Boeing 777 von Swiss: An Bord eines solchen Flugzeug ereignete sich der Vorfall.

Business Class nach MiamiHand im Intimbereich der Frau: Mann belästigt auf Flug von Swiss Sitznachbarin

Ein Langstreckenflug von Zürich nach Miami endet für eine Passagierin traumatisch. Während sie schlief, soll ihr Sitznachbar sie belästigt haben. Die Crew von Swiss griff ein, alarmierte die Polizei – der Mann wurde nach der Landung festgenommen.

Top-Jobs

k5 logo

Captain A320 (m/w/d)

K5-Aviation GmbH
München, Hamburg, Stuttgart
Feste Anstellung
Business Aviation
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
logo-gi-group

Teamleiter (gn) am Flughafen Hamburg

Hamburg
Feste Anstellung
Gi Group Recruiting
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair Logo

Kapitän C680A (all genders) mit Zusatzaufgaben

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair Logo

Deputy Continuing Airworthiness Manager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Eigentlich ist ein Langstreckenflug in der Business Class etwas Schönes. Man wird umsorgt, hat ein flaches Bett und kann endlich mal ein paar Filme schauen und dabei noch etwas Feines essen. Doch für eine Frau auf einem Flug von Swiss wurde er kürzlich zum Albtraum. Während sie schlief, hat ihr Sitznachbar sie belästigt, ist einer Anklageschrift zu entnehmen, über die zuerst der TV-Sender Local 10 News berichtete.

Der Vorfall ereignete sich am 28. April auf Flug LX64 von Zürich nach Miami. Laut Ermittlern saß der 48-jährige Franzose neben der 29-jährigen Frau in der Business Class der Boeing 777-300 ER. Die beiden kannten sich nicht. Vor dem Start wechselten sie einige Worte. Doch während die Frau später schlief, wurden andere Passagiere auf den Mann aufmerksam. Zeugen beobachteten, wie er seine Sitznachbarin berührte. Einer filmte den Vorfall, ein anderer informierte die Crew.

Besatzung von Swiss reagierte umgehend

Als eine Flugbegleiterin hinzukam, soll der Mann seine Hand im Intimbereich der Frau bewegt haben. Die Besatzung reagierte umgehend, kümmerte sich um die Betroffene und setzte den Mann auf einen Sitz in der Premium Economy um. Gleichzeitig informierte sie die Behörden in Miami, sodass der Passagier nach der Landung von der Polizei in Empfang genommen werden konnte. Als die Frau über das Geschehen informiert wurde, reagierte sie laut Ermittlungsunterlagen schockiert, begann zu zittern und zu weinen.

Während des Umsetzens durfte der Mann noch einmal zu seinem ursprünglichen Platz zurück, um seine Sachen zu holen. Dabei soll er versucht haben, der Frau eine Notiz zu überreichen. Darauf stand sinngemäß: «Du bist schön, wenn du schläfst.» Zusätzlich hatte er offenbar seine Kontaktdaten sowie Flug- und Sitzinformationen notiert. Nach eigenen Angaben wollte er so ihre Telefonnummer bekommen.

Mann gab zu, die Frau berührt zu haben

Nach seiner Festnahme gab der Mann zu, die Frau berührt zu haben. Er habe dies jedoch als «nicht so schlimm» empfunden. Zunächst bestritt er den Vorfall, räumte die Berührungen aber umgehend ein, als er mit Zeugenaussagen und Videoaufnahmen konfrontiert wurde. Er erklärte zudem, er habe Fotos gemacht, diese jedoch gelöscht.

Swiss betont, dass ihre Crews für solche Situationen geschult sind. «Für uns ist klar: Dafür gibt es null Toleranz», erklärt eine Sprecherin. Man verurteile ein solches Fehlverhalten «aufs Schärfste» und bedauere zutiefst, was die betroffene Passagierin habe erleben müssen. Sicherheit, Würde und Unversehrtheit der Fluggäste stünden jederzeit an erster Stelle.

Crew von Swiss alarmierte die Polizei

Die Crew habe «alle erforderlichen Massnahmen» getroffen, um die Frau zu schützen, und dafür gesorgt, dass der Beschuldigte nach der Landung in Miami festgenommen wurde. Am 29. April wurde er angeklagt und sitzt seither in Untersuchungshaft.

Sexuelle Übergriffe an Bord sind häufiger, als gemeinhin angenommen. Besonders Nacht- und Langstreckenflüge gelten als anfällig, da viele Passagiere schlafen und die Kabine abgedunkelt ist. Täter nutzen diese Situation gezielt aus, etwa indem sie schlafende Personen berühren. Die Enge im Flugzeug erschwert es Betroffenen zusätzlich, sich zu wehren oder Hilfe zu holen. Viele Opfer reagieren zunächst geschockt und melden Vorfälle gar nicht oder erst verspätet. Dadurch bleibt die Dunkelziffer hoch.

Beweisführung bei Übergriffen oftmals schwierig

Hinzu kommt, dass Übergriffe oft ohne Zeugen stattfinden und die Beweisführung schwierig ist. Airlines und Behörden versuchen zwar gegenzusteuern und das Personal zu sensibilisieren, doch das Problem bleibt bestehen. Fachleute raten zu mehr Aufmerksamkeit und präventiven Maßnahmen.

Hinter aeroTELEGRAPH steckt mehr als eine Website: ein Team erfahrener Journalistinnen und Journalisten, das fliegt, recherchiert und einordnet – Tag für Tag. Mit Ihrer Unterstützung bleiben wir unabhängig und Sie lesen werbefrei. Jetzt hier klicken und abonnieren

Mehr zum Thema

Griff unter die Decke: Die Täter wählen oft den Schutz der Dunkelheit.

Im Schutz der Dunkelheit: Wie Täter Flugzeuge für sexuelle Übergriffe missbrauchen

ticker-swiss

Swiss beendet Duty-Free-Verkauf an Bord

ticker-swiss

Startabbruch in Delhi: Noch ein Fluggast im Krankenhaus - Airbus A330 von Swiss noch nicht behördlich freigegeben

swiss airbus a330 300 hb jhk

Airbus A330 von Swiss muss Start in Delhi abbrechen - Verletzte bei Evakuierung

Video

03cb5639-a63e-4644-b420-139634c38344
Die abgelegenste bewohnte Insel der Welt kämpft mit der Angst vor einem Hantavirus-Ausbruch. Nun warf ein britischer Airbus A400 M medizinisches Material über Tristan da Cunha ab – begleitet von Fallschirmjägern und Notfallmedizinern.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Der Airbus A321 Neo von Frontier: Die Passagiere verließen das Flugzeug über die Notrutschen.
Dramatische Szenen am Flughafen Denver: Ein Airbus A321 Neo von Frontier Airlines stoppte den Startlauf abrupt, nachdem das Flugzeug eine Person auf der Piste erfasst hatte.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Absturzstelle: Hier prallte der Jet ins Gebirge.
Der Absturz von Flug MU5735 beschäftigt Ermittlungsbehörden seit mehr als vier Jahren. Jetzt deuten neue Daten darauf hin, dass es im Cockpit der Boeing 737 von China Eastern Airlines vor dem Crash zu einem Kampf um die Kontrolle kam.
Laura Frommberg
Laura Frommberg