Airbus A220 von Swiss: Musste in Graz nach heftiger Rauchentwicklung notlanden.

PBESwiss untersucht nach Zwischenfall in Graz auch Schutzausrüstung

Nicht nur das Triebwerk des Airbus A220 wird analysiert, das vor der Notlandung in Graz versagt hat. Swiss und Behörden schauen sich auch an, ob die Schutzausrüstung einen negativen Einfluss auf die Besatzung gehabt haben könnte.

Top-Jobs

AMX Support

Lizenzierter Fluggerätmechaniker / Certifying Staff B1/B2 (m/w/d)

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

Flugzeug Mechaniker

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

LAGER MITARBEITER (m/w/d) – Luftfahrt

Oberpfaffenhofen / Flughafen München (EDMO)
AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugelektriker (a)

Vollzeit
Pilatus Flugzeugwerke AG
Flugzeughersteller
Feste Anstellung
Top jobs
Schweiz

Es passierte auf 12.192 Metern. Auf dem Weg von Bukarest nach Zürich versagte am Abend des 23. Dezember auf Reiseflughöhe «plötzlich und unerwartet» ein Triebwerk des Airbus A220-300 von Swiss. Die Folge war heftige Rauchentwicklung. Videos von Passagieren zeigen, wie die ganze Kabine mit dicken grauen Schwaden gefüllt ist.

Die Cockpitbesatzung von Swiss reagierte schnell. Nur 18 Minuten nach dem Vorfall landete sie notfallmäßig in Graz. Der A220 wurde danach evakuiert. Zehn Passagiere mussten ärztlich behandelt werden, zwei Mitglieder der Kabinenbesatzung ins Krankenhaus gebracht werden.

Was hat zu den Verletzungen geführt?

Ein Flugbegleiter musste seither auf der Intensivstation in Graz betreut werden. Am Montag teilte Swiss mit, dass der junge Mann verstorben ist. «Wir sind alle zutiefst schockiert über den Tod unseres geschätzten Kollegen», so Swiss-Chef Jens Fehlinger.

Seit der Notlandung in Graz suchen Swiss, der Motorenbauer Pratt & Whitney und die Behörden nach den Ursachen des Triebwerksproblems. Es zeige «ein bisher unbekanntes Fehlerbild», schreibt die Fluglinie in einer internen Mitteilung, die aeroTELEGRAPH vorliegt. Zugleich schaut sie sich ein anderes Thema an. Man wolle «so rasch wie möglich verstehen, was zu den Verletzungen unseres Kollegen geführt hat»

«Mögliche Zusammenhänge mit der Schutzausrüstung»

Man prüfe dabei «auch mögliche Zusammenhänge mit der Schutzausrüstung, welche die Kabinenbesatzung trug». Auch der nun Verstorbene trug ein sogenanntes Protective Breathing Equipment, im Jargon kurz PBE genannt. Dabei handelt es sich um eine Haube, die über den Kopf gestülpt wird. Sie ist meistens in Warnfarben gehalten, damit man sie besser sieht und hat ein breites Gesichtsfeld, um die Sicht nicht zu behindern. Ein geschlossener Kreislauf versorgt die Benutzenden bei Bedarf mit chemisch erzeugtem Sauerstoff, um eine Kontamination der Lunge durch Rauch zu verhindern.

Eine Spezial-Sauerstoffmaske, wie sie in der Luftfahrt eingesetzt wird. Bild: Collins Aerospace

Swiss hatte im Oktober 2023 bekannt gegeben, ihre bisher verwendete Schutzausrüstung auszutauschen. Denn diese - hergestellt von bekannten Produzenten und international zertifiziert - war «teilweise fehlerhaft», wie sie damals schrieb. Einerseits ließen sich die Hauben in einigen Fällen nur schwer aus der Verpackung lösen, andererseits funktionierten einige «nicht einwandfrei». Dies hat die Fluglinie auch den Behörden gemeldet.

«Eine Spekulation»

Dass dies der Grund für den kritischen Gesundheitszustand des Flugbegleiters nach der Landung gewesen sei, sei derzeit «eine Spekulation», betont die Fluglinie im aktuellen Schreiben weiter. Auch dem gehen die Behörden aktuell nach und schauen sich die Schutzausrüstung genau an.

Mehr zum Thema

Der Airbus A220 von Swiss in Graz: Das Triebwerk wird demontiert.

Triebwerk des Airbus A220 von Swiss zeigt «bisher unbekanntes Fehlerbild»

Die HB-JCD in Graz: Der Airbus A220 steht inzwischen auf dem Vorfeld.

Flugbegleiter von Swiss liegt noch immer auf Intensivstation

Airbus A220 von Swiss: Nicht immer eine einfache Beziehung.

Swiss‘ Leidensgeschichte mit den A220-Triebwerken

Airbus A220 von Swiss in Genf: Zwei Exemplare werden durch Airbus A320 Neo ersetzt.

Swiss versucht es an ihrem Problem-Standort Genf mit größeren Flugzeugen

Video

Comac C919 von China Southern Airlines: Außen fix und innen?
Bislang setzt Shenzhen Airlines ausschließlich auf Airbus und Boeing. Nun möchte die mehr als 200 Flugzeuge starke Air-China-Tochter auch die Comac C919 einsetzen. Interesse gibt es auch von Loong Air. Das Problem: Lieferketten und Produktionsgeschwindigkeit bremsen den chinesischen Hersteller.
Timo Nowack
Timo Nowack
So weist Lufthansa auf die Spielregeln hin: Neues Highspeed-Internet an Bord.
Erstmals hat ein Flugzeug von Lufthansa Passagiere regulär ans Ziel gebracht, in dem das neue Highspeed-Internet installiert ist. Wir waren an Bord und haben das neue Angebot getestet.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
vietnam airlines vn34 fuel dump load sheet 01
Eine falsche Beladung kann dazu führen, dass ein Flugzeug nicht rechtzeitig abheben kann. Der Ladesplan der Boeing 787 von Vietnam Airlines zeigt nun aber: Beim Vorfall am Flughafen München war dies nicht der Grund für das zu späte Abheben des Dreamliners.
Timo Nowack
Timo Nowack