Airbus A220-300 von Swiss: Die Airline beschleunigt den Austausch der Schutzausrüstung.

PBESwiss beschleunigt Austausch der Schutzausrüstung in den Airbus A220

Die Schweizer Fluglinie wechselt die Schutzausrüstung in allen Flugzeugen aus. Bei fast der ganzen Flotte ist das schon passiert - nicht aber bei den Airbus A220. Nach dem tragischen Vorfall von Graz ändert Swiss das schnell.

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Die Stimmung bei Swiss ist nach dem tragischen Tod eines Flugbegleiters gedrückt. Zugleich muss die Fluggesellschaft zwei wichtige Fragen klären. Warum versagte ein Triebwerk des Airbus A220-300 am 23. Dezember auf dem Flug von Bukarest nach Zürich plötzlich und unerwartet? Neben der Fluglinie beschäftigen sich auch Behörden und der Motorenbauer damit.

Die zweite Frage ist ebenso technisch, hat aber zugleich eine menschliche Dimension. Es ist die, was den Sauerstoffmangel und damit den Tod des jungen Mannes an Bord des A220 mit dem Kennzeichen HB-JCD verursacht hat. Man wolle «so rasch wie möglich verstehen, was zu den Verletzungen unseres Kollegen geführt hat», meinte Swiss dazu vergangene Woche. Dabei prüft sie «auch mögliche Zusammenhänge mit der Schutzausrüstung, welche die Kabinenbesatzung trug».

Keine behördliche Anweisung zum Austausch der Schutzausrüstung

Auch der verstorbene Flugbegleiter hatte sich während der starken Rauchentwicklung ein sogenanntes Protective Breathing Equipment angelegt, im Jargon kurz PBE genannt. Die Haube, die über den Kopf gestülpt wird, hat ein breites Gesichtsfeld, um gute Sicht zu gewährleisten und eine autonome Sauerstoffversorgung. Swiss hatte im Oktober 2023 bekannt gegeben, ihre bisher verwendeten Modelle auszutauschen, weil sie «teilweise fehlerhaft» und mitunter schwierig zu handhaben waren.

Protective Breathing Equipment des Herstellers Collins. Bild: Collins Aerospace

Die Lufthansa-Tochter betonte aber, dass beide Modelle von bekannten Produzenten hergestellt werden und international zertifiziert sind. Auch gebe es keine behördliche Anweisung zum Austausch. «Von generellfehlerhaften Masken zu sprechen, ist falsch. Es sind nicht alle Masken dieses Herstellers fehlerhaft», erklärt ein Sprecher. Bei internen Tests sei ein anderes Modell von den meisten Testpersonen aber als einfacher in der Anwendung bewertet worden.

Umrüstung knifflig und zeitaufwändig

Der Austausch ist eine große Aktion. «Die Umrüstung eines einzelnen Flugzeugs dauert mehrere Stunden. Sie wird in den geplanten Wartungszeiten durchgeführt und muss mit dem Flugplan abgestimmt werden», so der Sprecher. Nach der Montage sei es zudem nötig, den gesamten Prozess genau zu dokumentieren.

Dennoch ist der Wechsel der Masken weit fortgeschritten. Alle Airbus A320 und A321, A330 und Boeing 777 wurden von Swiss bereits vollständig umgerüstet. Auch bei den A340 wurde die Arbeit erledigt, wobei es dort noch an einer von insgesamt 15 Positionen im Flieger Anpassungen braucht, weil eine neue Befestigungslösung erforderlich ist. Die A320 Neo und A321 Neo bekommen die neue Schutzausrüstung bereits ab Werk.

Zuerst braucht es ein Okay der Behörden

Nur in den Airbus A220 wurde der Austausch noch nicht vorgenommen. Allerdings hat Swiss nach dem Zwischenfall mit der HB-JCD, der Notlandung und dem anschließenden Todesfall reagiert. Sie hat den Wechsel des Protective Breathing Equipments von Hersteller Collins Aerospace auf Dräger beschleunigt. Die ersten Flugzeuge wurden am Mittwoch (8. Januar) umgerüstet, wie es in einer internen Mitteilung heißt, die aeroTELEGRAPH vorliegt. Und sie sind auch wieder im Einsatz. Alle weiteren der insgesamt 30 Airbus A220 sollen «in den kommenden Wochen» folgen.

Warum aber dauerte es bei den Airbus A220 länger? «Die neuen PBE unterscheiden sich in Größe, Gewicht sowie in der Art und Position ihrer Befestigung von den bisherigen. Deshalb muss für jedes Gerät eine neue, passende Stelle gefunden werden», so ein Sprecher von Swiss. Die Änderungen, die es brauche, um die anderen Schutzausrüstungen einzubauen, benötigen zudem behördliche Genehmigungen. «Dies dauerte leider einige Zeit. Die Behörden stellen so sicher, dass alle eingebauten Teile den technischen und sicherheitstechnischen Standards entsprechen.»

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