Boeing 777 von Swiss: An Bord eines solchen Flugzeug ereignete sich der Vorfall.

Business Class nach MiamiHand im Intimbereich der Frau: Mann belästigt auf Flug von Swiss Sitznachbarin

Ein Langstreckenflug von Zürich nach Miami endet für eine Passagierin traumatisch. Während sie schlief, soll ihr Sitznachbar sie belästigt haben. Die Crew von Swiss griff ein, alarmierte die Polizei – der Mann wurde nach der Landung festgenommen.

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Eigentlich ist ein Langstreckenflug in der Business Class etwas Schönes. Man wird umsorgt, hat ein flaches Bett und kann endlich mal ein paar Filme schauen und dabei noch etwas Feines essen. Doch für eine Frau auf einem Flug von Swiss wurde er kürzlich zum Albtraum. Während sie schlief, hat ihr Sitznachbar sie belästigt, ist einer Anklageschrift zu entnehmen, über die zuerst der TV-Sender Local 10 News berichtete.

Der Vorfall ereignete sich am 28. April auf Flug LX64 von Zürich nach Miami. Laut Ermittlern saß der 48-jährige Franzose neben der 29-jährigen Frau in der Business Class der Boeing 777-300 ER. Die beiden kannten sich nicht. Vor dem Start wechselten sie einige Worte. Doch während die Frau später schlief, wurden andere Passagiere auf den Mann aufmerksam. Zeugen beobachteten, wie er seine Sitznachbarin berührte. Einer filmte den Vorfall, ein anderer informierte die Crew.

Besatzung von Swiss reagierte umgehend

Als eine Flugbegleiterin hinzukam, soll der Mann seine Hand im Intimbereich der Frau bewegt haben. Die Besatzung reagierte umgehend, kümmerte sich um die Betroffene und setzte den Mann auf einen Sitz in der Premium Economy um. Gleichzeitig informierte sie die Behörden in Miami, sodass der Passagier nach der Landung von der Polizei in Empfang genommen werden konnte. Als die Frau über das Geschehen informiert wurde, reagierte sie laut Ermittlungsunterlagen schockiert, begann zu zittern und zu weinen.

Während des Umsetzens durfte der Mann noch einmal zu seinem ursprünglichen Platz zurück, um seine Sachen zu holen. Dabei soll er versucht haben, der Frau eine Notiz zu überreichen. Darauf stand sinngemäß: «Du bist schön, wenn du schläfst.» Zusätzlich hatte er offenbar seine Kontaktdaten sowie Flug- und Sitzinformationen notiert. Nach eigenen Angaben wollte er so ihre Telefonnummer bekommen.

Mann gab zu, die Frau berührt zu haben

Nach seiner Festnahme gab der Mann zu, die Frau berührt zu haben. Er habe dies jedoch als «nicht so schlimm» empfunden. Zunächst bestritt er den Vorfall, räumte die Berührungen aber umgehend ein, als er mit Zeugenaussagen und Videoaufnahmen konfrontiert wurde. Er erklärte zudem, er habe Fotos gemacht, diese jedoch gelöscht.

Swiss betont, dass ihre Crews für solche Situationen geschult sind. «Für uns ist klar: Dafür gibt es null Toleranz», erklärt eine Sprecherin. Man verurteile ein solches Fehlverhalten «aufs Schärfste» und bedauere zutiefst, was die betroffene Passagierin habe erleben müssen. Sicherheit, Würde und Unversehrtheit der Fluggäste stünden jederzeit an erster Stelle.

Crew von Swiss alarmierte die Polizei

Die Crew habe «alle erforderlichen Massnahmen» getroffen, um die Frau zu schützen, und dafür gesorgt, dass der Beschuldigte nach der Landung in Miami festgenommen wurde. Am 29. April wurde er angeklagt und sitzt seither in Untersuchungshaft.

Sexuelle Übergriffe an Bord sind häufiger, als gemeinhin angenommen. Besonders Nacht- und Langstreckenflüge gelten als anfällig, da viele Passagiere schlafen und die Kabine abgedunkelt ist. Täter nutzen diese Situation gezielt aus, etwa indem sie schlafende Personen berühren. Die Enge im Flugzeug erschwert es Betroffenen zusätzlich, sich zu wehren oder Hilfe zu holen. Viele Opfer reagieren zunächst geschockt und melden Vorfälle gar nicht oder erst verspätet. Dadurch bleibt die Dunkelziffer hoch.

Beweisführung bei Übergriffen oftmals schwierig

Hinzu kommt, dass Übergriffe oft ohne Zeugen stattfinden und die Beweisführung schwierig ist. Airlines und Behörden versuchen zwar gegenzusteuern und das Personal zu sensibilisieren, doch das Problem bleibt bestehen. Fachleute raten zu mehr Aufmerksamkeit und präventiven Maßnahmen.

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