Die HB-JBA, als sie noch eine Bombardier CS100 war: Swiss betreibt inzwischen neun Airbus A220-100.

Wegen TriebwerksproblemenSwiss legt ihre Airbus A220-100 still

Wegen der anhaltenden Triebwerksprobleme von Pratt & Whitney lässt die Schweizer Lufthansa-Tochter ihre neun kleineren A220-100 am Boden. Deren Motoren wird Swiss künftig für die größeren A220-300 nutzen, um den Flugbetrieb stabil zu halten.

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Swiss war die Erstkundin des neuen Regionalflugzeugs aus Kanada. Am 30. Juni 2016 übernahm sie mit der HB-JBA das erste Exemplar des Jets, der damals noch C-Series hieß und von Bombardier hergestellt wurde. Inzwischen betreibt sie neun Exemplare der kleineren Variante, die mittlerweile A220-100 heißt, und 21 der größeren A220-300.

Doch die Motoren des Regionaljets machen - wie auch die des Airbus A320 Neo - Probleme. «Wir haben mehr als zehn Flugzeuge deswegen am Boden stehen», so Finanzchef Dennis Weber am Donnerstag (30. Oktober) bei einer Pressekonferenz. Und dieses Problem werde Swiss noch länger beschäftigen.

Triebwerke der Airbus A200-100 gehen an A220-300

Vor allem bei den Triebwerken des Airbus A220 zeigen sich frühzeitige Verschleißerscheinungen. Und deshalb müssen sie überholt werden - was ungeplante Standzeiten bedeutet. Deshalb hat sich Swiss nun zu einem drastischen Schritt entschlossen. Sie lässt alle neun Airbus A220-100 künftig am Boden, wie Weber erklärte. Er bestätigte damit Informationen der Zeitung Tages-Anzeiger.

Und das passiert schnell. Sieben Jets werden ab November nach und nach aus dem Betrieb genommen. Der Prozess soll spätestens bis im kommenden Sommer abgeschlossen sein. Zwei A220-100 will Swiss noch als Reserveflugzeuge bereithalten, aber nicht mehr regulär einsetzen.

Früher brauchte Swiss die kleineren Jets für London City

Die Triebwerke der stillgelegten Flugzeuge werden von Swiss dann an den A220-300 genutzt, wenn deren Motoren in die Werkstatt müssen. Denn die beiden Antriebe von Pratt & Whitney (PW1524G und PW1524G-3) sind faktisch identisch. So kann Swiss die größeren Regionaljets künftig zuverlässiger einsetzen. «Wir reduzieren dadurch auch die Komplexität in der Flotte», sagt Weber.

Zudem habe man den Airbus A220-100 früher auch zwingend gebraucht, um den Flughafen London City bedienen zu können, der nur Flugzeuge annimmt, die eine Zulassung für Steilanflüge haben. Doch inzwischen könne dies auch Wet-Lease-Partnerin Helvetic Airways mit ihren Embraer E190-E2 und E195-E2.

Swiss wird ihre A200-100 aber behalten

Die Stilllegung der Airbus A220-100 sei keine kurzfristige Maßnahme, so Weber. «Das wird sicherlich rund anderthalb Jahre dauern», so der Manager. Dennoch hält Swiss auch an der kleineren Variante der ehemalige C-Series fest. Ein Verkauf oder Tausch gegen weitere Exemplare des größeren A220-300 sei kein Thema.

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