem Bremsbett gesichert. Flüge sind nur zwischen 6 und 23 Uhr erlaubt.
Und es kommt immer wieder zu Zwischenfällen. Erst Ende April kamen sich ein landender Jet von Gol und ein startender Jet von Azul bis auf 22 Meter nahe. Der Lotse sagte danach, das Azul-Flugzeug habe für den Start länger gebraucht als erwartet. Der schwerste Unfall liegt fast 20 Jahre zurück. 2007 schoss ein Airbus A320 von TAM bei der Landung über das Pistenende hinaus, überquerte eine Hauptstraße und prallte in ein Gebäude. 199 Menschen starben.
Piloten der Embraer E195-E2 meldeten keine Probleme
Am vergangenen Sonntag (11. Oktober) wurden in São Paulo erneut Erinnerungen an das Unglück wach, als eine Embraer E195-E2 von Azul auf der Piste 17R erst kurz vor deren Ende abhob. Der Jet mit dem Kennzeichen PS-AEK flog als Flug AD4797 nach Belo Horizonte-Confins. Er verließ den Boden erst hinter der Aufsetzzone für Landungen aus der Gegenrichtung, wo startende Jets normalerweise längst in der Luft sind.
Danach überflog die Embraer E195-E2 in geringer Höhe das Bremsbett am Pistenende. Laut dem Portal Aeroin, lag er dort rund 500 Fuß, also etwa 150 Meter, tiefer als bei einem gewöhnlichen Start. Die Piloten sollen der Flugsicherung keine Probleme gemeldet haben.
Der Rest des Fluges verlief normal
Azul hat eine interne Untersuchung eingeleitet. Die Airline erklärte lediglich, sie arbeite nach nationalen und internationalen Sicherheitsstandards. Zu möglichen Ursachen oder einem Zeitrahmen äußerte sie sich nicht. Der Flug nach Belo Horizonte-Confin verlief im Anschluss normal.
Airlines, Flughäfen, Flugzeuge und die Menschen dahinter: Wir berichten täglich über eine Branche, die uns fasziniert. Mit Ihrem Abo sorgen Sie dafür, dass wir das unabhängig tun können - und lesen aeroTELEGRAPH werbefrei. Und das noch zu einem sehr günstigen Preis. Jetzt hier klicken und abonnieren